Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsche Werften profitieren nur bedingt vom Schiffbauboom

17.05.2004


Institut Arbeit und Wirtschaft an der Universität Bremen legt erste Ergebnisse der Schiffbaustudie vor



Im Vergleich zu der Situation der Schiffbauindustrie in anderen europäischen Ländern können die deutschen Werften auch im ersten Quartal des Jahres 2004 eine positive Auftragsentwicklung verzeichnen. Während zum Beispiel in Spanien mehrere Werften seit Monaten ohne Arbeit sind, polnische Werften nur durch staatliche Unterstützung vor dem Konkurs bewahrt werden können und auch in Dänemark einige Werften ihre Tore schließen mussten, können die deutschen Schiffbauer auch in 2004 vom Auftragsboom profitieren.



In den ersten drei Monaten dieses Jahres entfielen fünf Prozent der weltweiten Neubauaufträge auf deutsche Werften. Nach Korea (45 Prozent), Japan (23 Prozent) und China (17 Prozent) liegt Deutschland damit an vierter Stelle. Ein Drittel aller Neubauaufträge entfielen in diesem Zeitraum auf Containerschiffe, 19 Prozent auf Produktentanker sowie 14 Prozent auf Massengutfrachter. Schiffstypen, bei denen die deutschen Werften ihr technologisches Know-how zur Geltung bringen können, wurden dagegen deutlich weniger von den Reedern bestellt. So entfielen, gemessen an dem gesamten Neubauaufträgen, nur zwei Prozent auf Kreuzfahrtschiff, drei Prozent auf RoRo-Schiffe und vier Prozent auf Fähren.

Das Institut Arbeit und Wirtschaft (IAW) der Universität Bremen weist darauf hin, dass deutsche Werften bis Ende März 22 Containerschiffe und zwei Kreuzfahrtschiffe in ihre Auftragsbücher aufnehmen konnten. Die Containerschiffe werden auf den ostdeutschen Werften in Stralsund (Volkswerft) und in Rostock und Wismar (beide Aker Yards) gebaut. Die Kreuzfahrtschiffe werden von der Meyer-Werft in Papenburg gefertigt. Das IAW betont, dass der weltweit anhaltende Auftragsboom bei Container- und Massengutfrachtern nicht dazu verleiten dürfe, in diesen Sektoren die Zukunft des deutschen Schiffbaus zu sehen. "Diese Schiffstypen werden in China und Vietnam viel günstiger als in Deutschland produziert. Nur aufgrund der Auslastung der südostasiatischen Werftkapazitäten können deutsche Werften Aufträge für diese Schiffe akquirieren", gibt Thorsten Ludwig zu Bedenken. Wenn China seine Schiffbaukapazitäten wie angekündigt weiter ausbauen wird, werden die Eigner auch wieder in China Neubauten ordern.

"Wenn sich diese Auftragsentwicklung weiter fortsetzt, dann können die deutschen Werften eine zwei- bis dreijährige Auslastung erwarten", kommentiert der Leiter des Forschungsprojektes Dr. Jochen Tholen die Zahlen. Allerdings gelte es, diese Zeit zu nutzen, um nach dem Auslaufen der sechsprozentigen Abwehrbeihilfen im Frühjahr 2005 auch weiterhin der Konkurrenz aus Südostasien standhalten zu können. Positiv bewertet das Institut das jüngste Urteil des Europäischen Gerichtshofes zu den Kapazitätsbeschränkungen für die ostdeutschen Werften. Hierdurch werden die Werftstandorte in Ostdeutschland endlich in die Lage versetzt, ihre Schiffbaukapazitäten optimal auszunutzen zu können.

Das IAW untersucht im Rahmen eines zweijährigen Forschungsprojektes die Zukunftschancen des europäischen Schiffbaus. Erstmalig werden dadurch Daten erhoben, die die Lage des Schiffbaus in 22 europäischen Staaten wiedergeben.

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Institut Arbeit und Wirtschaft (IAW)
Dr. Jochen Tholen/Thorsten Ludwig
Tel.: 0421 - 218 8978, Fax: -2680
Email: ludwig@iaw.uni-bremen.de

Angelika Rockel | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bremen.de

Weitere Berichte zu: Containerschiff IAW Kreuzfahrtschiff Schiffbau Werft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise