Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der westeuropäische Markt für HF- und Basisband-Chips für Handys

04.05.2004


Kleiner, besser und trotzdem nicht teurer - steigende Anorderungen an die Hersteller von HF- und Basisband-Chips für Handys




Trotz einer Reihe von Herausforderungen sieht die Zukunft des westeuropäischen Marktes für HF- und Basisband-Handy-Chips vielversprechend aus. Nach einer neuen Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan soll sich der Umsatz bis 2010 mehr als verdoppeln und dann 15,26 Milliarden US-Dollar gegenüber 6,03 Milliarden US-Dollar im Jahr 2003 erreichen. Motor dieser Entwicklung ist vor allem eine rasche und kontinuierliche Innovation.



Der Handymarkt in Europa verwandelt sich zunehmend in einen Ersatzbeschaffungsmarkt, der davon lebt, dass die Kunden immer wieder Handys mit neuen Funktionen und verbesserten Leistungsparametern nachfragen. Insofern verdankt sich auch die Nachfrage nach Handy-Chips weitgehend dem anhaltenden Interesse an zusätzlichen Funktionen. Gleichzeitig könnte darin aber auch eine Herausforderung für die Chiphersteller liegen, Produkte herzustellen, deren Wettbewerbsvorteile eher im Bereich der Leistung liegen als bei den Funktionen.

Stimuliert wird die Nachfrage nach Hochleistungs-Chips, die effiziente Prozesstechnologien nutzen, insbesondere durch die Weiterentwicklung der Handys von Single-Mode- zu Multi-Mode- bzw. Multi-Band-Geräten und die fortschreitende Integration wertsteigernder Funktionen wie GPS und Bluetooth.

Zunehmender Druck von Handyherstellern auf Chiplieferanten

Der hohe Innovationsdruck, unter dem die Handyhersteller stehen, wird von diesen an die Chiphersteller weitergegeben. Angesichts des Übergangs zu UMTS - und in nicht allzu ferner Zukunft sogar zu einem Netzstandard der vierten Generation - sind die Chiphersteller beispielsweise gezwungen, innovative Basisband-Lösungen zu angemessenen Preisen zu entwickeln. Das bringt den Handyherstellern erhebliche Vorteile in Form von geringeren Abmessungen, geringerem Stromverbrauch und erweiterten Signalverarbeitungsfähigkeiten.

Hersteller von HF- und Basisband-Chips müssen insgesamt mit zunehmendem Druck vonseiten der Handyhersteller rechnen, innerhalb kurzer Fristen hocheffiziente Produkte zu dennoch wettbewerbsfähigen Preisen zu entwickeln und zu liefern. Sie müssen also ihre Chips mit zusätzlichen Fähigkeiten ausstatten, gewährleisten, dass sie den Spezifikationen und Kostenvorgaben der Handyanbieter entsprechen, und sie schneller liefern, um mit den verkürzten Entwicklungszyklen von Handys Schritt zu halten.

Unternehmen, die nicht selber fertigen, sind von diesen Veränderungen weniger stark betroffen, da sie sich fast ausschließlich auf den Entwicklungsaspekt als Kernkompetenz konzentrieren können. Unternehmen mit eigener Fertigung müssen jedoch daran arbeiten, ihre Entwicklungsprozesse zu verschlanken.

"Letztlich müssen sich die Anbieter innovative Strategien und effiziente Methoden aneignen, um Geräte mit längerer Sprechzeit, geringerem Stromverbrauch und insgesamt verbesserter Performance sowohl im HF- als auch im Basisband-Segment zu entwickeln, während sie gleichzeitig die Kosten im Griff behalten", resümiert Ramanan Rajagopalan, Research Analyst bei Frost & Sullivan.

Die Hersteller sind intensiv bemüht, ihre Fähigkeiten so zu erweitern, dass sie diese hohen Anforderungen erfüllen und sich selbst im Markt positionieren können. Dazu werden geeignete Prozesstechnologien und Entwicklungsmethoden eingeführt.

Innovation ist der Motor im Markt

In der Tat sind die technologischen Fortschritte der Motor des Marktes für Handy-Chips. Über die Jahre haben neue Technologien diesen Markt revolutioniert, indem sie etwa die Weiterentwicklung von diskreten über integrierte Geräte zu modularen Lösungen und Verbesserungen in der Prozesstechnologie ermöglicht haben.

Gegenwärtig arbeiten die Entwickler von HF-Chips daran, ihre Produkte durch eine verstärkte Integration im HF-Empfangsteil zu modernisieren. Im Basisband-Teil des Handys vollzieht sich die Integration auf der Ebene der Anwendungen. Gleichzeitig werden Prozessoren und Power-Management-Schaltkreise mit höherer Leistung entwickelt. Viele der führenden Anbieter von HF- und Basisband-Chips arbeiten an einer einheitlichen Lösung, die letztlich zur Integration von HF und Basisband auf einem einzigen Chip führen soll.

Dieser Trend zu verstärkter Integration entspricht dem Wunsch der Kunden nach immer kleineren Handys mit immer mehr attraktiven Anwendungen und Funktionen. Insofern ist die Chipintegration entscheidend für die Handyhersteller, die dieser Kundenforderung gerecht werden wollen.

"Ziel der Chiphersteller muss es also sein, hochintegrierte modulare Lösungen mit vereinfachtem Aufbau zu vernünftigen Preisen anzubieten", fasst Rajagopalan zusammen. "Die rasanten technologischen Fortschritte müssen in die Entwicklung kostengünstiger Hochleistungsprodukte einmünden, die den Ansprüchen der Handyhersteller gerecht werden."

Titel der Analyse: European RF and Baseband Semiconductor Market for Wireless Handsets
(Report B308), Preis der Analyse: Euro 6.350,--

Jahr Umsätze
(in Milliarden US-Dollar)
Umsatzwachstumsrate
(in Prozent)
2002 5,001 9,6
2003 6,035 17,1
2004 6,655 9,3
2005 7,478 11,0
2006 8,440 11,4
2007 9,678 12,8
2008 11,166 13,3
2009 12,999 14,1
2010 15,260 14,8

Stefan Gerhardt | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://frost.com

Weitere Berichte zu: Basisband-Chip Chiphersteller HF Handy Handyhersteller Prozesstechnologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Weltweit erste Therapiemöglichkeit für Kinderdemenz CLN2 entwickelt
25.04.2018 | Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics