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Wirtschaftsstimmung bei Energie und Versorgern verglichen mit anderen Branchen im oberen Mittelfeld

22.04.2004


Die Hälfte aller Unternehmer dieser Branche erwartet Arbeitsplatzabbau



Überdurchschnittlich bewertete die Energie- und Versorgerbranche die wirtschaftliche Entwicklung im kommenden halben Jahr. 33 (Durchschnitt aller Branchen: 26) Prozent, schätzen die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland für die kommenden sechs Monate positiv ein, dagegen sehen sie nur 21 (33) Prozent negativ. Die Entwicklung des jeweils eigenen Unternehmens wird positiv gesehen, bleibt aber hinter dem allgemeinen Trend zurück: Die Auftragslage habe sich in den vergangenen sechs Monaten gebessert sagen 25 (42) Prozent, verschlechtert dagegen 16 (25) Prozent. 24 (Durchschnitt: 46) Prozent glauben, dass ihr Unternehmen im nächsten halben Jahr mehr Aufträge zu erwarten habe (weniger Aufträge: 7 (19) Prozent). Dieses Wirtschaftsstimmungsbild in der Energie- und Versorgerbranche ergab eine bundesweite repräsentative Umfrage der Management- und IT-Beratung Capgemini unter Unternehmern, Vorständen und Geschäftsführern. Die Besserungen im eigenen Unternehmen werden sich allerdings nach der mehrheitlichen Meinung der insgesamt 1.723 Teilnehmer der Studie davon 5 Prozent aus der Energie- und Versorgerbranche nicht in niedrigeren Arbeitslosenzahlen zeigen. 47 Prozent (Durchschnitt: 51) Prozent glauben an steigende Arbeitslosenzahlen in Halbjahresfrist und trotz der Aussichten des eigenen Unternehmens meinen lediglich 7 (16) Prozent, dass die Beschäftigtenzahlen in eben diesem eigenen Unternehmen steigen werden. Im Gegenteil: 48 (39) Prozent gibt an, dass hier in den nächsten sechs Monaten noch Personal abgebaut werde.



Positiver als im vergangenen Herbst, aber immer noch weitgehend negativ werden die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eingeschätzt. Der Blick auf den Standort Deutschland fällt in der Energie- und Versorgerbranche - wie auch im Durchschnitt der anderen Branchen - skeptisch aus. 32 (Durchschnitt über alle Branchen: 37) Prozent, sahen eine Verschlechterung des unternehmerischen Umfeldes an ihrem Standort in den vergangenen sechs Monaten, nur 16 (15) Prozent sahen dagegen eine Verbesserung. Die Entwicklung der Steuerlast wird deutlich negativ eingeschätzt. Den Zugang zu Kapital sehen 29 (45) Prozent der Unternehmenslenker als schwieriger an, 18 (13) Prozent glauben es hier künftig leichter zu haben.

Ein weiterer Fragenkomplex zur EU-Osterweiterung ist aus aktuellem Anlass in das Wirtschaftsstimmungsbild mit eingeflossen. So wurde nach positiven oder negativen Impulsen gefragt, die von der EU-Erweiterung ausgingen, wobei das Ergebnis im Branchendurchschnitt ambivalent bis positiv blieb. Die Energie- und Versorgerbranche fiel hier mit Optimismus aus dem Rahmen: 34 Prozent erwarten sich von der EU-Osterweiterung positive Impulse für ihr Unternehmen, nur 22 Prozent sehen diese Entwicklung negativ. Ein deutlicher Trend herrschte bei der Frage nach den künftigen wirtschaftlichen Aktivitäten der Energie- und Versorgerbranche in den neuen EU-Ländern vor: 21 (45) Prozent wollen diese verstärken, nur 5 (8) Prozent verringern. Die Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt sehen 71 (73) Prozent negativ. Nur 13 (10) Prozent glauben an eine positive Reaktion des Arbeitsmarktes als Reaktion auf die EU-Osterweiterung.

"Wir haben jetzt statt eines Wolkenbruchs den Dauerregen. Eine Schönwetterperiode, sprich die Trendwende, ist noch nicht in Sicht", erläuterte Antonio Schnieder, CEO Zentral- und Osteuropa von Capgemini, bei der Präsentation der Studie in Berlin. "Deutschland verliert aufgrund der noch immer zu schlechten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter an Wettbewerbsfähigkeit", ergänzte Dr. Helmut Haussmann, Senior Vice President bei Capgemini und Bundeswirtschaftsminister a.D. die Einschätzung deutscher Unternehmer.

Im Vergleich mit der Energie- und Versorgerbranche liegen die Unternehmen der Telekommunikation, der Banken und der Elektronik - auch in vielen anderen Einzelfragen - weit vorn mit einer positiven Sicht der wirtschaftlichen Entwicklung. In der Telekommunikationsbranche glauben an einen positiven Fortgang der wirtschaftlichen Entwicklung als Spitzenwert 61 (26) Prozent. Sehr negativ sieht die Handelsbranche das wirtschaftliche Geschehen der nächsten sechs Monate (45 Prozent: wird schlechter), ebenso wie die Medienhäuser (46 Prozent: wird schlechter).

Auch bei der Betrachtung der Arbeitslosenzahlen herrschen durchweg negative Erwartungen für die kommenden sechs Monate. Im Detail betrachtet schält sich heraus, dass die Banken hier am optimistischsten sind, der Handel bildet abermals das pessimistische Schlusslicht.

Thomas Becker | Capgemini
Weitere Informationen:
http://www.wirtschaftsstimmung.de

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