Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Geographen und Informatiker simulieren das Einkaufsverhalten

23.06.2004


Seit Jahrzehnten beobachten Geographen, wie sich im Einzelhandel Betriebsformen und Standortmuster verändern. Während kleinere und innenstadtnahe Läden oft von der Schließung bedroht sind, haben große Verbrauchermärkte in autofreundlichen Lagen Erfolg. Welche Handelsformen abgelöst werden, welche neu entstehen und welche davon wiederum überlebensfähig sind, hängt von den Einkaufsentscheidungen jedes einzelnen Kunden ab. Diese Entscheidungen sollen an der Uni Würzburg mit Hilfe von Computersimulationen auf Basis der Multi-Agenten-Systeme analysiert und nachvollzogen werden.



Das Projekt am Lehrstuhl für Kulturgeographie wird für vorerst zwei Jahre von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. In der von Günter Löffler und Jürgen Rauh gebildeten Arbeitsgruppe beschäftigen sich zwei wissenschaftliche Mitarbeiter und studentische Hilfskräfte damit, wie sich solche Simulationstechniken zur Abschätzung des individuellen Einkaufsverhaltens anwenden lassen. Dabei kooperieren die Geographen mit der Arbeitsgruppe von Frank Puppe und Franziska Klügl am Institut für Informatik, wo seit Jahren auf dem Gebiet der Multi-Agenten-Systeme und ihrer Anwendung gearbeitet wird.



Wenn man individuelle Entscheidungen simulieren will, sind leistungsfähige Rechner nötig, aber auch aussagekräftige Datengrundlagen. Doch letztere seien aus Datenschutzgründen nur selten verfügbar, so die Würzburger Geographen. Hier kommt ihnen nun eine langjährige Forschungskooperation mit Einar Holm und Urban Lindgren von der Universität Umeå (Schweden) zu Gute: An dieser Hochschule werden für wissenschaftliche Vorhaben Daten aus dem schwedischen Zensus vorgehalten. Mit ihnen wollen die Würzburger Geographen zunächst eine Fallstudie in der Region Umeå durchführen. Vor Ort werden sie von Kirsten Holme unterstützt.

"Ist dann ein geeigneter Simulationsansatz gefunden und seine Verlässlichkeit zur Schätzung des Einkaufsverhaltens nachgewiesen, hoffen wir, das entwickelte Modell auf deutsche Verhältnisse übertragen zu können", sagen Löffler und Rauh. Als Beispielraum haben sie die Stadtregion Regensburg gewählt.

Gelingt das Vorhaben, dann können mit der Simulation künftig die Auswirkungen spezieller Entwicklungen im Einzelhandel auf das Kundenverhalten untersucht werden - was vor allem für die planende Kommunal- und Regionalpolitik von großem Interesse sein dürfte. Ist ein neues Shopping-Center überlebensfähig? Wird es Einzelhändler in ihrer Existenz gefährden? Wie verändern sich die Verkehrsströme durch das neue Center? Solche und andere Fragen können dann objektiver und eindeutiger beantwortet werden.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Jürgen Rauh, T (0931) 888-5559, Fax (0931) 888-5556, E-Mail: juergen.rauh@mail.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de/telefon/ (Telefonverzeichnis

Weitere Berichte zu: Einkaufsverhalten Geograph Multi-Agenten-System

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weiterbildung zu statistischen Methoden in der Versuchsplanung und -auswertung

06.12.2016 | Seminare Workshops

Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen

06.12.2016 | Förderungen Preise

Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft

06.12.2016 | Agrar- Forstwissenschaften