Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Technology Review über den Boom der Nanotechnologie

21.04.2004


Nanotech: Zwischen Revolution und Hype

... mehr zu:
»BCC »Nanomarkt »Nanometer »Nanotechnologie

Sie gilt als die grundlegende Technologie des 21. Jahrhunderts: die Nanotechnologie. Während einige Börsianer schon von einem Nano-Hype sprechen, bleiben die meisten Forscher realistisch. Ihr Ziel ist es, Forschungsergebnisse in Produkte und Markterfolge umzusetzen, schreibt das Technologiemagazin Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe 5/04.

Nanotechnologie ist die Gesamtheit aller technischen Verfahren, die Materiestrukturen von unter 100 Nanometern Ausdehnung nutzen oder herstellen. 1 Nanometer = 1 Millionstel Millimeter, das entspricht einem Hunderttausendstel des Durchmessers eines menschlichen Haares. Physiker, Chemiker, Biologen, Mediziner und Informatiker forschen gleichermaßen im Nanokosmos und untersuchen die kleinsten Bausteine der Materie und des Lebens mit immer größerer Präzision.


Schon heute umfasst der Nanomarkt gut 7,5 Milliarden Dollar, berichtet Technology Review unter Berufung auf die Studie "Nanotechnology: A Realistic Market Evaluation". Das US-Marktforschungsinstitut BCC hat in diesem Report den Markt in drei große Segmente eingeteilt. Während die physikalische Nanotechnologie, das Werkzeugsegment, schon recht weit entwickelt ist, befindet sich der Teilmarkt Nanosysteme noch im Stadium der Grundlagenforschung. Den Löwenanteil am Nanomarkt stellt das Segment Werkstoffe. Sie sind am weitesten verbreitet und haben bereits Einzug in unseren Alltag gehalten. Ob in der Easy-to-Clean-Beschichtung der Duschkabine, im Skiwachs oder in der Sonnencreme: Nanopartikel stecken in vielen Produkten der Chemie- und Pharmakonzerne.

An den Börsen sorgten die erzielten Nanoeffekte für Euphoriestürme. "Doch die Größe künftiger Nanoproduktmärkte wird in vielen Studien stark übertrieben", meint Matthias Werner, Unternehmensberater und einer der Autoren einer noch unveröffentlichten Nanostudie für das Bundesforschungsministerium. Bis zu einer Billion Dollar Marktvolumen lauten die mutigsten Prognosen. BCC hingegen sagt 29 Milliarden Dollar Wachstum für den Nanomarkt bis 2008 voraus.

Auch wenn gesunde Skepsis bei dem boomenden Forschungsfeld Nanotechnologie angebracht ist, beschreibt der Nobelpreisträger für Physik, Gerd Binnig, die Evolution der Nanotechnologie als zweite Genesis: "Wir wissen aber, dass wir an dieser epochalen Schwelle stehen, und genau deshalb, weil wir Strukturen zunehmend feiner und raffinierter beobachten können, bis in den atomaren Bereich hinein."

Sylke Wilde | Technology Review
Weitere Informationen:
http://www.heise-medien.de

Weitere Berichte zu: BCC Nanomarkt Nanometer Nanotechnologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

27.06.2017 | Unternehmensmeldung

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie