Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stadt-Umland-Kooperation auf dem Prüfstand

12.03.2004


Difu-Studie beleuchtet Stadt-Umland-Problematik anhand der Fallstudienstädte Stuttgart, Karlsruhe und Freiburg



Die Stadt-Umland-Probleme sowie Kooperationsansätze zu ihrer Reduzierung stehen im Zentrum einer soeben vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) vorgelegten Studie. Dem Thema wird gegenwärtig in ganz Deutschland wachsende Bedeutung beigemessen. Dafür gibt es viele Gründe: Die funktionalen Verflechtungen zwischen Kernstädten und Umlandgemeinden wachsen weiter. Den großräumigen Aufgaben und Problemlagen werden die kleinteiligen politisch administrativen Strukturen nicht länger gerecht. Der internationale Wettbewerb der Städte verschärft sich. Er wird immer stärker zu einem Wettbewerb unter den Regionen, doch gleichzeitig wächst der politische Streit um eine faire Kosten- und Lastenverteilung innerhalb der Region.



Ziel der vom Städtetag Baden-Württemberg in Auftrag gegebenen Studie war es, diese Stadt-Umland-Problematik am Beispiel der drei ausgewählten baden-württembergischen Stadtregionen Stuttgart, Karlsruhe und Freiburg genauer zu untersuchen. Im Vordergrund standen dabei Fragen nach den jeweils maßgeblichen Begründungen für Veränderungen der Zusammenarbeit sowie nach den Lösungsansätzen, die in den Stadtregionen diskutiert werden. Die Recherchen vor Ort verdeutlichten, dass die Kooperationsgründe und die heute diskutierten Lösungsvorschläge weitgehend bekannt sind. Die in den Fallstudienstädten zurzeit erwogenen Vorschläge fallen infolge der unterschiedlichen Ausgangsbedingungen und Voraussetzungen der einzelnen Stadtregionen zwar jeweils anders aus, zielen aber meist in eine gemeinsame Richtung: die Einrichtung "härterer Formen" der Zusammenarbeit, nämlich Mehrzweckverband oder Regionalkreis.

Wichtigstes Ergebnis der Difu-Studie:

Eine flächendeckende Lösung "aus einem Guss" für die Stadtregionen Baden-Württembergs erscheint gegenwärtig nicht opportun. Auch die Kommunen und ihre Spitzenverbände fordern eine Abkehr vom Prinzip "Einheitlichkeit der Verwaltung" und die Ermöglichung regionsspezifischer Kooperationslösungen, die den Strukturen, Entwicklungsstufen und politischen Konstellationen der einzelnen Landesteile entsprechen. Damit könnte beispielsweise der Raum Karlsruhe eine Kooperationsform auf privatrechtlicher Basis (wie die TechnologieRegion Karlsruhe) weiterführen, die Region Freiburg einen Mehrzweckverband realisieren und in der Region Stuttgart ein Regionalkreis eingerichtet werden, der langfristig eine Vorbildfunktion für andere Landesteile Baden-Württembergs erlangen könnte.

Etwa zeitgleich mit dem Abschluss der vorliegenden Studie hat die baden-württembergische Landesregierung im vergangenen Jahr ein Konzept zur Reform der Landesverwaltung vorgelegt. Dieses sieht eine Umstrukturierung und Verlagerung staatlicher Aufgaben vor und geht einher mit einer Verschlankung der Landesverwaltung und einer umfassenden Delegation von Funktionen auf Landkreise und kreisfreie Städte. Neue stadtregionale Kooperationsformen spielen in den Überlegungen der Landesregierung hingegen keine Rolle. Damit wird voraussichtlich eine Reform realisiert, die bereits zum Zeitpunkt ihrer Umsetzung Anlass für die Formulierung neuer Reformvorschläge ist. Die Beschlüsse der baden-württembergischen Landesregierung haben die vorliegende Studie nicht etwa entbehrlich gemacht, sondern zu einem wichtigen Bestandteil künftiger Reformdiskussionen werden lassen. Denn die Stadtregionen brauchen maßgeschneiderte Lösungen, die lokalpolitisch mitgetragen werden.

Die ausführlichen Ergebnisse der Studie sind veröffentlicht in:

Interkommunale Kooperation in baden-württembergischen Stadtregionen
Stuttgart, Karlsruhe und Freiburg
Von Werner Heinz, Paul von Kodolitsch, Nicole Langel und Michael Reidenbach
2004. Bd. 38, 228 S., 5 Abb., 13 Tab., 2 Übers., 13 Karten, Euro 25,-
ISBN 3-88118-357-4
Bestellung: verlag@difu.de oder Telefax: 030/39001-275

Sybille Wenke-Thiem | idw
Weitere Informationen:
http://www.difu.de/index.shtml?/publikationen/difu-berichte/4_03/artikel02.shtml
http://www.difu.de/publikationen/abfrage.php3?id=709
http://www.difu.de/index.shtml?/presse/040307.shtml

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie