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Chinesische Heilkräutertees sind häufig mit Schwermetallen und Pestiziden belastet

24.06.2004


Chinesische Heilkräutertees aus der Apotheke sind häufig mit Schwermetallen und Pestiziden verseucht. Das meldet das Greenpeace Magazin in seiner neuesten Ausgabe. Es beruft sich dabei auf Analyseergebnisse eines Arztes aus Sulzheim, der Tees im Medizinischen Labor Bremen (MLHB) untersuchen ließ. Alle 80 getesteten chinesischen Tees waren - je nach Schadstoff - bis zu hundert Mal höher mit Schwermetallen und Pestiziden belastet als Vergleichsproben von Heil- und Wildpflanzen aus Deutschland und Amazonien. Unter anderem fanden sich Blei, DDT, Cadmium und das als Rattengift verwendete Schwermetall Thallium. Beispielsweise enthielt eine Rezeptur gegen Depressionen 621,1 Mikrogramm Cadmium - der deutsche Grenzwert liegt bei 200 Mikrogramm.


Der Allgemeinmediziner Rainer Pließ war misstrauisch geworden, nachdem eine schwangere Patientin nach Einnahme eines Heilkräutertees mit Pusteln und Hautrötungen bei ihm erschien. Daraufhin kaufte der oberfränkische Arzt, der selbst alternative Heilverfahren anwendet, in vier Apotheken Heilkräutermischungen aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) und schickte sie ins MLHB. "Ich will die traditionelle chinesische Medizin nicht in Verruf bringen, sondern meine Patienten schützen", sagt Pließ und fordert, alle chinesischen Heilmittelpräparate aus dem Verkehr zu ziehen, bis nachgewiesen sei, dass sie unbelastet sind.

"Bis zu einem Viertel der Ware ist Ausschuss", räumt der Apotheker und Großhändler für chinesische Heilkräuter Eberhard Hilsdorf im Greenpeace Magazin ein. Seine Firma Herbasin lässt alle Chargen testen. Dabei werden regelmäßig Schimmelpilze und hohe Schadstoffbelastungen entdeckt. Manche der rund 2000 Arten von Samen, Wurzeln, Blättern und Extrakten aus China seien zeitweise nur verseucht zu haben. Die könne er dann nicht anbieten, sagt Hilsdorf.

Andrea Hösch | Greenpeace Magazin
Weitere Informationen:
http://www.greenpeace.de

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