Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der afrikanische Markt für Elektroenergieerzeugung

11.05.2004


Schlafender Riese: Immenses Potenzial für Energieerzeugung in Afrika



Afrika ist der Kontinent mit dem niedrigsten Pro-Kopf-Energieverbrauch weltweit. Nur 10 Prozent der afrikanischen Bevölkerung haben überhaupt Zugang zu Elektrizität, wobei sich der Energieverbrauch regional sehr unterschiedlich verteilt: die nördlichen und südlichen Regionen allein verbrauchen über 80 Prozent der gesamten produzierten Elektroenergie. Insofern besteht ein gewaltiges Potenzial für die Ausweitung der Stromerzeugung. "Diese Lücke in der Energieversorgung lädt geradezu zum Handeln ein", heißt es dazu in einer neuen Analyse der internationalen Unternehmensberatung Frost & Sullivan. Allerdings sind zunächst erhebliche Anstrengungen erforderlich, um die Voraussetzungen für einen funktionierenden Energiemarkt zu schaffen.



In dem Bemühen, die Energieerzeugung zu fördern, haben die meisten Regierungen ihre Energiepolitik liberalisiert. In Senegal, Mali, Ägypten, Nigeria, Kamerun, Mauretanien, Uganda und Südafrika sind staatliche Energieunternehmen bereits vollständig oder teilweise privatisiert worden.

Vor allem aber müssen mehr Menschen Zugang zu Elektroenergie erhalten. Deshalb dürften staatlich finanzierte Initiativen zur Förderung der Elektrifizierung ländlicher Regionen wie der National Energy Regulator in Südafrika die Energieerzeugung wachsen lassen. Gegenwärtig sind die meisten ländlichen Kommunen aber so abgelegen, dass der Anschluss zu teuer und nicht praktikabel ist. Hier bietet die dezentrale Energieerzeugung eine Möglichkeit zur Lösung des Problems und eröffnet Chancen für erneuerbare Energiequellen und herkömmliche Generatoren.

"Kurzfristige Initiativen zur Verbesserung des Zugangs zu Elektroenergie durch die Bildung von Verbünden dürften langfristig Vorteile mit sich bringen und Investoren eine Vielzahl von Möglichkeiten für die zentrale und die dezentrale Energieerzeugung bieten", ergänzt Ian French, Branchenanalyst bei Frost & Sullivan.

Armut führt zu mangelnder Nachfrage in ländlichen Regionen

Bei allen Anstrengungen zur Förderung des Energieeinsatzes steht einer günstigeren Entwicklung des Energiemarktes jedoch schlicht eine mangelnde Nachfrage aus dem ländlichen Raum entgegen. Die große Mehrheit der Landbevölkerung kann sich den Luxus der Elektrizität nicht leisten und ist so weiter von traditionellen Energiequellen wie Biomasse abhängig.

Um dem Problem der unzureichenden Finanzierung zu begegnen, versuchen einige Länder, private ausländische Direktinvestitionen anzuziehen. Eine Reihe von Projekten verdankt ihren Erfolg auch ausländischer Finanzhilfe. Obwohl viele Unternehmen Afrika für fähig halten, exzellente Renditen zu liefern, sehen sie auch große Risiken.

"Die Unternehmen müssen deshalb die Marktsituation analysieren und beurteilen, ob ihr Engagement zum gegenwärtigen Zeitpunkt gerechtfertigt oder adäquat ist", stellt French fest. "Angesichts der zu erwartenden Entwicklung könnte sich zumindest die Schaffung einer Ausgangsbasis in bestimmten Bereichen als vorteilhaft erweisen."

Wasserkraftwerke könnten wichtigen Beitrag leisten

So ist beispielsweise die Wasserkraft eine wichtige, aber weitgehend unerschlossene Ressource. Ihre Möglichkeiten lassen sich daran ablesen, dass allein mit dem Wasserkraftpotenzial des Kongo bei effektiver Nutzung dreimal so viel Strom erzeugt werden könnte, wie ganz Afrika heute verbraucht.

Die Erkundung und Erschließung neuer Öl- und Gasvorkommen vor den Küsten Südafrikas und Nigerias ist ein weiterer Wachstumsfaktor. Mit der Inbetriebnahme neuer Gaskraftwerke dürfte die installierte Kapazität wachsen und die Entwicklung moderner Großkraftwerke insgesamt gefördert werden.

Gaskraftwerke bieten langfristig finanzielle Vorteile

Gaskraftwerke erfordern zwar vergleichsweise umfangreiche Investitionen, sie sind aber sauberer und wartungsärmer und dadurch langfristig auch finanziell vorteilhafter. "Der Aufbau der Gaspipeline-Infrastruktur wird bald einen Punkt erreichen, wo die Netze Erdgas an Verbraucher aller Größen liefern", ist French überzeugt.

Die Chancen für die dezentrale Energieerzeugung sollen sich durch den Ausbau des Gasnetzes verbessern und ein Sprungbrett auch für den Einsatz dieselgetriebener Generatorsätze darstellen. Dieser Trend dürfte bis 2010 anhalten. Die Nachfrage nach Strom aus erneuerbaren Energiequellen soll bis 2010 ebenfalls steigen, wobei Windkraft, kleinere Wasserkraftanlagen und Photovoltaik in allen Regionen erhebliche Kapazitätszuwächse erleben dürften.

Insgesamt ist das Marktpotenzial in Afrika so immens, dass die Erfolgschancen bei jeder eingesetzten Technologie mehr oder weniger sicher sind.

Investoren noch immer zurückhaltend

Bereits etablierte Marktteilnehmer sind gegenüber Neueinsteigern im Vorteil, da sie gute Geschäftskontakte besitzen und auf ihre bisherigen Leistungen verweisen können. Neueinsteiger würden auch zögern, große Summen in einen Markt zu investieren, der allgemein konservativ bei der Aufnahme neuer Technologien ist.

Aber dieses Szenario dürfte sich nach 2010 verändern. Interessante Entwicklungen im Öl- und Gassektor und die Nachfrage nach neuen Kraftwerken sollen dann das Umsatzwachstum anheizen und neue Investoren anlocken.

"Die Entwicklung eines breit gefächerten Elektroenergiesektors in Afrika ist die Voraussetzung für das Wachstum in anderen Branchen", schließt French. "Eine stabile Energieversorgung dürfte viel dazu beitragen, ausländische Direktinvestitionen anzuziehen und die Ansiedlung ausländischer Unternehmen in Afrika zu fördern."

Auf Anfrage übersendet Frost & Sullivan gerne an alle interessierten Leser eine kostenfreie Zusammenfassung der Analyse zum afrikanischen Markt für Elektroenergieerzeugung in englischer Sprache. Anfragen können gerichtet werden an: Stefan Gerhardt, Frost & Sullivan - Corporate Communications (stefan.gerhardt@frost.com).

Titel der Analyse: Frost & Sullivan’s Analysis Of Power Generation Market Opportunities in Africa, (Report 3937), Preis der Analyse: Euro 4.300,--

Stefan Gerhardt | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://www.energy.frost.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Ab ins Ungewisse: Über das Risikoverhalten von Jugendlichen
19.01.2017 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ionen gegen Herzrhythmusstörungen – Nicht-invasive Alternative zu Katheter-Eingriff

20.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ein neuer Index zur Diagnose einer nichtalkoholischen Fettlebererkrankung

20.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das Cockpit für Kühlgeräte

20.01.2017 | Energie und Elektrotechnik