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Steueroptimale Gewinnverwendung personenbezogener Unternehmen

12.07.2004


Wie können unter den neuen steuerlichen Rahmenbedingungen die Gewinne mittelständischer Unternehmen steueroptimal verwendet werden?



Wissenschaftlich bestens fundierte Antworten auf diese Frage und dementsprechend wertvolle Entscheidungshilfen für den unternehmerischen Mittelstand hat nach Ansicht der Jury des Wissenschaftspreises der Schwäbischen Wirtschaft Dr. Susanne Kutschker in ihrer Augsburger Dissertation gegeben. Die Studie " Steueroptimale Gewinnverwendung personenbezogener Unternehmen" entstand am Lehrstuhl fürBetriebswirtschaftliche Steuerlehre (Prof Dr. Michael Heinhold) der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg. Bei der Akademischen Jahresfeier der Universität Augsburg am 9. Juli 2004 wurde der jungen Bertriebswirtin der von der IHK Schwaben mit 1500 Euro dotierte Wissenschaftspreis der Schwäbischen Wirtschaft 2004 vom IHK-Vizepräsidenten Ralf Hartung überreicht.



Die jüngsten Steuerreformen haben besonders mittelständische, personenbezogene Unternehmen betroffen, teilweise mit sehr negativen, die Steuerbelastung erhöhenden Wirkungen. Denn der Wechsel vom Körperschaftsteuer-Vollanrechnungsverfahren zum sogenannten Halbeinkünfteverfahren ist praktisch nichts anderes als die Abkehr von der früheren Einmalbesteuerung und die Wiedereinführung der 1977 abgeschafften Doppelbesteuerung ausgeschütteter Gewinne.

Gegenfinanzierung der Tarifsenkungen belastet personenbezogene Unternehmen

Mittelständische Unternehmen sind durch eine enge Verbindung der Gesellschafter bzw. Unternehmer mit ihrem Unternehmen gekennzeichnet. Anders als bei großen Publikumsaktiengesellschaften finanzieren die Eigentümer von kleinen und mittelständischen Unternehmen die Kosten ihrer privaten Lebenssphäre überwiegend oder ausschließlich aus den Erträgen ihres Unternehmens - sei es durch Gewinnentnahmen bzw. Gewinnausschüttungen oder durch sog. Leistungsvergütungen, also z. B. Gesellschafter-Geschäftsführergehälter oder Gesellschafterdarlehenszinsen. Beginnend mit der Steuerreform 2001 (StSenkG) hat der Gesetzgeber sukzessive Belastungsregelungen zur Gegenfinanzierung der Tarifsenkungen eingeführt, die vor allem solche personenbezogenen Unternehmen betreffen. Die bisherigen Strategien zur steueroptimalen Gewinnverwendung, sind damit sämtlich ungültig geworden. Personenbezogene mittelständische Unternehmen sehen sich damit nicht nur der ständigen Herausforderung gegenüber, sich am Markt bewähren zu müssen, sie haben zusätzlich noch das Problem, dass sich ihre finanzielle Lage deutlich verschlechtert, wenn sie die bisherige Gewinnverwendungspolitik weiter befolgen.

Berücksichtigung aller denkbaren Gewinnverwendungsstrategien

Hier setzt Susanne Kutschkers Dissertation an. Sie bildet das höchst komplexe neue Gewinnsteuerrecht - so wie es für personenbezogene Unternehmen seit neuestem gilt - in mathematischen Steuerbelastungsgleichungen ab. Hierbei berücksichtigt sie alle Sachverhalte und Gestaltungen, die für solche Unternehmen typisch sind. Die Modelle umfassen folglich nicht nur die gewerbliche Einzelunternehmung und normale Personengesellschaften (KG ,OHG), sondern auch die personenbezogene GmbH und die GmbH&Co.KG. Darüber hinaus werden alle denkbaren Gewinnverwendungsstrategien in die Untersuchungen einbezogen, bis hin zur Frage der verdeckten Gewinnausschüttungen bei unterschiedlichen Arten von Leistungsvergütungen. Die Arbeit begnügt sich nicht mit der wissenschaftlich sehr anspruchsvollen formalen, mathematischen Abbildung des Rechts. Anhand von umfangreichen Sensitivitätsanalysen wird zudem untersucht, wie die Vorteilhaftigkeit einzelner Gewinnverwendungsstrategien bei unterschiedlichen Rechtsformgestaltungen von verschiedenen Parametern abhängt (z. B. Gewerbesteuerhebesatz, persönlicher ESt-Satz, Thesaurierungsquote, Beteiligungsquote).

Kontakt:

Dr. Susanne Kutschker
Lehrstuhl für BWL/Betriebswirtschaftsliche Steuerlehre
Universität Augsburg
86135 Augsburg
Telefon 0821/598-4029
susanne.kutschker@wiwi.uni-augsburg.de

Klaus P. Prem | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-augsburg.de

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