Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Private Equity-Gesellschaften bei den meisten Unternehmens-Restrukturierungen erfolgreich

03.06.2004


Buyout-Spezialisten schneiden besser ab als Turnaround-Investoren

Zwei Drittel (64 Prozent) der von Private Equity-Gesellschaften bei ihren Beteiligungsunternehmen eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen führen zum Erfolg. Auf Buyouts spezialisierte Häuser schneiden dabei besser ab als jene, die auf Turnaround-Finanzierung ausgerichtet sind. So sind die Buyout-Spezialisten eigenen Angaben zufolge in fast drei von vier Fällen (71 Prozent) bei der Restrukturierung ihrer Beteiligungsunternehmen erfolgreich; Turnaround-Investoren berichteten im Durchschnitt über eine Erfolgsquote von 55 Prozent. Das hat eine Umfrage des Bereichs Corporate Restructuring von KPMG und dem Lehrstuhl für Internationales Marketing der FH - University of Applied Sciences Wiesbaden, Prof. Dr. Stefan Jugel, unter 154 in Deutschland tätigen Private Equity-Gesellschaften zur Unternehmensrestrukturierung durch Private Equity-Häuser ergeben (Rücklaufquote 39 Prozent).

"Old Economy" bei Restrukturierungen erfolgversprechender

Nach Angaben der Private Equity-Gesellschaften kommt erfahrungsgemäß jede dritte Beteiligung (31 Prozent) für eine Restrukturierung in Frage. Lediglich in 14 Prozent der Fälle war eine Abschreibung (Totalverlust) nötig. Restrukturierungen in traditionellen Branchen sind nach den Erfahrungen der Befragten erfolgreicher als solche bei den neuen Technologien. So lag in Bereichen wie Handel, Finanzdienstleistungen, Chemie oder Maschinen- und Anlagenbau der Anteil erfolgreicher Restrukturierungen in der Regel über dem der Totalverluste (Ausnahme: Energie). Umgekehrt lag die Quote der Totalverluste im Bereich der neuen Technologien meist über der der erfolgreichen Restrukturierungen.

Kompetenzen: Finanzierung und Controlling

Ihre Kernkompetenzen sehen die befragten Häuser in erster Linie bei der Neuausrichtung der Finanzen und beim Controlling (jeweils 87 Prozent) und weniger in operativen Bereichen wie Vertrieb (32 Prozent) und Marketing (30 Prozent). Dies ist insofern überraschend, da operative Fähigkeiten wie frühzeitige Krisenerkennung, schnelle Implementierung und das Schaffen von Transparenz in der Umfrage als wichtige Erfolgsfaktoren der Restrukturierung genannt wurden.

Ursachen für Restrukturierung: Zahlungsunfähigkeit und Managementprobleme

Die mit Abstand häufigsten Auslöser für Restrukturierungsmaßnahmen sind die drohende Illiquidität des Unternehmens (88 Prozent) sowie ein Management, das die anfallenden Probleme nicht mehr lösen kann (75 Prozent). Weitere entscheidende Punkte sind nach Angaben der PE-Häuser nicht mehr vermarktbare Technologien (57 Prozent), fehlende Profitabilität (53 Prozent) sowie ein einbrechender Markt und strategische Fehlentscheidungen des Managements in den Beteiligungsunternehmen (jeweils 50 Prozent).

Tammo Andersch, Leiter des Bereichs Corporate Restructuring bei KPMG: "Die Umfrageergebnisse sprechen für den erfolgreichen Abschluss vieler Restrukturierungen. Private Equity-Häuser werden allerdings in zunehmendem Maße darstellen müssen, wo und in welchem Umfang sie ihren Beteiligungsunternehmen über Kapital hinaus Mehrwert bieten können. Defizite im eigenen Kompetenzspektrum, insbesondere mangelnde unternehmerische und operative Erfahrung, gilt es durch externe Experten zu ergänzen. Bemerkenswert ist, dass beim Verzicht auf externe Restrukturierungsdienstleistungen das Kostenargument eine zentrale Rolle spielt. Diese sollten aber nicht von der Rettung einer Beteiligung abhalten, wenn die Restrukturierung nicht mit eigenen Bordmitteln erbracht werden kann."

Marita Reuter | KPMG
Weitere Informationen:
http://www.kpmg.de

Weitere Berichte zu: Corporate Equity-Gesellschaft Restrukturierung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Erste großangelegte Genomstudie prähistorischer Skelette aus Afrika
27.09.2017 | Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte / Max Planck Institute for the Science of Human History

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mehr Wissen über Proteine: Forscher aus Halle verbessern Massenspektrometrie-Verfahren

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Stickoxide: Neuartiger Katalysator soll Abgase ohne Zusätze reinigen

23.10.2017 | Materialwissenschaften