Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Untersuchungen zu Passagier-Evakuierungsverfahren für Super-Jumbos

03.02.2004


Angesichts des bevorstehenden Marktdebüts des Großraumflugzeugs Airbus A380 beschäftigen sich verschiedene Organisationen schon seit einiger Zeit mit optimierten Verfahren zur Evakuierung von Passagieren und Besatzungen in Notfällen. Dabei wurden in Testszenarien und Evakuierungs-Softwaremodellen unterschiedliche Variablen untersucht und so bemessen, dass die Kommunikation der Besatzungsmitglieder während einer Notevakuierung nicht gefährdet wird.


Die Super-Jumbos der neuesten Generation, auch bekannt als Very Large Transport Aircraft (VLTA), werden über zwei Passagierdecks verfügen, die über eine Haupttreppe miteinander verbunden sind. Diese Treppe, die beiden separaten Decks und die große Zahl der Passagiere können das Flugbegleitpersonal im Evakuierungsfall vor erhebliche Schwierigkeiten stellen, insbesondere dann, wenn die Kommunikation der Crewmitglieder untereinander beeinträchtigt ist. In Versuchsreihen stellten die Forscher fest, dass die Entschlossenheit des Flugbegleitpersonals und die schnelle Erfassung der Situation durch Crew und Passagiere entscheidende Faktoren für eine zielgerichtete Führung der Passagiere sind.

Für die Zertifizierung der gängigen Flugzeugtypen von heute gelten Anforderungen, bei denen während einer Evakuierung rund 6 Prozent der Passagiere Verletzungen erleiden und Kosten von bis zu 2 Millionen US-Dollar entstehen können. Hierbei handelt es sich allerdings um Flugzeuge mit nur einem Deck, in denen die Kommunikation des Flugbegleitpersonals nicht erschwert ist wie bei solchen mit zwei Decks und einer Verbindungstreppe. Die neue, in zwei Ebenen unterteilte Kabine verhindert nicht nur die visuelle Kommunikation, sondern ist für das Flugbegleitpersonal auch eine ungewohnte Umgebung, was im Fall einer echten Notevakuierung zum Problem werden kann.


Da sich Flammen und giftiger Rauch in nur 90 Sekunden über die ganze Kabine ausbreiten und bis nach außen vordringen können, sind geeignete Evakuierungsverfahren von entscheidender Bedeutung für die Kommunikation des Flugbegleitpersonals. Die zweistöckige Auslegung der Kabinen von VLTAs nimmt dem Flugbegleitpersonal die Möglichkeit zu visuellen Kommunikation. Deshalb wurde vorgeschlagen, die Crew mit Headsets auszustatten und die Treppe mit einem Handlauf zu versehen, der den Passagieren in einer Notsituation die Orientierung erleichtert. Auf diese Weise lassen sich Auf- und/oder Abwärtsbewegungen von Passagieren auf der Treppe erfassen, und es kann festgestellt werden, ob die Passagiere die Treppe hinauf oder hinunter gehen müssen oder ob alle Notausgänge auf beiden Decks benutzt werden.

Soziale und emotionale Aspekte haben großen Einfluss auf die mentale Verfassung der Passagiere. Wie sich bei den Tests zeigte, wirkt der Handlauf nicht nur dem Entstehen von Gedränge entgegen, sondern führt auch zu einer Entschärfung von Konflikten zwischen den Passagieren. Der Handlauf kann den Passagieren auch helfen die Situation besser zu erfassen, was besonders zur Vermeidung des Worst-case-Szenarios bei Passagierkonflikten von Nutzen ist: Panik. Geraten nämlich Passagiere während einer Evakuierung in Panik, folgen darauf leicht soziales Durcheinander, Gewalt und mentale Verwirrung, was selbst die beste Kommunikation des Flugbegleitpersonals bei der Evakuierung blockieren kann.

Die inzwischen abgeschlossenen Forschungsarbeiten, Tests und Experimente haben den gemeinsamen Organisationen klar gemacht, dass zur Optimierung von Passagierevakuierungen weitere Forschung notwendig ist. In die gemeinsamen Anforderungen und Vorschläge im Zusammenhang mit diesem Projekt wurden möglichst viele Variablen einbezogen, weshalb es nicht möglich war, jede davon eingehend zu untersuchen. Die aus dem Projekt gezogenen Schlüsse haben zu einer Sichtung von Techniken geführt, die für die Ausbildung von VLTA-Flugbegleitern und von der Führung der Vielzahl von Passagieren in Notsituationen wie etwa einem Brandfall in Betracht kommen.

Kontakt:

Graham Greene
Civil aviation authority
Aviation hourse Gatwick airport
RH60YR, Crawley, Großbritannien
Tel: +44-1293-573462, Fax: -981
Email: graham.greene@srg.caa.co.uk

Graham Greene | ctm
Weitere Informationen:
http://www.caa.co.uk

Weitere Berichte zu: Evakuierung Flugbegleitpersonal Super-Jumbo

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie