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Künstliches Gewebe bringt Herstellern nur geringe Umsätze

05.02.2004


Entwicklung der Branche hinter hohen Erwartungen zurückgeblieben



Das Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung (ISI) hat erstmals eine Studie für die EU-Kommission zum Markt für künstliche Gewebe in der Medizin vorgelegt. Demnach ist die Entwicklung der Branche bisher hinter den hohen Erwartungen zurückgeblieben. Die tatsächlich erwirtschaften Zahlen lagen sogar weit hinter den Umsatzhoffnungen. EU-weit erzielten die rund 115 Unternehmen einen Umsatz von knapp 60 Mio. Euro.

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Die Hoffnungen auf den Boom der Branche basieren auf den grandiosen wissenschaftlichen Leistungen der Wissenschaft in den vergangenen Jahren. So wurden kaputte Kniegelenke konzipiert, die sich selbst regenerieren. Für Hautverbrennungen wurde künstliches Gewebe entwickelt, das im Reagenzglas nachwächst. Doch für die Biotechnologie-, Pharma- und Medizintechnikbranche haben sich die Umsatzhoffnungen des "Tissue Engineering" bislang nicht erfüllt. Im Vergleich zu den "mageren" 60 Mio. Euro schätzte etwa die L-Bank Baden-Württemberg allein das Marktpotenzial für künstliche Knorpel auf jährlich 6,5 Mrd. Euro.

Zurzeit der Studie waren in der EU 113 Unternehmen mit der Herstellung von künstlichem Gewebeersatz beschäftigt. Die meisten dieser Firmen sind kleine, forschungsorientierte Unternehmen. Gründe für die nüchternen Befunde sieht Projektleiterin Bärbel Hüsing darin, dass künstliche Gewebe erst noch beweisen müssten, ob sie als Ersatz für etablierte Behandlungsmethoden langfristig wirksamer oder Kosten sparender seien. Häufig scheitert es auch noch bei der Kostenübernahme durch die Krankenkassen. Die Expertin plädiert dafür, weiter daran zu arbeiten, die Potenziale des "Tissue Engineering" zu verwirklichen. Die EU-Kommission will jedenfalls die rechtliche Unsicherheit ausräumen, indem eine spezielle Verordnung für das Inverkehrbringen von Produkten des Tissue-Engineering erarbeitet wird. Das Fraunhofer-ISI erstellt dafür derzeit eine Gesetzesfolgenabschätzung.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.isi.fraunhofer.de

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