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Giftcocktails in Früh-Erdbeeren aus Südeuropa

16.03.2004


Jede Zehnte der von Greenpeace untersuchten Früh-Erdbeeren aus den sieben größten deutschen Supermarktketten überschreitet die Grenzwerte für Pestizide. In zwei Drittel der Import-Erdbeeren wurden zudem gesundheitlich besonders bedenkliche Mehrfachbelastungen mit bis zu fünf verschiedenen Pestiziden gleichzeitig gefunden. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des EinkaufsNetzes, der Verbraucherorganisation von Greenpeace. Gegen den Metro-Konzern hat Greenpeace heute Anzeige erstattet wegen des bereits wiederholten Verstoßes gegen das Lebensmittelgesetz.

Mitarbeiter des Greenpeace-EinkaufsNetzes hatten Ende Februar in Supermärkten der Handelsketten Metro (dazu gehören Real und Kaufhof), Spar, Rewe, Aldi, Lidl, Tengelmann und Edeka/Karstadt insgesamt 22 Erdbeer-Proben aus Spanien und Marokko gekauft und von einem anerkannten Speziallabor untersuchen lassen. Nur fünf Erdbeer-Proben waren frei von Rückständen, darunter diejenige aus Bio-Anbau.

Besonders schlecht schnitten spanische Erdbeeren von Kaufhof und Spar ab. „Diese Erdbeeren sind gesundheitlich bedenklich und der Verkauf ist gesetzwidrig“, sagt Manfred Krautter, Chemie-Experte von Greenpeace. „Die Handelsketten müssen die Ware umgehend vom Markt nehmen. Der Lebensmittelhandel ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass Obst und Gemüse voller Pestizide verkauft werden. Statt Billigware mit Giftcocktails muss endlich Qualität in die Regale. Mittelfristig dürfen nur rückstandsfreie Lebensmittel verkauft werden.“

Im Vergleich zu den Früh-Erdbeeren, die Greenpeace und andere Organisationen in den Vorjahren getestet hatten, ist der Anteil an Grenzwertüberschreitungen leicht zurück gegangen, nicht jedoch der hohe Anteil mehrfacher Belastungen. Greenpeace hatte die deutschen Supermarktketten im letzten Jahr scharf für die häufigen Pestizidbelastungen in Erdbeeren, Trauben und Paprika kritisiert und bessere Kontrollen gefordert.

Früh-Erdbeeren gehören zu den Obstsorten, die am stärksten und häufigsten mit Pestiziden belastet sind. In der vor kurzem von Prof. Dr. Thomas Mosimann von der Universität Hannover veröffentlichten Studie „Sommerfrüchte im Winter“ werden die Auswirkungen des Erdbeeranbaus in Spanien mit dem in Deutschland verglichen. Bewertet wurden die Frische der Früchte, Beeinträchtigung der Landschaft, Müllproduktion, Energieverbrauch, Pestizideinsatz und Bewässerungsaufwand. Bei allen sechs untersuchten Parametern schneiden die im Mittelmeerraum produzierten Früchte schlechter ab als die hier produzierten Erdbeeren.

„Erdbeeren sollte man nur kaufen, wenn sie bei uns reif sind. Grundsätzlich sind Bio-Lebensmittel die beste Wahl für eine gesunde und sichere Ernährung“, empfiehlt Krautter. Das Greenpeace- EinkaufsNetz setzt sich für mehr Sicherheit und Qualität bei Lebensmitteln und Konsumprodukten ein. Die Testergebnisse sind hier veröffentlicht. Hier können sich Verbraucher auch aktiv für giftfreie Lebensmittel einsetzen.

Manfred Krautter | Greenpeace
Weitere Informationen:
http://www.greenpeace.de/einkaufsnetz
http://www.greenpeace.de

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