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Schizophrenie auf Blei zurückzuführen

16.02.2004


US-Forscher findet Zusammenhang zwischen Umweltgift und Geisteskrankheit



Forscher der Columbia Universität in New York haben Hinweise dafür gefunden, dass Bleibelastungen zu Schizophrenie führen können, berichten die Wissenschaftler beim Treffen der American Association for the Advancement of Scienes AAAS, das derzeit in Seattle stattfindet. Die Daten beziehen sich auf Untersuchungen von schwangeren Frauen in den 60-er Jahren, berichtet BBC-Online.



Ezra Susser von der University of Columbia hat zwischen 1959 und 1966 Aufzeichnungen von mehr als 20.000 Schwangeren in Kalifornien untersucht. Damals waren in den USA ebenso wie in den meisten anderen Staaten der Welt bleihaltige Treibstoffe üblich. Demnach entwickelten Menschen, deren Mütter höheren Bleibelastungen ausgesetzt waren, doppelt so oft die Geisteskrankheit wie andere Erwachsene. "Es ist das erste Mal, dass irgendein Umweltgift und die Belastung damit mit Schizophrenie in Verbindung gebracht wird", so Susser, der davon ausgeht, dass in Zukunft auch anderen Umweltgifte auf eventuelle Auslöser von Geisteskrankheiten untersucht werden. Der Experte nimmt an, dass das Blei das Wachstum der Nervenzellen in einer bestimmten Entwicklungsphase, der so genannten Synaptogenese, im Gehirn der Ungeborenen stört.

Susser meint, dass Blei ähnlich auf das Ungeborene wirkt wie etwa der erhöhte Alkoholgenuss von Schwangeren. "Auch dabei wird das Gehirn des Ungeborenen durch Alkohol geschädigt", so der Experte. Die Entstehung von Schizophrenie, einer der gefährlichsten Geisteskrankheiten, die häufig mit Selbstmord endet, ist bisher ein wissenschaftliches Rätsel gewesen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.columbia.edu
http://www.aaas.org

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