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Neue Energien statt Klimachaos

01.12.2003


Klimakonferenz in Mailand, 1.- 12. Dezember 2003: WWF stellt Repräsentativumfrage zu Energie und Klimaschutz vor


Der Klimawandel ist für die Bundesbürger kein abstraktes Phänomen mehr, sondern wird als realistische Bedrohung eingeschätzt In einer aktuellen WWF-Umfrage stuften 74 Prozent der Befragten die Gefahren durch die Klimaveränderungen als groß oder sehr groß ein. Entsprechend ausgeprägt ist der Wunsch, in Zukunft verstärkt auf erneuerbare Energie zu setzen. Auf die Frage nach der bevorzugten Energiequelle für künftige Kraftwerke entschieden sich 72 Prozent für erneuerbare Energien und 22 Prozent für Gaskraftwerke. Kohle präferierten nur fünf Prozent. Der WWF wertet die Ergebnisse als klares Plädoyer für einen schrittweisen Ausstieg aus der Kohle. Rund die Hälfte der deutschen Kraftwerke muss im nächsten Jahrzehnt aus Altersgründen vom Netz. "Es wäre nicht nur teuer und ökologisch unsinnig, die alten Anlagen durch neue CO2-Schleudern zu ersetzen, sondern auch politisch unklug", so Regine Günther, Leiterin des Klimareferats beim WWF Deutschland.

Die WWF-Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut IPSOS aus Mölln durchgeführt. Die Wissenschaftler fragten unter anderem, inwieweit die Investitionspolitik der Stromkonzerne die Bundesbürger bei ihrer Wahl des Energieversorgers beeinflusst. 58 Prozent der Befragten gaben an, dass sie ihren Stromversorger gegebenenfalls wechseln würden. Für einen großen Teil hängt die Entscheidung über den Versorger auch vom Preis ab. Für fast 40 Prozent käme ein Wechsel aus diesem Grund nicht in Frage. Auffällig: Frauen liegt sauberer Strom offensichtlich besonders am Herzen. Die Bereitschaft, den Energieversorger zu wechseln, wenn dieser ihren Wünschen nach Kohlendioxid armer Energie nicht nachkommt, ist bei ihnen rund zehn Prozent höher als bei den Männern.


Im Vorfeld der am Montag beginnenden Vertragsstaatenkonferenz zum Klimaschutz (COP 9) in Mailand wollte der WWF zudem wissen, was die Deutschen von der Klimaschutzpolitik der Bundesregierung halten. 35 Prozent meinen, die Bundesregierung tue genügend, um dem Klimawandel wirksam zu begegnen. Fünf Prozent sind der Ansicht, dass eher zuviel getan werde. Die überwiegende Mehrheit (58 Prozent) glaubt hingegen, dass die deutsche Regierung zu wenig oder sogar viel zu wenig tue. Für den WWF stützen die Ergebnisse eine zukunftsweisende Energiepolitik. Der Stromsektor nehme hierbei eine Schlüsselrolle ein, denn mehr als ein Drittel der weltweit vom Menschen erzeugten CO2-Emissionen sei auf die Stromversorgung zurückzuführen. Die Verbrennung von kohlenstoffreichen Energieträgern wie Stein- und Braunkohle zur Stromerzeugung führe weltweit jährlich zu einem Ausstoß von rund 24 Milliarden Tonnen Kohlendioxid. "Eine nachhaltige Energiepolitik basiert auf drei Säulen: dem Abschied von der Kohle, verbesserter Effizienz und dem Ausbau der erneuerbaren Energien", skizziert Regine Günther den Weg in die Stromversorgung von morgen. Dies sei nach der vorliegenden Umfrage auch das, was die Bundesbürger von Industrie und Politik erwarten.

Weitere Informationen:

Jörn Ehlers, Pressestelle WWF Deutschland, mobil: 0171/5440144 Regine Günther, Leiterin Klimaschutz und Energiepolitik WWF, mobil: 0160 90638248.

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