Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit niederfrequenten Schwingungen gegen Harninkontinenz - Neue Studie

11.06.2001

Studie untersucht alternative Behandlungsmethode - Betroffene können mitmachen


Mediziner erforschen, wie niederfrequente Schwingungen bei Harninkontinenz helfen können - Foto: UKG



In Deutschland leiden rund fünf Millionen Frauen an Harninkontinenz oder Blasenschwäche. Dies ist häufig die Folge einer Senkung des Beckenbodens, wie sie zum Beispiel nach Geburten oder bei Bindegewebsschwäche entstehen kann. Die Urodynamische Sprechstunde der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe der Universität Göttingen - Bereich Humanmedizin startet jetzt gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Benjamin-Franklin der Freien Universität Berlin eine Studie zur alternativen Behandlung von Harninkontinenz. "Wir möchten mit dieser Vergleichsstudie ein neues Verfahren zum Training der Beckenbodenmuskulatur erforschen," sagt Professor Dr. Günter Emons, Leiter der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe. Das Verfahren beruhe auf niederfrequenten Schwingungen, die mit einem speziellen Gerät mechanisch aktive Muskelanspannungen erzeugen. Auf diese Art kann der Beckenboden in wenigen Minuten wesentlich mehr Übungen ausführen als es bisher mit herkömmlichem Training möglich war. An der Studie können Frauen zwischen 45 und 70 Jahren teilnehmen, die an Harninkontinenz oder Blasenschwäche leiden. Die Anwendungen erfolgen ein- bis zweimal pro Woche über einen Zeitraum von insgesamt sechs Monaten. Zusätzlich werden weiterhin konventionelle Übungen zur Beckenbodengymnastik durchgeführt.



Harninkontinenz oder Blasenschwäche werden üblicherweise durch spezielle krankengymnastische Übungen, mit Medikamenten oder durch eine Operation behandelt. Zur Vermeidung von Operationen suchen Mediziner nach neuen Wege in der konservativen Therapie. Nach Expertenmeinung werden damit allerdings nur Heilungsraten von etwa 20 bis 30 Prozent erreicht. Mit den niederfrequenten Schwingungen werden in sehr kurzer Zeit viele Muskelanspannungen ausgeführt. In der Praxis ist es eine mechanische Stimulation. Die Patientin steht auf einer Platte, diese Platte vibriert unterschiedlich schnell, mit verschiedenen Frequenzen. Diese Stimulation wird über die Beine bis in die Beckenbodenmuskulatur weitergeleitet. Ein solches Intensivtraining wurde schon bei Leistungssportlern zur Stärkung der Arm-, Bein- und Rückenmuskulatur angewandt. Im Rahmen der Studie soll dieses Verfahren nun erstmalig an der Beckenbodenmuskulatur erforscht werden. Bisherige Studien zu diesem Verfahren wurden zur Vorbeugung und Therapie von Osteoporose, bei Gehstörungen und zur Sturzprophylaxe in geriatrischen Rehazentren durchgeführt. Ferner wird das Gerät zum Muskelaufbau in Olympiazentren als Trainingsgerät eingesetzt. Die Behandlungen wurden nicht als unangenehm empfunden und haben keine Nebenwirkungen gezeigt.

Interessierte können sich an die Leitstelle der Frauenklinik des Universitätsklinikums Göttingen wenden: Tel.: 0551/39 - 6511 oder 39 - 65 60.

Weitere Informationen:
Universität Göttingen - Bereich Humanmedizin
Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe
Urodynamische Sprechstunde der Frauenklinik
Dr. Volker Viereck
Robert-Koch-Str. 40
37075 Göttingen
Tel.: 0551 / 39 - 6560

Rita Wilp | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Molekül entscheidet über Freundschaften
19.07.2016 | Max-Planck-Institut für Psychiatrie

nachricht Diagnosen: Wann sind mehrere Ärzte besser als einer?
19.07.2016 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenboost für künstliche Intelligenz

Intelligente Maschinen, die selbständig lernen, gelten als Zukunftstrend. Forscher der Universität Innsbruck und des Joint Quantum Institute in Maryland, USA, loten nun in der Fachzeitschrift Physical Review Letters aus, wie Quantentechnologien dabei helfen können, die Methoden des maschinellen Lernens weiter zu verbessern.

In selbstfahrenden Autos, IBM's Watson oder Google's AlphaGo sind Computerprogramme am Werk, die aus Erfahrungen lernen können. Solche Maschinen werden im Zuge...

Im Focus: Synthese-chemischer Meilenstein: Neues Ferrocenium-Molekül entdeckt

Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben zusammen mit Kollegen der Freien Universität Berlin ein neues Molekül entdeckt: Die Eisenverbindung in der seltenen Oxidationsstufe +4 gehört zu den Ferrocenen und ist äußerst schwierig zu synthetisieren.

Metallocene werden umgangssprachlich auch als Sandwichverbindungen bezeichnet. Sie bestehen aus zwei organischen ringförmigen Verbindungen, den...

Im Focus: Neue Entwicklungen in der Asphären-Messtechnik

Kompetenzzentrum Ultrapräzise Oberflächenbearbeitung (CC UPOB) lädt zum Expertentreffen im März 2017 ein

Ob in Weltraumteleskopen, deren Optiken trotz großer Abmessungen nanometergenau gefertigt sein müssen, in Handykameras oder in Endoskopen − Asphären kommen in...

Im Focus: Mit OLED Mikrodisplays in Datenbrillen zur verbesserten Mensch-Maschine-Interaktion

Das Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP arbeitet seit Jahren an verschiedenen Entwicklungen zu OLED-Mikrodisplays, die auf organischen Halbleitern basieren. Durch die Integration einer Bildsensorfunktion direkt im Mikrodisplay, lässt sich u.a. die Augenbewegung in Datenbrillen aufnehmen und zur Steuerung von Display-Inhalten nutzen. Das verbesserte Konzept wird erstmals auf der Augmented World Expo Europe (AWE), vom 18. – 19. Oktober 2016, in Berlin, Stand B25 vorgestellt.

„Augmented Reality“ (erweiterte Realität) und „Wearable Displays“ (tragbare Displays) sind Schlagworte, denen man mittlerweile fast täglich begegnet. Beide...

Im Focus: OLED microdisplays in data glasses for improved human-machine interaction

The Fraunhofer Institute for Organic Electronics, Electron Beam and Plasma Technology FEP has been developing various applications for OLED microdisplays based on organic semiconductors. By integrating the capabilities of an image sensor directly into the microdisplay, eye movements can be recorded by the smart glasses and utilized for guidance and control functions, as one example. The new design will be debuted at Augmented World Expo Europe (AWE) in Berlin at Booth B25, October 18th – 19th.

“Augmented-reality” and “wearables” have become terms we encounter almost daily. Both can make daily life a little simpler and provide valuable assistance for...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von der Probe zum digitalen Modell - MikroskopieTrends ´16

26.09.2016 | Veranstaltungen

300 Experten diskutieren auf größter Entrepreneurship-Konferenz im deutschsprachigen Raum

26.09.2016 | Veranstaltungen

Idealer Ablauf für GMP-konforme Projekte

26.09.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phänotyp auf Knopfdruck

26.09.2016 | Biowissenschaften Chemie

Effiziente elektrische Antriebe: TU Graz startet Christian Doppler Labor

26.09.2016 | Maschinenbau

Methodenentwicklung an BESSY II: Automatische Auswertung beschleunigt die Suche nach neuen Wirkstoffen

26.09.2016 | Biowissenschaften Chemie