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Langzeitbelastung durch Aids schwer unterschätzt

12.05.2004


Afrikanischen Ländern droht der ökonomische Zusammenbruch



Die auf lange Sicht durch Aids entstehende soziale und wirtschaftliche Belastung ist entscheidend unterschätzt worden. Zu diesem Ergebnis kommt der World Health Report der WHO. Einige afrikanische Länder stehen vor dem ökonomischen Zusammenbruch, falls diese Pandemie nicht eingedämmt werden kann. Laut der Studie mit dem Titel "Changing History" gibt es zahlreiche Möglichkeiten zur Bekämpfung von Aids. Die Studie konzentriert sich erstmals ausschließlich auf HIV, das bis jetzt für den Tod von mehr als 20 Mio. Menschen verantwortlich ist. Die in der Studie präsentierten Zahlen zeichnen ein erschreckendes Bild. Aids ist weltweit die führende Todesursache in der Altersgruppe von 15 bis 59 Jahren. Jedes Jahr kommt es zu fünf Mio. neuen Infektionen.

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In Schwarzafrika werden laut BBC bis zum Jahr 2010 25 Prozent der Kinder Aidswaisen sein. Trotz dieser erschreckenden Prognosen gibt es laut WHO-Studie auch Anlass zu Optimismus. Peter Piot, der Leiter des Aids Programms der Vereinten Nationen, erklärte, dass der Grund für diesen Optimismus ein ganz einfacher sei. Erstmals in der Geschichte dieser Epidemie stünden entsprechende Geldmittel zur Verfügung. "Bei der Gründung von UNaids vor sieben Jahren verfügten wir über 200 Mio. Dollar. Im vergangenen Jahr waren es bereits 4,5 Mrd. Dollar." WHO und UNaids betonen, dass dieses Geld für die Behandlung ausgegeben werden muss.

In Amerika und Europa leben Menschen mit Aids dank entsprechender medizinischer Versorgung ein vergleichsweise normales Leben. In Entwicklungsländern brauchen geschätzte sechs Mio. Menschen diese Medikamente. Sie stehen aber nur für 400.000 der Betroffenen zur Verfügung. Laut Piot ist ein wirkungsvoller Impfstoff derzeit nicht in Sicht. "Der einzige Impfstoff, den wir heute haben, sind Aufklärung, Kondome, Abstinenz und Treue." Genau diese Bereiche hängen jedoch vom menschlichen Verhalten ab und sind daher entsprechend schwer zu beeinflussen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.who.int
http://www.unaids.org

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