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Weltmarkt für Wundversorgungsmaterialien: Europa Vorreiter bei neuen Verbandmaterialien

14.04.2004


Europa ist gegenwärtig Weltspitze bei der Marktdurchdringung im Bereich neue Wundversorgungsmaterialien. Derzeit werden hier jährlich insgesamt 1,1 Milliarden US-Dollar mit Verbandmaterial umgesetzt. Diese Summe soll bis 2009 auf schätzungsweise 2,0 Milliarden US-Dollar ansteigen, was einer Wachstumsrate von durchschnittlich jährlich zehn bis zwölf Prozent entspricht. Dabei soll sich, ähnlich wie in den USA, der Wachstumsschwerpunkt zunehmend von herkömmlichen auf neue Verbandmaterialien verlagern. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan. Berücksichtigt wurden die Sektoren antimikrobielle und feuchte Verbände, Wundverband aus Biomaterial und Hautersatz.



"Die wachsende Nachfrage nach diesen speziellen Wundverbandmaterialien ergibt sich zum Teil aus der Suche nach wirksameren Heilungsmethoden besonders für chronische Wunden, wie sie mit dem steigenden Altersdurchschnitt der Bevölkerung immer häufiger auftreten", erläutert Minakshi Krishnan, Research Analyst bei Frost & Sullivan. "Weitere Faktoren sind die technologischen Fortschritte und die zunehmende Bekanntheit der neuen Produkte bei den Patienten."



Innovative Produkte erobern den Markt

Starke Zuwächse sind sowohl bei feuchten und antimikrobiellen Wundverbandmaterialien als auch bei Biomaterial und Hautersatz zu erwarten. Feuchte Wundverbandstoffe zeichnen sich dadurch aus, dass die von ihnen geschaffene feuchte Atmosphäre einen günstigeren Einfluss auf die Wundheilung hat als die herkömmliche trockene Umgebung. Mit antimikrobiellen Verbandmaterialien lässt sich die Infektionsgefahr deutlich herabsetzen.

Hochentwickelte, durch Tissue Engineering hergestellte Wundversorgungs-produkte aus Biomaterial und Hautersatz sollen vor allem bei der wachsenden Zahl plastisch-chirurgischer Operationen zum Einsatz kommen. Hier sorgen die neuen Technologien für eine schnellere Heilung, eine bessere Eindämmung der Narbenbildung nach Verbrennungen und allgemein günstigere kosmetische Ergebnisse.

Neue Technologien meist Weiterentwicklung bereits vorhandener Produkte

Neuartige Hybridprodukte, in die zur Stabilisierung der feuchten Wundatmosphäre Materialien wie Kollagen und Silber integriert werden, tragen ebenfalls zur Expansion des Marktes für moderne Wundverbandmaterialien bei. Die Einführung solcher Hybridprodukte ist das Ergebnis einer Schwerpunktverlagerung auf die Entwicklung in diesem Bereich.

Nicht zuletzt die komplexen Zulassungsverfahren veranlassen die Hersteller dazu, sich eher auf die Entwicklung von Hybridprodukten zu konzentrieren als auf die Grundlagenforschung. Hybridprodukte sind leichter einzuführen, da die Technologie nicht völlig neu ist, was die Marktzulassung vereinfacht. Deshalb ist damit zu rechnen, dass die meisten neuen Produkte entweder vorhandene Technologien miteinander kombinieren oder Weiterentwicklungen bereits verfügbarer Produkte sind.

Forschung & Entwicklung sollte wieder verstärkt in den Vordergrund treten

Allerdings ist eine solche Entwicklung mit Risiken behaftet. "Diese Strategie führt zu einer geringen Produktdifferenzierung, zu zunehmender Wettbewerbs-preisbildung und letztlich zu einer Verringerung des Gesamtumsatzes," erläutert Krishnan. "Eine stärkere Betonung von Forschung und Entwicklung mit besonderem Augenmerk auf der Grundlagenforschung könnte den Unternehmen dagegen helfen, Marktanteile zu gewinnen."

Frage der Kostenerstattung spielt wichtige Rolle bei der Marktentwicklung

Ein weiterer wichtiger Marktfaktor ist die Kostenerstattung. In Ländern mit weitgehender Kostenerstattung entwickelt sich der Markt sowohl bei herkömmlichen als auch bei modernen Wundverbandmaterialien besser. Umgekehrt wird die Expansion des Gesamtmarktes in Ländern mit einer restriktiven Kostenerstattungspolitik gebremst. Unternehmen, denen es nicht gelingt, eine Kostenerstattung für ihre Produkte durchzusetzen, dürften zunehmend marginalisiert werden.

Europäische Hersteller verleihen dem Markt Dynamik

Führende Marktteilnehmer auf dem Verbandstoffmarkt wie Smith & Nephew (Großbritannien) und BSN Medical (Deutschland) haben ihren Sitz in Europa und spielen eine Schlüsselrolle bei der Beschleunigung der Marktexpansion. Vor allem die Tatsache, dass in Europa Unternehmen präsent sind, die sich auf moderne Verbandmaterialien spezialisiert haben, verleiht der Marktentwicklung Dynamik. Wichtigste Anbieter im Segment der modernen Verbandmaterialien sind Smith & Nephew, ConvaTec, Johnson & Johnson, Coloplast und Mölnlycke Health Care, bei herkömmlichen Wundversorgungsmaterialien dominieren Johnson & Johnson, BSN Medical, Kendall und Lohmann & Rauscher. Weitere wichtige Wettbewerber sind 3M Healthcare, AcryMed, KCI, Paul Hartmann, Tyco Healthcare (Kendall).

Konkurrenz durch multinationale Unternehmen

Die Zahl der Anbieter herkömmlicher Verbandmaterialien wird sich laut Frost & Sullivan voraussichtlich stabilisieren. Der Markt für fortgeschrittene Wundbehandlungsverfahren dagegen dürfte mit seinem erheblichen Wachstumspotenzial eine Reihe neuer Wettbewerber anziehen, zu denen sowohl europäische Unternehmen als auch multinationale mit globaler Präsenz gehören sollen.

Zahlreiche Faktoren beeinflussen Marktentwicklung

Für sämtliche Wettbewerber in allen Marktsegmenten gilt, dass zahlreiche Faktoren über ihren Erfolg mitentscheiden. Dazu gehören der Nachweis, wie die Produkte zur Kostensenkung im Gesundheitswesen beitragen können, die Gewährleistung wettbewerbsfähiger Preise, die Konzentration auf die Produktdifferenzierung und das Herausstellen technologischer Fortschritte. Um die traditionelle Zurückhaltung der Mediziner gegenüber neuen Technologien zu überwinden, ist außerdem eine aktive Aufklärung über die Vorteile neuer Produkte wichtig.

Auf Anfrage übersendet Frost & Sullivan eine kostenfreie Zusammenfassung der Analyse zum Weltmarkt für Wundversorgungsmaterialien in englischer Sprache per E-Mail. Anfragen können gerichtet werden an Katja Feick (katja.feick@frost.com).

Titel der Analyse: Global Wound Care Markets (Report A644), Preis der Analyse: Euro 5.000,--

Katja Feick | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://medicaldevices.frost.com

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