Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Finanzämter im Vergleich: Rheinland-Pfalz erzielt höchste Zufriedenheitsquote

01.03.2004


Bertelsmann Stiftung befragt Steuerberater und Lohnsteuerhilfevereine in vier Bundesländern



Bei einer flächendeckenden Befragung zur Leistungsfähigkeit von Finanzämtern in Bayern, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen bewerten Steuerberater und Lohnsteuerhilfevereine den Fiskus überwiegend positiv. An der Befragung, die die Ber­telsmann Stiftung und die vier Bundesländer im Rahmen des Projekts "Leistungsvergleich zwischen Finanzämtern" durchgeführt haben, nahmen rund 5.300 Steuerberater und 2.500 Lohnsteuerhilfevereine teil.



Bei der Gesamtbewertung durch die Steuerberater sind die Unterschiede zwischen den Ländern nicht sehr gravierend. Auf den Spitzenreiter Rheinland-Pfalz mit der Durchschnittsnote 2,6 fol­gen in geringem Abstand die bayerischen Finanzämter mit einer Note von 2,8, die Thüringer Fi­nanzämter mit 2,9 und die Finanzämter Sachsens mit 3,0. Die Lohnsteuerhilfevereine bewerten die Finanzamtsleistungen insgesamt etwas positiver als die Steuerberater. Sie geben den Finanzämtern in Sachsen, Thüringen und Rheinland-Pfalz im Schnitt eine 2,4 und den bayerischen Finanzämtern eine 2,5.

"Dass die Lohnsteuerhilfevereine im Vergleich zu den Steuerberatern die Leistungen der Finanz­ämter positiver bewerten, könnte darin begründet sein, dass die Lohnsteuerhilfevereine steuerlich weniger komplexe Sachverhalte im Arbeitnehmerbereich betreuen", vermutet der in der Bertels­mann Stiftung zuständige Projektmanager Yves Michels. Außerdem werde die zuviel einbehal­tene Lohnsteuer in der Regel zeitnah erstattet.

Die wichtigsten Zufriedenheitskriterien sind nach Angaben der Steuerberater die telefonische Erreichbarkeit, die Bearbeitungsdauer sowie die Gewährung des "rechtlichen Gehörs" (die Möglichkeit, noch vor Erteilung des Steuerbescheids beim zuständigen Sachbearbeiter nachzufragen). Rechtliches Gehör finden die Steuerberater nach ihrer Einschätzung in allen vier Ländern praktisch gleichermaßen. Außer in Rheinland-Pfalz (2,9) erhielten alle anderen Finanzämter eine 3,1 im Durchschnitt. Die Lohnsteuerhilfevereine bewerteten die Finanzämter im Schnitt eine halbe Note besser.

Die telefonische Erreichbarkeit wird in Bayern von den Steuerberatern mit 3,3 schlechter einge­schätzt als in den anderen Ländern mit jeweils 2,6. Auch hier werten die Lohnsteuerhilfevereine die Situation besser, jedoch schneiden auch bei ihnen die bayerischen Finanzämter mit 2,8 weni­ger gut ab als in den anderen Ländern. Hier liegen die Sachsen und Thüringer mit 2,1 deutlich vorn. Rheinland-Pfalz erreicht hier einen Wert von 2,5.

Am wenigsten zufrieden mit der Bearbeitungsdauer sind die Steuerberater in Sachsen. Die dorti­gen Finanzämter erhalten nur eine 3,7, während die Finanzämter der anderen Länder im Schnitt mit Noten zwischen 3,0 und 3,2 bewertet werden. In punkto Bearbeitungsdauer sind sich die Lohnsteuerhilfevereine mit den Steuerberatern nahezu einig. Die Abweichungen in der Benotung sind sehr gering. Allerdings weichen Zufriedenheit und tatsächliche Bearbeitungsdauer auch oft voneinander ab.

Schließlich wurden die Steuerberater speziell nach der Arbeit der Betriebsprüfung befragt. Krite­rien waren neben der Freundlichkeit und Kompetenz der Prüferinnen und Prüfer vor allem die Prüfungsdauer und die Übersichtlichkeit der Prüfungsberichte. Dabei hat Rheinland-Pfalz mit einer Note von 2,4 etwas besser abgeschnitten als Bayern und Thüringen (jeweils 2,7) und Sach­sen (2,8).

"Die Befragung soll die Zusammenarbeit der Finanzämter mit den steuerberatenden Berufen verbessern. Die unterschiedlichen Ergebnisse der einzelnen Finanzämter zeigen, in welchen spe­ziellen Bereichen die Kunden Verbesserungsbedarf sehen. Aufgabe jedes einzelnen Finanzamtes ist es nun, die eigenen mit den Ergebnissen der anderen Ämter zu vergleichen, um für die dabei konkret aufgezeigten Schwachstellen nach Verbesserungsmöglichkeiten suchen zu können", er­klärt Yves Michels.

Die Befragung der Steuerberater und Lohnsteuerhilfevereine bildet den Abschluss der Datener­hebung der Finanzverwaltungen bei den Finanzamtskunden. In den vergangenen Jahren wurden Besucher von Finanzämtern und Steuerpflichtige, die nicht steuerlich beraten werden, befragt. In dem Projekt "Leistungsvergleich zwischen den Finanzämtern" werden neben der Kundenzufrie­denheit auch die Wirtschaftlichkeit, die Qualität der Arbeit und die Mitarbeiterzufriedenheit in den Finanzämtern der vier Länder untersucht und verglichen.

Über die Bertelsmann Stiftung:

Die Bertelsmann Stiftung versteht sich als Förderin des Wandels für eine zukunftsfähige Gesellschaft. Sie will Reformen in den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Soziales, Gesundheit sowie Internationale Verständigung voranbringen. Die 1977 von Reinhard Mohn gegründete, gemeinnützige Einrichtung hält die Mehrheit der Kapitalanteile der Bertelsmann AG. In ihrer Projektarbeit ist die Stiftung unabhängig vom Unternehmen und parteipolitisch neutral.

Rückfragen an: Yves Michels, Telefon: 05241 / 81-81278

Julia Schormann | idw
Weitere Informationen:
http://www.leistungsvergleich.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Clevere Folien voller Quantenpunkte

27.03.2017 | Materialwissenschaften

In einem Quantenrennen ist jeder Gewinner und Verlierer zugleich

27.03.2017 | Physik Astronomie

Klimakiller Kuh: Methan-Ausstoß von Vieh könnte bis 2050 um über 70 Prozent steigen

27.03.2017 | Biowissenschaften Chemie