Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Leipzig ist Deutschlands unternehmerfreundlichste Großstadt

19.04.2004


Studie über die Unternehmerfreundlichkeit der 25 größten deutschen Städte


Leipzig, Olympia-Bewerber und Messe- Metropole, ist die unternehmerfreundlichste Großstadt Deutschlands. Punktgleich auf Rang zwei liegen die Städte Bremen und Karlsruhe; die Plätze vier bis sechs belegen Gelsenkirchen, Düsseldorf und Wiesbaden. Dies ist das Ergebnis einer exklusiven Studie, die die Bertelsmann Stiftung, das Unternehmermagazin ’impulse’ und der RWE Konzern initiiert und gemeinsam beim Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) in Auftrag gegeben haben. Die Studie basiert auf einer Umfrage unter mehr als 2.500 Firmenchefs in den 25 größten deutschen Städten.

In Leipzig überzeugt vor allem die Wirtschaftsförderung und Stadtverwaltung


Auf den ersten Blick vermitteln die Umfrage-Ergebnisse den Eindruck, dass alle Städte relativ unternehmerfreundlich sind, doch die Realität zeigt sich im direkten Vergleich. So trennen die Siegerstadt Leipzig mit der Gesamtnote 2,73 über alle sechs Bewertungskriterien von der letztplatzierten Stadt Berlin mit der Gesamtnote 3,19 nur wenige Zehntel. Doch bei näherem Hinsehen zeigt der Städtevergleich deutliche Qualitätsunterschiede der Unternehmerfreundlichkeit der Kommunen. Mit einer Note von 2,47 bekam die Leiziger Wirtschaftsförderung sowie die Stadtverwaltung mit der Note 2,87 zugleich auch die beste Benotung von allen 25 untersuchten Städten.

Darüber hinaus stuften die Unternehmer in Leipzig die Politiker mit 2,13 und Stadt- verwaltungen mit 2,31 auf einer Skala von 1 (trifft voll und ganz zu) bis 6 (trifft überhaupt nicht zu) sehr viel wirtschaftsfreundlicher ein als im Testdurchschnitt (3,06 bzw. 3,21). Im Vergleich dazu beurteilten Berlins Unternehmer die städtische Wirtschaftsförderung mit 2,79 und die Stadtverwaltung mit 3,64 wesentlich schlechter. Da auch alle anderen abgefragten Service- Institutionen in Berlin meist unterdurchschnittlich abschnitten, kam die Platzierung am Schluss des Feldes zustande. So landeten die Berliner Banken auf dem letzten Platz, die Stadtverwal- tung auf Platz 24, die Handwerkskammer und die Arbeitsagentur je auf Rang 22.

Bremen und Karlsruhe punktgleich auf Platz zwei

Die mit einer Gesamtnote von 2,77 punktgleich auf Rang zwei gewerteten Städte Bremen und Karlsruhe können bei jeweils einem Wertungskriterium eine Top-Platzierung vorweisen: In Bremen erhielten die Kreditinstitute mit 2,37 die beste Wertung aller Städte, in Karlsruhe mit 2,31 die Handwerkskammer. Dafür sehen die Bremer Unternehmer bei ihrer Stadtverwaltung (3,23) und ihrer Handwerkskammer (3,02) noch Verbesserungsmöglichkeiten. In Karlsruhe erhält lediglich die regionale Arbeitsagentur mit 3,11 ein schwaches "Befriedigend". Das viertplatzierte Gelsenkirchen kann sich mit einer Gesamtnote von 2,81 knapp vor der NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf mit 2,82 behaupten. Hessens Landeshauptstadt Wiesbaden folgt mit 2,83 auf Rang sechs.

Metropolen konzentrieren sich zu stark auf Großunternehmen

Das schlechte Abschneiden von Frankfurt am Main (3,09), München (3,09) und Köln (3,15) legt die Vermutung nahe, dass sich die großstädtischen Ballungsräume zu stark auf die Großunternehmen konzentrieren. Dazu IfD-Studienleiter Dr. Rüdiger Schulz: "Der Service für ihre mittelständische Klientel lässt gerade in etablierten Wirtschaftsmetropolen zu wünschen übrig." Die in Köln ansässigen Unternehmer kritisieren ihre Stadtverwaltung mit 3,69 und die Arbeitsagentur mit 3,73 sogar am stärksten von allen abgefragten Kommunen. Aber auch in der ehemaligen Expo-Stadt Hannover, die mit einer Gesamtwertung von 3,06 nur auf Platz 21 liegt, fällt die Kritik an der Stadtverwaltung (3,44) und der Arbeitsagentur (3,43) besonders deutlich aus. Schlechter als die in der Studie ermittelte durchschnittliche Gesamtnote von 2,93 fielen die Bewertungen noch in Bielefeld (2,94), Mannheim (2,95), Hamburg (2,96), Nürnberg (2,97), Wuppertal (2,97) und Duisburg (2,98) aus.

"Obwohl nach dem Eindruck vieler mittelständischer Unternehmer in den letzten Jahren Fortschritte gemacht wurden, sind die Service- Leistungen in manchen Städten noch nicht zufriedenstellend", sagt Dr. Johannes Meier, Präsidiumsmitglied der Bertelsmann Stiftung. "Mit unserer Studie wollen wir den Kommunen ein für jede Region leicht nachvollziehbares Benchmark-System an die Hand geben."

"Im Vorfeld des durch die EU-Osterweiterung intensivierten Wettbewerbs um Kapital und Arbeitskräfte ist das Städte-Benchmarking ein wichtiger Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der Standorte in Deutschland," begründet Dr. Jürgen Kroneberg, Vorstandsmitglied der RWE Energy AG, das Engagement. Kroneberg: "Die Verwaltungen der Großstädte sind gut beraten, die Branchenkompetenz des Mittelstands als Fundament für eine innovative Standortentwicklung zu nutzen."

"Die Studie beweist, wie wichtig regionale Wirtschaftsförderung für den Standort Deutschland ist", erklärt ’impulse’-Chefredakteur Dr. Klaus Schweinsberg. "Was der Bundesregierung nicht gelingt, können kluge Bürgermeister schaffen: ein unternehmerfreundliches Klima", so Schweinsberg weiter. Die Studie basiert auf 2.556 ausführlichen Interviews mit jeweils mindestens 100 in den jeweiligen Regionen ansässigen mittelständischen Unternehmern mit bis zu 500 Mitarbeitern, die die meist genutzten Institutionen, die das Wirtschaftsklima vor Ort maßgeblich beeinflussen, nach Schulnoten bewerteten. Dazu zählen die Dienststellen der Stadtverwaltungen, die kommunalen Wirtschaftsförderungseinrichtungen, die Industrie- und Handelskammern, die Handwerkskammern sowie die regionalen Arbeitsagenturen und die Kreditinstitute. Die Unternehmer beurteilten diese Institutionen in Bezug auf Fach- und Problemlösungskompetenz, Beratungsqualität, Erreichbarkeit der jeweils zuständigen Mitarbeiter, die Schnelligkeit der Reaktion und Weitervermittlung an weitere Partner sowie die Freundlichkeit.

Yves Michels | impulse
Weitere Informationen:
http://www.bertelsmann-stiftung.de
http://www.impulse.de
http://www.rwe.com

Weitere Berichte zu: Arbeitsagentur Handwerkskammer Wirtschaftsförderung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Entrepreneurship-Studie: Großes Potential für Unternehmensgründungen in Deutschland
15.09.2017 | Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik