Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zuviel Testosteron beeinträchtigt soziale Fähigkeiten

14.05.2004


Studie mit Kindern weist erste Zusammenhänge nach



Die Menge des Testosterons in der Gebärmutter kann deutliche Auswirkungen auf die soziale Entwicklung einer Person haben. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des Autism Research Centre gekommen. Damit könnte auch geklärt sein, warum Männer vier Mal eher an Autismus leiden als Frauen. Die aktuelle Studie ist die letzte einer Untersuchungsreihe mit einer Gruppe von 58 Kindern, die zwischen 1996 und 1997 geboren wurden. Das Team um Simon Baron-Cohen stellte die Testosteronwerte des Fruchtwassers der Mütter während der Schwangerschaft fest. Es wird davon ausgegangen, dass diese Werte auch jene der Kinder wiedergeben. Die Ergebnisse der Studie wurden im Journal of Child Psychology and Psychiatry veröffentlicht.



Jetzt wurden diese 58 Kinder im Alter von vier Jahren wieder untersucht. Die Mütter wurden ersucht, Fragebögen hinsichtlich der Interessen und der sozialen Entwicklung zu beantworten. Laut Studie waren Kinder mit höheren Testosteronwerten im Mutterleib sozial weniger entwickelt. Zusätzlich zeigte sich, dass die Interessen der Jungen eingeschränkter waren als jene der Mädchen. Baron-Cohen räumt jedoch laut NewScientist ein, dass das Sample dieser Studie für eine allgemein gültige Aussage zu klein ist. Aus diesem Grund wurde eine weitere Studie mit Hunderten Kindern bereits gestartet. Der Wissenschaftler hofft, Einblicke in die Entwicklung des Autismus zu gewinnen. Seine Hypothese geht davon aus, dass es sich bei Autismus um eine extreme Form des so genannten männlichen Gehirns handelt.

Es wurde bereits nachgewiesen, dass Kinder mit höheren fötalen Testosteronwerten im Alter von einem Jahr über ein kleineres Vokabular verfügen und weniger häufig den Augenkontakt suchen. Eine Studie einer anderen Gruppe zeigte, dass achtjährige Mädchen mit hohen fötalen Werten dieses Hormons bei Aufgaben wie dem abstrakten Rotierenlassen einer zweidimensionalen Figur besser abschnitten. Alle diese Hinweise unterstützen Baron-Cohens Theorie, wonach hohe fötale Testosteronwerte die Entwicklung des Gehirns in Richtung einer gesteigerten Fähigkeit Muster wahrzunehmen und komplexe Aufgaben zu analysieren fördert. Also jene Bereiche, in denen Männern größere Fähigkeiten zugesprochen werden. Beeinträchtigt werden jedoch die Kommunikationsfähigkeit und die Empathie, die normalerweise bei Frauen stärker ausgeprägt sind.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.autismresearchcentre.com
http://www.ingenta.com/journals/browse/bpl/jcpp
http://www.newscientist.com

Weitere Berichte zu: Autismus Testosteron Testosteronwert

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften