Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innovation - mehr als Forschung und Entwicklung

28.06.2004


Eine Studie des Fraunhofer ISI zeigt: Unternehmen, die bei Innovationen auch an innovative Dienstleistungen und moderne Produktionsprozesse denken, schaffen mehr Wachstum und neue Arbeitsplätze.


Zusätzliche Arbeitsplätze in Abhängigkeit vom Innovationstyp eines Unternehmens

Forschung und Entwicklung fördern Innovationen, die wiederum zu Wachstum und Beschäftigung führen. Diese weithin bekannte Erkenntnis hat sich auch in der neuesten Erhebung "Innovationen in der Produktion 2003" bestätigt, die jetzt vom Fraunhofer Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung in Karlsruhe vorgestellt wurde. Laut Studie gibt es aber noch weitere wachstumsträchtige Innovationsstrategien, denen derzeit von Unternehmen und Politik noch nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt wird:


- Innovative Produkt-Dienstleistungskombinationen. In einigen Märkten reichen überlegene Technologien nicht mehr aus, um im Wettbewerb zu bestehen. Begleitende Dienstleistungen wie Betreibermodelle oder Finanzdienstleistungen helfen, die Probleme des Kunden ganzheitlich zu lösen. Die Studie zeigt, dass Unternehmen mit einem Dienstleistungsumsatz von über fünf Prozent zwischen 2000 und 2002 im Mittel 32 neue Arbeitsplätze schufen, während die Beschäftigtenzahlen in den übrigen Betrieben stagnierten.

- Innovative Organisation. Diese Strategie setzt auf flexible Strukturen und Prozesse, die an die Wünsche der Kunden angepasst werden, zum Beispiel durch die Dezentralisierung von Planung und Steuerung der Produktion oder durch die Einführung von Gruppenarbeit. Laut Studie haben Unternehmen mit besonders flexiblen Organisationsformen im Mittel 33 neue Mitarbeiter eingestellt.

- Innovative Prozesstechnik. Moderne Produktionsmethoden wie CAD/CAM-Technologien, Simulationssoftware oder Roboter machen die Herstellung schneller und effizienter. Werden dadurch Marktanteile hinzugewonnen, können trotz Rationalisierung neue Mitarbeiter eingestellt werden. Laut Studie schufen besonders aktive Unternehmen im Mittel 14 Arbeitsplätze.

Die ermittelten Beschäftigungseffekte gelten in ihrer Relation über verschiedene Betriebsgrößen und Branchen. Erste Indizien zeigen, dass sowohl fokussierte Innovationsstrategien als auch Mischstrategien Wachstumspotenzial versprechen. Das Fraunhofer ISI legt daher nahe, betriebliche Innovationen künftig anhand einer Matrix mit den vier Feldern "FuE-basierte Produktinnovationen", "Innovative Produkt-Dienstleistungskombinationen", "Innovative Prozesstechnik" und "Innovative Organisation" in den Unternehmen auszuloten. Auch politische Maßnahmen, wie sie derzeit im Rahmen der Innovationsinitiative der Bundesregierung unter Mitwirkung des ISI konzipiert werden, sollten sich an diesem ganzheitlichen Innovationsbegriff orientieren.

Projektleiter Jürgen Wengel zieht daraus den Schluss, dass auch andere betriebliche Abteilungen neben Forschung und Entwicklung zum Innovationserfolg eines Unternehmens beitragen. Wengel: "Innovative Geschäftsmodelle entstehen nicht in den Forschungslaboren."
Den vollständigen Bericht finden Sie unter www.isi.fraunhofer.de/pi/dokumente/pi33.pdf

Weitere Informationen: Jürgen Wengel, Tel.: 0721-6809-307, E-Mail: j.wengel@isi.fraunhofer.de

Bernd Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.isi.fraunhofer.de
http://www.isi.fraunhofer.de/pi/dokumente/pi33.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise