Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verstopft ein Knochenbildner die Arterien?

05.05.2004


Ein Regulator der Knochendichte könnte für die Entwicklung von Arteriosklerose mitverantwortlich sein. Dies berichten Forscher um Univ.-Prof. Stefan Kiechl und Univ.-Prof. Johann Willeit von der Universitätsklinik für Neurologie der Medizinischen Universität Innsbruck in der renommierten Fachzeitschrift Circulation. Das Osteoprotegerin oder OPG fördert den Knochenaufbau, spielt eine Rolle in der Immunreaktion des Körpers und könnte in die Entwicklung von Arteriosklerose verwickelt sein.

"In den letzten Jahren sind einige neue Risikofaktoren für Herzgefäßerkrankungen entdeckt worden. Das Osteoprotegerin wurde erst in jüngster Zeit in Zusammenhang mit diesen Krankheiten gebracht. Da Osteoporose und Herzgefäßerkrankungen bei Patienten oft gemeinsam auftreten, wollten wir die Rolle des OPG untersuchen", so Stefan Kiechl, Professor an der Abteilung für klinische Neurologie an der Medizinischen Universität Innsbruck zu den Beweggründen für die Studie.

Osteoporose führt ­ üblicherweise bei älteren Personen ­ zu Knochenschwund, der Knochenbrüche nach sich ziehen kann. Das OPG scheint den Knochen zu schützen, die Knochendichte zu erhöhen und die Gefahr von Brüchen zu senken. Die nun veröffentlichte Studie ist die erste, die auf breiter Grundlage die Verbindung zwischen OPG und Arteriosklerose untersuchte. Die Wissenschaftler benutzten dafür die Daten der so genannten Bruneck-Studie. An der Studie nahmen 915 Männer und Frauen im Alter von 40 bis 80 Jahren teil. Für die aktuelle Untersuchung wurde die OPG Konzentration in den Blutproben aus den Jahren 1990, 1995 und 2000 analysiert. Um den Fortschritt der Arteriosklerose festzustellen, wurden an den Teilnehmern außerdem Ultraschalluntersuchungen der Halsschlagader und Beinarterien vorgenommen.

Möglicher Risikoindikator

Die Ergebnisse zeigen nun, dass es einen Zusammenhang zwischen hohem OPG Wert und starker Arteriosklerose in den Halsarterien gibt. Nach Berücksichtigung von Alter und Geschlecht verringerte sich dieser Zusammenhang etwas, bleibt aber immer noch signifikant. Personen, deren OPG Wert im oberen Drittel lag, hatten ein zumindest zweifach höheres Risiko Gefäßerkrankungen zu entwickeln als jene, deren Niveau im unteren Drittel der gemessenen Werte lag. "Ein hoher OPG Wert bedeutet somit ein größeres Risiko für Herzgefäßerkrankungen, Herzinfarkt oder Schlaganfall", sagt Univ.-Prof. Kiechl. "Unsere Ergebnisse können möglicherweise in Zukunft dazu beitragen, das persönliche Gefäßrisiko eines Patienten besser zu prognostizieren. Dies ist insofern wichtig als sich der Einsatz von Medikamenten in der Schlaganfall- und Herzinfarktprävention stark am individuellen Risiko orientiert³, hebt Univ.-Prof. Kiechl die Bedeutung für die Patienten hervor. "Noch offen ist, ob ein hoher Osteoprotegerin Wert nur ein Marker für starke Arteriosklerose ist, oder ob er sogar eine mögliche Ursache dafür sein könnte. Dies ist besonders deshalb wichtig, weil genetisch hergestelltes OPG zurzeit als neue Behandlung für Osteoporose getestet wird³, betont Stefan Kiechl abschließend. Diese neuen Studienergebnisse entstanden in Kooperation mit Univ.-Prof. Georg Schett von der Abteilung für Rheumatologie der Universitätsklinik Wien.

Kontakt:

Univ.-Prof. Dr. Stefan Kiechl Universitätsklinik für Neurologie Medizinische Universität Innsbruck Christoph-Probst-Platz, Innrain 52 A-6020 Innsbruck Tel: +43 512 504 - 24244 Email: Stefan.Kiechl@uibk.ac.at

Prof. Dr. Stefan Kiechl | Medizinische Uni Innsbruck
Weitere Informationen:
http://www.uibk.ac.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Weltweit erste Therapiemöglichkeit für Kinderdemenz CLN2 entwickelt
25.04.2018 | Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Impfstoff-Kandidat gegen Malaria erfolgreich in erster klinischer Studie untersucht

25.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Erkheimer Ökohaus-Pionier eröffnet neues Musterhaus „Heimat 4.0“

25.04.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

25.04.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics