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Liberalisierung der chinesischen Wirtschaft bringt radikalen Wandel für chemische Industrie

06.05.2004


Der chinesische Markt für chemische Erzeugnisse



China ist der Wachstumsmarkt der Zukunft. Das gilt auch für seine chemische Industrie, einen der Hauptpfeiler der chinesischen Wirtschaft. Die Branche soll nach einer neuen Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan in diesem und im nächsten Jahr um jeweils rund neun Prozent wachsen. Seit Chinas Beitritt zur WTO im September 2001 müssen sich die chinesischen Chemieunternehmen zunehmend dem internationalen Wettbewerb stellen. Dadurch sind sie jetzt aber auch in der Lage, die Vorteile einer globalisierten Wirtschaft zu nutzen.



Der Eintritt ausländischer Wettbewerber in den chinesischen Chemikalienmarkt stellt die bisherige Monopolstellung einheimischer Raffinerien und Chemikalienhersteller infrage. Verglichen mit europäischen und US-amerikanischen Branchenvertretern, stehen die meisten chinesischen Chemieunternehmen technologisch vor großen Herausforderungen, da ihre Produktivität noch nicht das internationale Niveau erreicht. Andererseits haben zunehmende ausländische Investitionen den einheimischen Unternehmen bereits dabei geholfen, weltmarktfähige Produkte zu entwickeln.

Fusionen sind zu erwarten

Dazu erläutert Neil Wang, Director von Frost & Sullivans Industrial Group Shanghai: „Um wettbewerbsfähig zu bleiben, werden kleinere Chemieunternehmen voraussichtlich mit größeren Kontrahenten fusionieren, die über das Know-how und die finanziellen Ressourcen verfügen, die für eine beschleunigte Produktinnovation und den Zugang zu staatlicher Unterstützung erforderlich sind.“

Gleichzeitig dürfte die zu erwartende Öffnung des Finanzsektors den einheimischen Chemieunternehmen mehr Möglichkeiten geben, ausländische Direktinvestitionen zu erhalten, einheimische Finanzierungskanäle auszubauen und die Finanzierungskosten zu senken.

Chancen und Risiken für Import und Export

Die Abschaffung von Importzöllen birgt für die chinesische Chemiebranche sowohl Chancen als auch Risiken. So ermöglicht beispielsweise die Senkung der Importsteuer auf Benzin und Brennstoffe von neun auf fünf Prozent billigere Importe, wodurch das Risiko einer geringeren Nachfrage nach Produkten einheimischer Chemieunternehmen steigt. Umgekehrt führt die Abschaffung von Einfuhrzöllen auf Rohstoffe, Technologien und Ausrüstungen auch zu einer Senkung der Produktionskosten, zu beschleunigter Produktinnovation und zu Exporten höherer Qualität. Und der Export von Kunststoffen und Textilien dürfte nicht zuletzt deshalb zunehmen, weil die USA die Hürden für Importe aus China senken.

Produktion in China hat Vorteile zu bieten

Obwohl damit gerechnet wird, dass die Importzölle auf über 1.100 Chemikalien ab 2005 von 14,74 Prozent auf etwa sieben Prozent sinken, wird die einheimische Produktion weiterhin zahlreiche Vorteile bieten. Dazu zählen die niedrigen Produktionskosten in China ebenso wie die Vermeidung der mit einem Import verbundenen Transportkosten.

Ausländische Unternehmen sollten chinesische „Angebotslücken“ nutzen

Auch ausländische Chemieunternehmen können von den niedrigen Produktionskosten profitieren, wenn sie Fertigungsaktivitäten nach China verlagern. Gleichzeitig können sie sich auf dem chinesischen Markt positionieren, um in vielen Anwendersegmenten Angebotslücken auszunutzen, die die einheimischen Chemieunternehmen noch nicht abdecken können. So bietet beispielsweise der Markt für Chemikalien hoher Qualität und Reinheit wie ultrareine biochemische und organische Reagenzien, die von den chinesischen Pharmaunternehmen benötigt werden, Potenzial für ausländische Anbieter.

Ähnliche Aussichten bestehen in der Agrochemie, die Dünger und Pflanzenschutzmittel zur Steigerung der landwirtschaftlichen Erträge liefert. Hier haben ausländische Unternehmen große Chancen, das Spektrum von Zusatzstoffen wie oberflächenaktiven Substanzen und Lösungsmitteln zu erweitern, die in diesen Formulierungen zur Anwendung kommen.

Erste Schritte, um die ausländische Produktion vor Ort zu erleichtern

Positiv für ausländische Investoren wäre auch die zu erwartende Aufhebung von Vertriebsbeschränkungen, wodurch ausländische Firmen eigene Vertriebsnetze aufbauen und Rechte für den Groß- und Einzelhandelsvertrieb veredelter chemischer Produkte in China erwerben könnten.

Ausländische Hersteller, die in den chinesischen Chemikalienmarkt einsteigen wollen, müssen sich auf gemeinsame Technologieplattformen, lokale Wettbewerber und geltende Herstellungsnormen konzentrieren. Effektive Technologietransfers, bei denen die gewerblichen Schutzrechte für den Entwicklungs- und Fertigungsprozess gewahrt werden, dürften der erste Schritt zu einer erfolgreichen Produktion vor Ort sein.

„Um ihre gewerblichen Schutzrechte bestmöglich zu sichern, müssen ausländische Firmen entweder 100%ige Tochterunternehmen gründen oder mit Direktimporten arbeiten. Alternativ könnten sie Kernkomponenten zur Weiterverarbeitung in China direkt importieren und so von den niedrigen Arbeitskosten und anderen einheimischen Ressourcen profitieren, während sie gleichzeitig ihre Schlüsseltechnologien schützen“, schließt Wang. n



Titel der Analyse:
Opportunities in the Chinese Chemicals Market (Report B293)
Preis der Analyse: Euro 3.650,--


Weitere Informationen:

Katja Feick
Corporate Communications

Frost & Sullivan
Clemensstrasse 9
60487 Frankfurt/Main

Tel.: 069-77033-12
Fax: 069-234566
Katja.feick@frost.com

| Frost & Sullivan
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http://www.presse.frost.com

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