Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationale Studie zum Gründungsgeschehen - "GEM"

31.03.2004


Länderbericht Deutschland: Rückgang der Gründungsquote gestoppt, mehr Gründungen aus der Not

In der KfW Niederlassung Berlin stellten heute Prof. Dr. Rolf Sternberg von der Universität Köln, Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, Julie Linn Teigland, Partnerin der Wirtschaftprüfungsgesellschaft Ernst & Young, den Länderbericht Deutschland des Global Entrepreneurship Monitors "GEM" vor. Die internationale Studie untersucht jährlich das Gründungsgeschehen und die Rahmenbedingungen für Gründer. Der internationale Vergleich basiert im Jahr 2003 auf Informationen von knapp 104.000 befragten Bürgern sowie mehr als 1.300 Gründungsexperten aus 31 Ländern.

Der Rückgang der Gründungsquote seit dem New Economy Boom zu Beginn des Jahrhunderts ist zunächst gestoppt, so ein zentrales Resultat des GEM Länderberichts Deutschland 2003, für den Prof. Dr. Rolf Sternberg von der Universität Köln verantwortlich ist, Hierzu hat auch die Zunahme der Gründungen aus der wirtschaftlichen Not (z. B. aus der Arbeitslosigkeit) beigetragen, die hierzulande relativ häufig sind. In seinem Schwerpunktthema "Frauen und Gründungen" zeigt der Bericht, dass Frauen in Deutschland in einem höheren Alter häufiger im Nebenerwerb gründen mit geringeren Wachstumsab- und -aussichten als Männer. "Es ist daher sinnvoll und notwendig, auch in Deutschland ein frauenspezifisches Element in die Gründungsförderung einzubauen", erläuterte Prof. Sternberg. Die nationalen Rahmenbedingungen in Deutschland sind für Gründungen verglichen mit den 31 im Jahr 2003 untersuchten Ländern besonders gut bei der öffentlichen Förderinfrastruktur, während relative Schwächen bei den gesellschaftlichen Werten und Normen sowie der gründungsbezogenen Ausbildung in der Schule unübersehbar sind. Die in früheren Jahren gravierenden Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland bei der Einstellung zur Selbständigkeit und dem Umfang tatsächlicher Gründungsaktivitäten haben sich etwas verringert.

Die KfW Bankengruppe sponsert den deutschen Bericht seit 4 Jahren, u. a. weil der internationale Vergleich des Gründungsgeschehens eine wichtige Grundlage für die bessere Beurteilung der Gründungsdynamik auch in Deutschland darstellt. Damit ergänzt die GEM-Studie den jährlichen KfW-Gründungsmonitor um die internationale Komponente. "Die GEM-Studie hat unser Ergebnis bestätigt, dass heute in Deutschland vermehrt Gründungen aus der Not stattfinden und viele Menschen dabei aus der Arbeitslosigkeit heraus starten. Sie machen aus der Not eine Tugend und setzen einen vielleicht lang gehegten Wunsch nach beruflicher Selbständigkeit in die Tat um", sagte Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe. Deutschland belegte Platz 2 bei der Bewertung der öffentlichen Förderinfrastruktur. "Dies ist für uns als Förderbank des Bundes ein erfreuliches Ergebnis und wir werden weiter Gründer auf ihrem Weg in die Selbständigkeit mit einem maßgeschneiderten Förderangebot unterstützen."

Vom 1. bis 3. April 2004 findet in der KfW Niederlassung Berlin die "1. GEM Research Conference" statt. Forscher aus 33 Nationen diskutieren Themen der Gründungsforschung wie z. B. Beteiligungsfinanzierung, Gründungen aus der Arbeitslosigkeit, Gründungen durch Frauen und Migranten sowie Einflüsse auf das Wirtschaftswachstum eines Landes.

Service: Der Global Entrepreneurship Monitor steht als Download zur Verfügung unter: www.wiso.uni-koeln.de/wigeo/veroeff/pdf.html oder www.kfw.de. Weitere Informationen zu Ergebnissen und Methodik des GEM Länderberichts Deutschland sind erhältlich bei Prof. Rolf Sternberg und Ingo Lückgen von der Universität Köln, Tel. 0221-470-2372.



Pressekontakt:


Für Rückfragen: Sonja Contzen,
Tel: 069 7431-4306, E-Mail: sonja.contzen@kfw.de

| ots

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Im Focus: Forscher entschlüsseln erstmals intaktes Virus atomgenau mit Röntgenlaser

Bahnbrechende Untersuchungsmethode beschleunigt Proteinanalyse um ein Vielfaches

Ein internationales Forscherteam hat erstmals mit einem Röntgenlaser die atomgenaue Struktur eines intakten Viruspartikels entschlüsselt. Die verwendete...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Individualisierte Faserkomponenten für den Weltmarkt

22.06.2017 | Physik Astronomie

Evolutionsbiologie: Wie die Zellen zu ihren Kraftwerken kamen

22.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Spinflüssigkeiten – zurück zu den Anfängen

22.06.2017 | Physik Astronomie