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Zuwanderer beflügeln Außenhandel

29.06.2004


Kieler Woche Konferenz des Instituts für Weltwirtschaft 2004: Labor Mobility and the World Economy


Zuwanderer sind häufig Teil eines länderübergreifenden ethnischen Netzwerkes mit eigenen Konsumgewohnheiten. Lassen sie sich in einem Gastland nieder, übernehmen sie nicht sofort die Konsumgewohnheiten der Einheimischen, sondern versorgen sich über ihr Netzwerk mit den gewohnten Gütern. Vielfach führt dies im Gastland zu einer höheren Nachfrage nach Einfuhren aus dem Herkunftsland Der bilaterale Handel nimmt dabei vor allem deshalb zu, weil ethnische Netzwerke den Kontakt zwischen dem Importeur im Gastland und dem Exporteur im Herkunftsland erleichtern und somit die Informationskosten und die Risiken des Außenhandels verringern helfen. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die Gil Epstein von der Bar-Ilan University auf der 36. Kieler Woche Konferenz des Instituts für Weltwirtschaft zum Thema "Arbeitskräftemobilität und Weltwirtschaft" vorstellte.

Holger Wolf von der Georgetown University zeigte, dass Zuwanderungen nicht nur von ökonomischen Faktoren, sondern auch von Wertvorstellungen beeinflusst werden. Nach seinen Untersuchungen wirken sich Unterschiede in den Wertvorstellungen zwischen dem Gast- und dem Herkunftsland eher dämpfend auf Wanderungsbewegungen aus. Dies gilt insbesondere auch für unterschiedliche Auffassungen über die Rolle des Einzelnen und des Staates sowie über die Rolle der Frauen in der Gesellschaft.


Auf der von 35 Wissenschaftlern aus 11 Ländern besuchten Konferenz wurde auch darüber diskutiert, ob und unter welchen Voraussetzungen Herkunfts- und Gastländer von Migration profitieren, welche Zusammenhänge es zwischen Migration und internationalem Kapitalverkehr gibt, ob es in einer globalisierten Weltwirtschaft Alternativen zur Migration gibt, welche Anpassungen in den Systemen der Sozialen Sicherung in den Gast- und Herkunftsländern erforderlich sind und ob eine Harmonisierung der Einwanderungspolitik in den 25 Mitgliedsländern Europäischen Union Vorteile im Vergleich zu den herkömmlichen nationalstaatlichen Politikansätzen bringen würde.

Prof. Dr. Harmen Lehment | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-kiel.de

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