Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kinderbetreuung: Angebot bleibt häufig ungenutzt

22.06.2004


Das Betreuungsangebot von Kindertagesstätten entspricht häufig nicht der Nachfrage. Die Folge: Wertvolle Ressourcen bleiben ungenutzt, während an anderen Stellen, beispielsweise bei der Krippenversorgung, Engpässe entstehen. Im Durchschnitt werden am Vormittag nur 88 Prozent der Betreuungsplätze beansprucht, ermittelten Experten der Unternehmensberatung Mummert Consulting. Im weiteren Tagesverlauf ist die Auslastung des Angebotes noch geringer. Der Grund: Die zentrale Planung und Steuerung der Betreuungsplätze durch die Kommunen wird der Nachfrage nicht optimal gerecht. Eine stärkere Orientierung am Bedarf der Familien könnte Abhilfe schaffen.



Immer mehr Kommunen arbeiten an einer nachfrageorientierten Steuerung der Kinderbetreuung und wollen den Tagesstätten mehr Handlungsfreiheit geben. Die Betreuungseinrichtungen und die Nachfrage der Familien vor Ort sollen künftig stärker die Gestaltung und den Umfang der Betreuung bestimmen. Sowohl die Förderung der Einrichtungen durch die Kommunen als auch die Beiträge der Eltern können nutzungsabhängig und somit leichter und gerechter bemessen werden. Bis zu 15 Prozent der Platzkosten ließen sich einsparen, so die Experten von Mummert Consulting.



Das Modell: Die Betreuungseinrichtungen übernehmen den Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage zum größten Teil selbst. Gestaltung und Umfang des Angebots resultieren dabei aus dem Bedarf der Familien und aus kommunalen Bewilligungsstandards. Wenn die Mehrheit der Familien beispielsweise eher Teilzeitangebote beanspruchen möchte, kann die Einrichtungsleitung die Ganztagsangebote in Eigenregie verringern und umgekehrt. Neben der Angebotsgestaltung liegen auch Personalmanagement und Öffentlichkeitsarbeit stärker in den Händen der Kindertagesstätten. Die finanzielle Unterstützung durch die Kommune wird nach der Anzahl der angemeldeten Kinder bemessen, so dass die Einrichtungen die Familien selbst durch ihr Angebot überzeugen müssen. Mindeststandards, die von Beauftragten der Kommune regelmäßig überprüft werden, sollen dabei die Qualität der Einrichtungen wahren.

Das Bundesfamilienministerium hat im Oktober des vergangenen Jahres in einem Gutachten den Übergang zu einer nachfrageorientierten Finanzierung empfohlen. Mehr als 40 Kommunen haben sich bereits ausführlich mit dieser Idee auseinander gesetzt. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur nachfrageorientierten Steuerung ist die Entwicklung einer computerunterstützten Verwaltung der Kinderbetreuung. Ein kommunales „Kita-Portal“ im Internet ermöglicht eine flächendeckende Kommunikation zwischen Eltern, Tagesstätten und Verwaltung. Wenn Eltern hier ihre Kinder an- und abmelden, können Tagesstätten unmittelbar den Bedarf analysieren und ihren Budget- und Personaleinsatz entsprechend anpassen. Gleichzeitig erhält die Kommune so verlässliche Informationen über die Angebots- und Auslastungssituation jeder einzelnen Kindertagesstätte.

Joerg Forthmann | Mummert Consulting
Weitere Informationen:
http://www.mummert.de

Weitere Berichte zu: Kinderbetreuung Kindertagesstätte Kommune

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften