Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Telekommunikationsunternehmen weit entfernt vom Dienstleistungsgedanken

16.12.2003


Weltweite Umfrage von Deloitte vergibt schlechte Noten für die Wettbewerbsfähigkeit der Branche


Die Serviceorientierung von Telekommunikationsunternehmen lässt im Vergleich zu dem anderer Unternehmen aus Industrie und Handel stark zu wünschen übrig. Die Anbieter von Telekommunikationsdienstleistungen sind weltweit noch nicht in der Lage Maßnahmen umzusetzen, die ihnen ein Überleben im heiß umkämpften Telekom-Markt garantieren. Selbst die Marktführer müssen zahlreiche organisatorische Verbesserungen durchführen, um für sich ständig ändernde Anforderungen von Kunden, neue aufsichtsrechtliche Rahmenbedingungen und sich schnell erneuernde Technologien gewappnet zu sein. Die von der internationalen Prüfungs- und Beratungsgesellschaft aktuell veröffentlichte Studie "Waking Up to Competition" zeigt in diesem Zusammenhang ein bedenkliches Ergebnis auf.

Verbesserungspotential bei unternehmensinternen Abläufen


Mehr als 50 Prozent der befragten Telekommunikationsfirmen glauben, dass Verbesserungsmaßnahmen vor allem in sieben kritischen Bereichen der internen Abläufe notwendig sind

  • Revenue Assurance - Umsatzsicherung
  • IT-Management
  • Produktentwicklung
  • Informationsbeschaffung über wirtschaftliche Rahmenbedingungen
  • Kundenbetreuung
  • Dienstleistungsentwicklung
  • Optimierung des Billing-Prozesses

Drei Viertel aller Befragten gaben an, dass die existierenden internen Abläufe eine schnelle Reaktion auf Marktänderungen sogar behindern.

"Die Umfrageergebnisse zeigen, dass das Management der Unternehmen noch immer nicht in der Lage ist, mit außergewöhnlichen Marktänderungen und sich wandelnden Anforderungen in der Telekommunikationsbranche umzugehen", sagt Dieter Schlereth, Partner in der globalen Industrie-Gruppe Technology, Media and Telecommunications und geschäftsführender Partner von Deloitte. "Seit den 90er Jahren sehen sich die Anbieter von Telekommunikationsdiensten gezwungen, sich weg von einem statischen Monopolmodell hin zu einem wesentlich flexibleren Wettbewerbsmodell zu entwickeln. Insgesamt sind die Aussichten für diejenigen gut, die sich dieser Herausforderung stellen. Allerdings wird immer deutlicher, dass sich der heutige Telekom-Markt mittelfristig in zwei Lager teilen wird - in Gewinner und in Verlierer."

Mangelhafte Serviceorientierung bei den Telekommunikationsanbietern

Für die überwiegende Mehrheit der befragten Unternehmensvertreter stellt die Kundenbetreuung die größte Herausforderung dar. Aus der häufigen Vernachlässigung von Kundenwünschen und Anforderungen kann eine risikoreiche Veränderung der Kundenstruktur resultieren. Werden Kundenanforderungen nicht richtig verstanden und entsprechend darauf reagiert, führt dies wiederum zu unzureichenden Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen.

Siebzig Prozent aller Befragten stellen noch vor die Kundenbetreuung die Kundenbindung und die Kundengewinnung in den Blickpunkt ihrer Bemühungen. Trotz dieses Bewusstseins beeinflussen laut Umfrageergebnissen unflexible und veraltete Unternehmensstrukturen und ineffiziente Technologien das aktive Kundenmanagement negativ.

Zukünftige Haupt-Einnahmequelle - Sprach- oder Datendienste Die Branchenvertreter glauben laut Umfrage an einen schnellen Übergang von Sprach- zu Datendiensten. Obwohl 53 Prozent aller Befragten die Sprachdienste heute als ihre "wichtigste" Einnahmequelle einschätzen, erwarten nur 38 Prozent, dass Sprache im Jahr 2007 noch den Hauptanteil am Umsatz haben wird. "Die Entwicklung hin zu Datendiensten deutet auf einen historischen Umschwung in der Telekommunikations-branche hin. Allerdings sind die drei Jahre wahrscheinlich zu kurz gegriffen, wenn man bedenkt, dass für Datendienste derzeit keine wirklich funktionsfähigen Umsatzmodelle bestehen. Die Einschätzung der Befragten ist wohl eher durch (UMTS-)Hoffnung getrieben, als eine verlässliche Prognose der Branche über die zukünftigen Trends", schätzt Frank M. Hülsberg, Partner in der globalen Industrie-Gruppe Technology, Media and Telecommunications von Deloitte.

Fünf Kernempfehlungen für Telekommunikationsunternehmen

  • Die Manager sollten ein in allen Ebenen auf den Kunden ausgerichtetes Unternehmen schaffen.
  • Geschäftsspezifische Basisinformationen sind für alle Entscheidungsprozesse bei Produktentwicklung, Kundenbetreuung und Marketing zu berücksichtigen.
  • Eine Kostenreduzierung einerseits und sinnvolle Investitionen in Produktentwicklung, geschultes Personal und Kundenbetreuung andererseits müssen in Einklang gebracht werden.
  • Um flexibel auf Marktänderungen reagieren zu können, müssen die Unternehmensentscheider durchdachte und gezielte Investitionen tätigen.
  • Die proaktive Beachtung aufsichtsrechtlicher Regelungen im Rahmen unternehmenspolitischer Entscheidungen ist unabdingbar.

Wettbewerbsfähigkeit als Perspektive

"Langfristig gesehen wird es einen immer größeren Bedarf an Telekommunikationsienstleistungen geben. Viele Anbieter werden jedoch intensivem Wettbewerbsdruck ausgesetzt sein, bevor sie von der positiven Branchenentwicklung profitieren", prognostiziert Frank M. Hülsberg. "Die Telekommunikationsanbieter müssen sich als ernst zu nehmende "Player" im Telekom-Markt neu definieren. Nur so können sie das gesamte Potential der Branche ausschöpfen und die eigene Zukunft sichern."

Die Umfrage

108 Unternehmensleiter großer internationaler Telekommunikationsfirmen standen im zweiten Quartal 2003 für 60- minütige Interviews zur Verfügung. Schwerpunktregionen für die Umfrage von Deloitte waren Nordamerika (47 Interviews), Europa - Mittlerer Osten - Afrika (31 Interviews), Asien/Pazifischer Raum (20 Interviews) und Lateinamerika (10 Interviews). Es handelt sich um Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als US$ 500 Mio. Alle Befragten sind Entscheidungsträger der jeweiligen Firmen, 60 Prozent im Rang eines CxO.

Deloitte Technology, Media & Telecommunications (TMT) Group Die TMT-Group besteht aus Deloitte-Prüfern und -Beratern mit umfassender Erfahrung in der Betreuung von Technologie-, Medien- und Telekommunikationsunternehmen, die in Deutschland sowie an wichtigen Deloitte-Standorten weltweit auf die Betreuung von Mandanten in den Bereichen Kabel- und Kommunikationstechnologie, Computer und Peripheriegeräte, Unterhaltung, Medien und Verlagswesen, Netzwerktechnologie, Halbleiter, Software, Mobilfunk und ähnlichen Bereichen spezialisiert sind. Die Spezialisten der TMT-Group kennen die Herausforderungen, denen sich ihre Kunden in allen Phasen ihres Wachstumszyklus gegenübersehen und engagieren sich für deren Erfolg. Mit diesem branchenfokussierten Beratungsansatz hat sich Deloitte zum führenden Anbieter für die Technologie-, Medien- und Telekommunikationsbranche entwickelt.

Deloitte & Touche Deutschland

Wir sind eine der führenden Prüfungs- und Beratungsgesellschaften in Deutschland. Seit mehr als 90 Jahren profitieren unsere Mandanten von einem umfassenden und hochqualitativen Dienstleistungsspektrum. Mit 18 Niederlassungen gewährleisten wir die für effiziente Prüfungs- und Beratungsleistungen erforderliche Nähe zum Mandanten. Entsprechend unserer Marktstellung betreuen wir Unternehmen und Institutionen jeder Rechtsform und Größe aus nahezu allen Wirtschaftszweigen. International ist Deloitte Touche Tohmatsu mit 120.000 Mitarbeitern in nahezu 150 Ländern tätig.

Helen den Held | Deloitte & Touche
Weitere Informationen:
http://www.deloitte.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Ab ins Ungewisse: Über das Risikoverhalten von Jugendlichen
19.01.2017 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Personal-Trainer zum Anziehen: Intelligente Trainingskleidung gewinnt Fashion Fusion Award

23.01.2017 | Förderungen Preise

Innovationen besser messen

23.01.2017 | Förderungen Preise

Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie