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Deutsche Unternehmen sehen großen Spielraum zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit

11.12.2003


Aktuelle Celerant-Studie: Top-Manager räumen Schwierigkeiten in der Umsetzung von notwendigen Veränderungsmaßnahmen ein

Welche Faktoren bremsen den Wirtschaftsstandort Deutschland wirklich: Ist es die stagnierende Weltkonjunktur, die ungenügende Binnennachfrage, sind es die gesetzlichen Rahmenbedingungen oder gar Betriebsräte und Gewerkschaften, wie öffentlich diskutiert? Eine aktuelle Studie der internationalen Unternehmensberatung Celerant Consulting unter 100 Top-Managern aus der Industrie kommt zu einem überraschenden Ergebnis. Fast die Hälfte der Unternehmenslenker sieht erhebliches Verbesserungspotenzial in der eigenen Arbeit.

Die in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut EMNID befragten Vorstände und Geschäftsführer bewerten die mangelhafte Führung bei Veränderungsprozessen (47 Prozent) und die inkonsequente Umsetzung von Entscheidungen (46 Prozent) als Haupthindernis für die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit ihres Unternehmens. Erst an dritter Stelle wird die fehlende Mitwirkung von Gewerkschaften genannt. Besonders bemängelt wird von Unternehmenseite die mangelnde Reformfähigkeit sowie die typische "deutsche Verharrungsmentalität" mit 83 Prozent.

Tatsächlich schneiden deutsche Unternehmen bei der Umsetzung von Veränderungsmaßnahmen im internationalen Vergleich schlecht ab. Eine weitere Celerant-Erhebung aus dem Sommer 2003 unter 700 Unternehmen in Europa und den USA ergab, dass in Deutschland Schwierigkeiten bei der praktischen Umsetzung von Veränderungsprogrammen am häufigsten auftreten. Zum Vergleich: Von den befragten deutschen Top-Managern gaben dies 67 Prozent an, von den befragten Kollegen aus den USA lediglich 43 Prozent.

"Deutsche Unternehmen sind nicht verbannt zur Passivität und zum Warten auf eine Verbesserung der Rahmenbedingungen. Durch konsequentes unternehmerisches Handeln und nachhaltige Kontrolle ihrer Veränderungsprozesse könnten viele Unternehmen zielorientierter und erfolgreicher agieren als bisher", kommentiert Markus Diederich, Geschäftsführer von Celerant Consulting, die zukünftigen Aufgaben.

Arbeitszeitkonzepte und Management-Methoden gehören überprüft

Ganz oben auf der Agenda stehen für die überwiegende Mehrheit der deutschen Unternehmen immer noch Kostensenkungsprogramme (65 Prozent). Wachstumsinitiativen haben dagegen momentan eine geringere Bedeutung (44 Prozent). Für zwei Drittel der befragten Manager bietet auch im Jahr 2004 die Optimierung der Kostenstrukturen das größte Potenzial zur Verbesserung der eigenen Wettbewerbsposition. Erst danach folgen Innovationen und die Erschließung neuer Absatzmärkte im Ausland.

Demgegenüber sind jedoch laut Studie die wichtigsten derzeit eingesetzten Management-Methoden Benchmarking (50 Prozent) und CRM (39 Prozent). "Es ist schon erstaunlich, dass in den Unternehmen die angewandten Methoden nicht immer auf die genannte Zielstellung abgestimmt sind. Benchmarking und CRM führen zunächst nicht zu einer erfolgreichen Kostensenkung", sagt Markus Diederich.

Positiv:

Ganz oben auf der Wunschliste der deutschen Unternehmer steht nicht der Personalabbau, sondern die Flexibilisierung der Arbeitszeiten. Die Umfrage zeigt, dass nur wenige Führungskräfte der deutschen Wirtschaft den Personalabbau als relevanten Faktor zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit betrachten. Bemerkenswert ist auch die Aussage, dass dem Wegfall des Kündigungsschutzes keinerlei Bedeutung für die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit beigemessen wird. Viel stärker wird auf flexible und intelligente Arbeitszeitkonzepte gesetzt. Für Markus Diederich liegt hier ebenfalls eine wesentliche Zukunftsaufgabe: "In der Vergangenheit ist es hierzulande versäumt worden, Mitarbeiter und Gewerkschaften stärker für innovative und effiziente Arbeitszeitmodelle zu mobilisieren."

Insgesamt sieht der Celerant-Geschäftsführer die Lage der deutschen Unternehmen, trotz deren kritischer Einschätzung zur Wettbewerbsfähigkeit, durchaus optimistisch: "Eine erfolgreiche Veränderung bedingt zunächst eine klare Erkenntnis des Problems. Die deutschen Unternehmen gehen durchaus selbstkritisch mit ihrer aktuellen Wachstumsschwäche um. Die Schuld wird in erster Linie nicht auf unternehmensexterne Faktoren geschoben, sondern man ist lernfähig und sieht sich in der Lage, die Umsetzungsschwäche anzupacken und abzustellen."

Über Celerant Consulting

Celerant Consulting ermöglicht führenden Unternehmen, messbare und signifikante Wertsteigerungen zu erzielen. Das Beratungsunternehmen bietet seinen Kunden die Entwicklung und Umsetzung operationaler Unternehmensstrategien in folgenden Schlüsselbereichen: Asset Management, Supply Chain Management, Product and Process Leadership, Technology Transformation und Organisational Effectiveness. Die Mehrheit der Kunden setzt sich aus den Top-1000 Unternehmen weltweit zusammen. Celerant Consulting versteht sich als Beratungsunternehmen, das seinen Kunden entscheidend dabei helfen kann, schnell vom "anders Denken" zum "anders Handeln" zu gelangen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in London ist seit 15 Jahren in Europa und Nordamerika tätig. Das jährliche Wachstum in den vergangenen zehn Jahren lag im Mittel bei 34 Prozent. Celerant Consulting ist ein Tochterunternehmen der Novell, Inc.

Michael Kieppe | Celerant Consulting
Weitere Informationen:
http://www.celerant.cc

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