Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wegweiser durch den Informationsdschungel

18.12.2003


Öko-Institut e.V. liefert Überblick über nachhaltige Altersvorsorgeprodukte / Neue Studie stellt 14 alternative "Riester-Renten" vor



Die Rente privat sichern und dabei auf ökologische, soziale und ethische Kriterien achten? Das geht, nur wie kommt der Interessent an die Informationen über die alternative "Riester-Rente"? Musste sich der potentielle Anleger bisher mühsam selbst auf die Suche machen, so liefert ihm das Öko-Institut e.V. Freiburg nun einen Überblick. In der neuen Studie "Private Altersvorsorge - auf dem Weg zur Nachhaltigkeit?" stellen die WissenschaftlerInnen 14 nachhaltige Altersvorsorgeprodukte mit staatlicher Förderung sowie weitere Möglichkeiten zur nachhaltigen Gestaltung der privaten und betrieblichen Altersvorsorge vor. Fazit der umfangreichen Untersuchung: Ein einheitliches Label für die Rentenprodukte könnte für den Verbraucher eine Hilfe sein. Denn es würde für mehr Transparenz sorgen und eine festgelegte Mindestqualität sichern. Und damit dem Anleger die Qual der Wahl erleichtern.



"Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen." Sollte das den Bundesbürgern nicht gerade im Alter etwas wert sein? Wer diese Frage mit einem deutlichen Ja beantwortet und seine Rente mit einer nachhaltigen Geldanlage sichern möchte, der stößt im Alltag auf einige Probleme. Denn wie soll der Interessent aus der großen Menge der möglichen privaten Rentenprodukte das ökologisch, sozial und ethisch Korrekte herausfinden?

So gibt es zwar einige wenige Angebote für eine nachhaltige "Riester-Rente", nur findet sie der potentielle Anleger kaum. Grund: Die Anbieter vermarkten die Nachhaltigkeitsaspekte häufig sehr zurückhaltend. Und hat der Anleger ein nachhaltiges Rentenprodukt entdeckt, ärgert er sich über ein weiteres Hindernis: Er kann die Qualität der Anlageform als Laie nur schlecht beurteilen. "Es gibt zu wenige Informationen über die Nachhaltigkeit der Produkte, diese sind zu kompliziert aufbereitet und damit nicht zu durchschauen", sagt Kathrin Graulich, Projektleiterin am Öko-Institut e.V. in Freiburg. "Das schreckt im Zweifelsfall ab, in ein solches Produkt zu investieren", stellt die Wissenschaftlerin fest.

Diesem Manko will das Öko-Institut e.V. in Freiburg nun entgegentreten. Mit der neuen Studie "Private Altersvorsorge - auf dem Weg zur Nachhaltigkeit?" wollen die WissenschaftlerInnen einen systematischen Wegweiser durch den "Informationsdschungel" liefern. So erläutern sie die unterschiedlichen Anlagekonzepte und stellen die auf dem Markt angebotenen nachhaltigen Altersvorsorgeprodukte (Stand März 2003) vor. Dabei beschreiben sie deren Anlagestrategie, die Bewertungsmethoden und die so genannten Ausschlusskriterien. Bei letzteren handelt es sich um Aussagen, in welche Unternehmen das Geld auf keinen Fall fließt (beispielsweise Atom- oder Rüstungsindustrie). Zudem listen sie diejenigen Banken und Versicherungen mit Kontaktadressen auf, die nachhaltige Altersvorsorgeprodukte im Angebot haben.

Im Rahmen der Studie wurden auch die Möglichkeiten analysiert, ein Label für nachhaltige Finanzprodukte einzuführen. Dazu wurden erstmals bestehende Ansätze für Rankings oder Bewertungen von nachhaltigen Finanzprodukten systematisch erfasst und kategorisiert. Mit dem Ergebnis, dass deren Qualität von ganz unterschiedlichen Merkmalen bestimmt wird. So bewerten die einen mehr im Bereich des Research (Researchqualität, Transparenz, Kriterienauswahl), die anderen legen den Schwerpunkt auf den Bereich der Produkte (Anteil der Nachhaltigkeit, Wirkung der Produkte, finanzielle Performance), wiederum andere schauen sich die Seite der Anbieter (Informations- und Servicequalität) an. Bislang berücksichtigt noch kein Ranking und keine Bewertung alle Kriterien.

Die Studie verdeutlicht, dass auch mit Hilfe von transparenten und ausführlichen Informationen die abschließende Bewertung über die Qualität der Finanzprodukte komplex und umfangreich bleibt. Nach Ansicht des Öko-Instituts könnte ein einheitliches Label deshalb für Abhilfe sorgen.

Die Studie "Private Altersvorsorge - auf dem Weg zur Nachhaltigkeit?" ist finanziert worden durch Spenden von Öko-Instituts-Mitgliedern.


Ansprechpartnerin:
Kathrin Graulich, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsbereich "Produkte & Stoffströme" des Öko-Instituts Freiburg, Telefon 0761/452 95-51, k.graulich@oeko.de

Die Studie "Private Altersvorsorge - auf dem Weg zur Nachhaltigkeit?" ist kostenlos abzurufen über die Homepage des Öko-Instituts (siehe dort unter "Forschungsergebnisse").

Das Öko-Institut e.V. ist das führende Umweltforschungsinstitut im Bereich der angewandten Ökologie. Es erstellt wissenschaftliche Gutachten und berät PolitikerInnen, Umweltverbände, Institutionen und Unternehmen. Das Institut ist an den Standorten Freiburg, Darmstadt und Berlin vertreten.

Christiane Rathmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.oeko.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Entrepreneurship-Studie: Großes Potential für Unternehmensgründungen in Deutschland
15.09.2017 | Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik