Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wirkstoffforschung: F&E-Budgets werden langsam wieder größer

17.03.2004


Im weltweiten Markt für Wirkstoffforschung herrscht derzeit vorsichtiger Optimismus, wenn es um die geplanten Investitionen in Forschung und Entwicklung geht. Nach einem schwierigen Jahr 2002, das neben der allgemeinen Wirtschaftsflaute geprägt war durch Konsolidierung und Kürzungen bei den F&E-Ausgaben in Biotech und Pharma, war 2003 bereits eine leichte Erhöhung der F&E-Budgets zu verzeichnen. Der positive Trend wird sich laut einer neuen Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan weiter fortsetzen. Im Jahr 2002 noch auf 19,6 Milliarden US-Dollar beziffert, sollen sich die weltweiten Ausgaben für die Wirkstoffforschung im Jahr 2006 bereits auf 25,1 Milliarden US-Dollar belaufen.




In der Pharmaindustrie hatten sich in den letzten Jahren unter anderem die schlechten Verkaufszahlen hochpreisiger Medikamente negativ auf das F&E-Budget ausgewirkt. Allerdings wächst derzeit der Druck auf Pharmaunternehmen, die Wirkstoffforschung und damit die Entwicklung neuer Therapieformen voranzutreiben. Gleichzeitig besteht die dringende Notwendigkeit, das Marktwachstum zu beschleunigen. Diese Faktoren und die erhöhten Ausgaben für biologische Kriegsführung werden dem Markt laut Branchenanalyst Isaac Meek von Frost & Sullivans Drug Discovery Technologies Group neue Impulse verleihen.



Spürbarer Aufwind

Auch in der Biotech-Industrie zeichnet sich ein Trend ab, der zu einer Steigerung der F&E-Investitionen beitragen dürfte: „Viele der großen Wirkstoffforschungsunternehmen im Bereich Biotechnologie verwandeln sich langsam, aber sicher in produktzentrierte Pharmafirmen und nutzen dabei starke Produkt-Pipelines“, erläutert Meek. „Auch Agrobiotech-Unternehmen werden künftig mehr Geld in Forschung und Entwicklung stecken, weil die Nachfrage nach Biotech-Saatgut für die Landwirtschaft steigt.”

Rückläufige Tendenz bei Instrumenten

Insgesamt hat der verstärkte Einsatz von Data Mining und neuen Rechentechniken in der Wirkstoffforschung zu veränderten Verkaufszahlen bei Verbrauchsartikeln, Reagenzien und Instrumenten geführt. Während bei den Produkten zur Separation von Nukleinsäuren und Proteinen kontinuierliche Zuwächse zu verzeichnen sind, entwickelt sich der Einkauf teurer Geräte und der damit verbundenen, für die Sequenzierung notwendigen Verbrauchsartikel eher rückläufig.

Niedriges Budget des NIH zwingt zu Kostensenkungen

Herstellern von Forschungsausrüstung rät Frost & Sullivan dazu, ihre Strategien neu auszurichten und innovative Technologien für Genomik und Proteomik zu entwickeln sowie ausgereifte Instrumente mit höherem Durchsatz und größerer Empfindlichkeit anzubieten. „Mit solchen Neuerungen dürfte sich auch das schrumpfende Budget des US-amerikanischen National Institute of Health (NIH) ausgleichen lassen“, meint Meek. „Das NIH leistet traditionell einen erheblichen Beitrag zum Absatz von Forschungsprodukten. Nun zwingen die Budgetkürzungen der letzten Jahre akademische und staatliche Forschungsgruppen dazu, ihre F&E-Kosten niedrig zu halten und die Durchschnittskosten pro Experiment zu senken. Davon sind natürlich auch die Hersteller von Produkten für die Forschung betroffen.“

Gute Chancen durch Geräte einfacher Handhabung

Bei den Kunden im Sektor Wirkstoffforschung hat sich das Prioritätenspektrum erweitert: Während noch vor einiger Zeit Kosten und Verfügbarkeit die wichtigsten Kaufargumente waren, gewinnen inzwischen Aspekte wie einfache Handhabung, Neuartigkeit, Effizienz und Miniaturisierung und Standardisierung zunehmend an Bedeutung. Wer diese Bedürfnisse erfüllen kann, hat laut Meek gute Chancen auf Vergrößerung seines Marktanteils.

Als wichtigste Player im Markt nennt Frost & Sullivan die Unternehmen Amersham Biosciences, Thermo Electron Corp., Agilent Technologies, Sigma-Aldrich, Applied Biosystems, Merck KGaA, Fisher Scientific, Invitrogen Corp. und Millipore. Auf Anfrage übersendet Frost & Sullivan einen kostenfreien Überblick über Grundlagen, Herausforderungen und Strategien sowie Marktsegmentierung der Analyse zu den welweiten Investitionen in die Wirkstoffforschung in englischer Sprache per E-Mail. Anfragen können gerichtet werden an Katja Feick (katja.feick@frost.com)n

Titel der Analyse: Frost & Sullivan’s Strategic Analysis Of World Drug Discovery Spending (Report A442), Preis der Analyse: Euro 3.927,--

Katja Feick | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://www.presse.frost.com
http://biotech.frost.com

Weitere Berichte zu: Budget F&E-Budget NIH Wirkstoffforschung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie