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Wüstenrennmäuse als Indikatorder Pest

03.05.2004


Forscher wollen Mäuse präventiv töten lassen

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Eine hohe Population von Wüstenrennmäusen steht laut Forschungen im Zusammenhang mit dem Ausbruch der Pest. Zwei Jahre dauert es demnach, bis die Pest ausbricht, nachdem es hohe Geburtenzahlen bei Wüstenrennmäusen gegeben hat. Zu diesem Schluss kommt das Forscherteam rund um Herwig Leirs von der Universität Antwerpen, das seine Ergebnisse im Wissenschaftsmagazin Science veröffentlicht hat. Die Forscher haben in der Wüste von Kasachstan fast ein halbes Jahrhundert lang Daten über Wüstenrennmäuse gesammelt und diese nun ausgewertet.

Die große Anzahl an Wüstenrennmäusen selbst war es nicht, die die Forscher verunsichert hat, vielmehr das Faktum, dass Nagetiere die Pest indirekt auf den Menschen übertragen können. Flöhe, die im Fell der Nager wohnen, übertragen das Bakterium, das die Pest auslöst, mit ihrem Biss auf Menschen. Forscher haben daher Chemikalien in die Erdlöcher der Mäuse gespritzt, die die Flöhe töten sollten. Eine noch einfachere Variante sehen die Forscher darin, die Tiere, sobald sie eine zu hohe Population erreichen, zu töten. So sollen hohe Laborkosten eingespart werden, da Forschungen zum Thema überflüssig werden.


Zwischen dem Auftreten der Flöhe im Fell der Mäuse und der Übertragung auf den Menschen vergehen im Durchschnitt zwei Jahre. Die Studie bestätigt die Theorie, dass die Pest dann auftritt, wenn Nagetierpopulationen besonders hoch sind. Flöhen wird es so einfacher gemacht, von einem Tier auf das nächste zu springen, und s Bakterien zu übertragen, die dann auf den Menschen übergehen können. Forscherteams, wie zum Beispiel das von Kenneth Gage, versuchen nun zu erforschen, ob dieses Phänomen auch bei der Pest, die über Ratten übertragen wird, auftritt.

Die Pest kann heute zwar mit Antibiotika behandelt werden, in vielen Teilen der Welt fehlt es jedoch am nötigen Arzneimittel. Im Jahr 2001 sind weltweit rund 2.700 Menschen an der Pest erkrankt, 175 daran gestorben. Im Kasachstan sind Ausbrüche selten, dort wird die Pest meist dann auf den Menschen übertragen, wenn ein Kamel in den Bau von Wüstenrennmäusen tritt, dort die Krankheit aufschnappt und sie an ihre Besitzer überträgt. In afrikanischen Dörfern, die oft an Rattenplagen leiden, ist die Zahl der Pestfälle am höchsten.

Verena Erhart | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.science.com

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