Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Britische Studie stellt dramatischen Rückgang bei Spermienkonzentration fest

07.01.2004


Eine neue britische Studie zur Zählung männlicher Spermien, eine der größten ihrer Art, hat einen Rückgang der durchschnittlichen Konzentration von 87 Millionen Spermien pro Milliliter im Jahr 1989 auf 62 Millionen im Jahr 2002 ergeben. Hierbei handelt es sich um einen Rückgang von fast einem Drittel.



Die Studie wurde in der Aberdeen Fertility Clinic in Schottland durchgeführt und basiert auf 16.000 Spermienproben von 7.500 Männern. Die Ärzte der Klinik bezeichneten den dramatischen Rückgang zwar als Grund zur Besorgnis, betonten jedoch, dass Spermienkonzentrationen über 20 Millionen pro Milliliter als gesund angesehen werden.



Siladitya Bhattacharya von der Universität von Aberdeen, der die Forschungsmaßnahme leitete, betonte außerdem, dass die Ergebnisse möglicherweise keinen allgemeinen Trend wiedergeben, da die Studie an Männern, die eine Fruchtbarkeitsbehandlung wünschten, durchgeführt worden sei.

"Dies ist eine unausweichliche Tatsache. Wir waren nicht in der Lage, eine echte Zufallsstichprobe zu erhalten. Dennoch muss der Rückgang bei der Spermienkonzentration einen Grund zur Besorgnis darstellen und erklärt werden", so Dr. Bhattacharya.

Der scheinbar plötzliche Rückgang der Spermienkonzentration könnte auch einfach ein erhöhtes Bewusstsein für Fruchtbarkeitsbehandlungen unter Männern reflektieren, führte er weiter aus. "Die Anzahl der Männer, die eine Behandlung männlicher Unfruchtbarkeit wünschen, hat sich erhöht. Wir können jedoch nicht sagen, ob dies auf eine bedeutende Erhöhung dieses Leidens oder das stärkere Bewusstsein der Männer für neue Techniken zurückzuführen ist."

Falls die Studie einen dramatischen Rückgang der Spermienkonzentrationen im Allgemeinen reflektiert, besteht jedoch kein Mangel an Theorien für mögliche Gründe. Rauchen, exzessives Trinken, Fettleibigkeit, Pestizide und sogar eng anliegende Hosen werden dafür verantwortlich gemacht.

Das Team aus Aberdeen plant derzeit Forschungsmaßnahmen zu anderen Aspekten der Proben, einschließlich Spermienmobilität, um möglicherweise einen weiteren Rückgang der Qualität zu entdecken, der auf einen allgemeinen Rückgang der männlichen Fruchtbarkeit hindeuten kann.

Dr. Alan Pacey, Androloge bei der British Fertility Society, wo die Forschung vorgestellt wurde, hatte jedoch gute Neuigkeiten für Männer außerhalb des VK. "Die britischen Männer schneiden in der Tat im europaweiten Vergleich ziemlich schlecht ab. Die europäische Region, in der die höchste Spermienkonzentration festzustellen ist, ist Finnland", sagte er.

Auf der gleichen Sitzung der British Fertility Society wurde im Rahmen einer anderen Studie festgestellt, dass die Mehrheit der Paare, die eine In-vitro-Fertilisation vornehmen lassen, bereit wäre, nicht verwendete Embryos für die Stammzellenforschung zur Verfügung zu stellen.

Eine Erhebung zu Paaren, die sich im Newcastle Fertility Centre behandeln ließen, ergab, dass 57 Prozent bereit wären, überzählige Embryos für die medizinische Wissenschaft zu spenden. Die Vorsitzende der British Fertility Society, Professor Alison Murdoch, äußerte sich dazu folgendermaßen: "Wenn Menschen dieses Thema verstehen, nehmen sie gewöhnlich eine positive Haltung ein. Die Wissenschaftler sollten sich nicht davor scheuen, die Öffentlichkeit in dieses Thema einzubeziehen."

| cn
Weitere Informationen:
http://www.britishfertilitysociety.org.uk/
http://dbs.cordis.lu/cgi-bin/srchidadb?CALLER=NHP_DE_NEWS&ACTION=D&SESSION=&RCN=EN_RCN_ID:21398&TBL=DE_NEWS

Weitere Berichte zu: Society Spermienkonzentration

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie