Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Umweltrisiken haben einen bedeutenden Einfluss auf Transaktionen

26.05.2004

Wird eine geplante Unternehmenstransaktion auf Umweltrisiken hin überprüft, führt dies in der überwiegenden Zahl der Fälle (70 Prozent) dazu, dass der potenzielle Käufer neu verhandelt, die Transaktion neu strukturiert oder sogar sein Kaufangebot zurückzieht. So haben 60 Prozent der größten europäischen Unternehmen als Folge einer Umweltrisiko-Überprüfung (Environmental Due Diligence, EDD) in der Vergangenheit den Preis einer geplanten Transaktion neu verhandelt. Fast ebenso viele, nämlich 56 Prozent, haben ihr Kaufangebot sogar ganz zurückgezogen. Umweltrisiken, die erst nach Abschluss einer Transaktion durch den Käufer aufgedeckt wurden, führten bei 42 Prozent der Unternehmen zu ungeplanten Kosten. Das sind Ergebnisse der Studie "Impact - a survey of Environmental Due Diligence", die das britische Marktforschungsunternehmen TNS im Auftrag von KPMG unter 105 der 500 größten europäischen Unternehmen durchgeführt hat.

Die Studie zeigt, dass Unternehmen der EDD große Bedeutung beimessen. So gaben 70 Prozent aller Befragten an, im Rahmen einer Transaktion normalerweise eine Umweltprüfung in Auftrag zu geben. In bestimmten Branchen wie Chemie, Stahl, Automobil oder im Biotechnologiesektor liegt die Quote sogar bei 83 Prozent. Es ist jedoch überraschend, dass trotz dieser hohen Quote fast zwei Drittel der Unternehmen angeben, die Risiken nicht rechtzeitig erkannt zu haben. Dies liege, so die Meinung der befragten Unternehmen, vor allem daran, dass sie die Ziele der EDD nicht genau genug formuliert hätten und insgesamt zu wenig in die Tiefe gegangen seien.

Bemerkenswert ist auch, dass im Durchschnitt deutlich weniger als die Hälfte der befragten Unternehmen angeben, die Ergebnisse der EDD mit den Ergebnissen der gesamten Due Diligence zu verknüpfen und abzugleichen. KPMG-Manager Michael Fahrbach: "Dies birgt das Risiko, dass aufgrund möglicher Informationsverluste betriebswirtschaftliche oder juristische Auswirkungen ermittelter Umweltrisiken falsch beurteilt werden oder unerkannt bleiben. Wichtige Aspekte und Risiken bleiben bei den Vertragsverhandlungen unberücksichtigt und können den Käufer nach Vertragsabschluss teuer zu stehen kommen."

Fahrbach: "Wie die Umfrage auch zeigt, ist den meisten Unternehmen bewusst, dass Umweltrisiken und damit verbundene Umweltprobleme negative Auswirkungen auf das Markenimage sowie auf die Reputation des Unternehmens haben können. Dennoch gab nur ein Drittel der Befragten an, die EDD auf die entsprechenden Bereiche auszudehnen. Als häufigste Marken- und Reputationsrisiken werden dabei ungenügende Sozialstandards genannt, gefolgt von Gesetzesverstößen, unzureichenden Sicherheitsstandards und Altlasten."

Marita Reuter | KPMG
Weitere Informationen:
http://www.kpmg.de

Weitere Berichte zu: Diligence EDD Environmental Umweltrisiko

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue Gene für das Risiko von allergischen Erkrankungen entdeckt
21.11.2017 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

nachricht Bedeutung von Biodiversität in Wäldern könnte mit Klimawandel zunehmen
17.11.2017 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bakterien als Schrittmacher des Darms

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ozeanversauerung schädigt Miesmuscheln im Frühstadium

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die gefrorenen Küsten der Arktis: Ein Lebensraum schmilzt davon

22.11.2017 | Geowissenschaften