Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hamburg ist Spitzenreiter im Standort-Wettbewerb der Bundesländer

26.11.2003


Neue Länder und Berlin verlieren den Anschluss im aktuellen Ranking der Bertelsmann Stiftung - Föderalismusreform überfällig



Der Stadtstaat Hamburg belegt im aktuellen Bundes­länder-Standortranking der Bertelsmann Stiftung erneut die Spitzenposition. Die Verlierer der heute zum zweiten Mal nach 2001 vorgelegten Studie sind Berlin und Brandenburg. "Damit wird die Hauptstadtregion immer mehr zum Sorgenkind im bundesweiten Standort-Ver­gleich", sagte Robert Vehrkamp, verantwortlicher Projektleiter der Stiftung bei der Vorstellung der Untersuchung.

... mehr zu:
»Mittelfeld »Ranking »Spitzenreiter


Insgesamt klafft die Schere zwischen alten und neuen Ländern weiter auseinander. Neben diesem West-Ost-Gefälle nimmt auch das Nord-Süd-Gefälle in den alten Bundesländern wei­ter zu: Die norddeutschen Flächenländer fallen gegenüber Süddeutschland deutlich zurück. Die Ergebnisse zeigen nach Auffassung der Bertelsmann Stiftung, dass die Föderalismusre­form längst überfällig ist. Nur durch erweiterte Handlungsspielräume für die Bundesländer könnte der Standortwettbewerb zum Vorteil der Bürger belebt werden.

Im so genannten Erfolgsindex des Rankings liegt Hamburg zwar weiterhin vorn. Bayern, Ba­den-Württemberg und Hessen konnten den bisherigen Vorsprung der Hansestadt als weitere Länder in der Spitzengruppe jedoch deutlich verringern. Die Schwächen Hamburgs liegen weiterhin im Bereich der Sicherheit, die nicht unwesentlich zum Regierungswechsel im Jahr 2001 beigetragen haben.

Im Mittelfeld des Ländervergleichs der Bertelsmann Stiftung liegen Bremen, das Saarland, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Der Gewinner in dieser Gruppe mit einer Verbesserung vom 10. auf den 6. Platz ist das Saarland. Nie­dersachsen büßte dagegen drei Plätze ein und rutschte ans Ende des Mittelfelds.

Die Schlussgruppe des Rankings bilden Sachsen, Thüringen, Berlin, Mecklenburg-Vorpom­mern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Gegenüber dem ersten Ranking aus dem Jahr 2001 verlieren alle Länder dieser Gruppe weiter an Boden, sodass von einem Konvergenzprozess keine Rede sein kann. Bei den neuen Ländern büßt Brandenburg als eindeutiger Verlierer vier Plätze ein und rutscht auf Rang 15 ab.

Um die Standortqualität in den einzelnen Bundesländern messen und vergleichen zu können, erarbeitete eine Expertengruppe unter der Leitung des Würzburger Wirtschaftswissenschaft­lers Norbert Berthold ein detailliertes Analyseinstrumentarium. Dabei wurden die drei Berei­che Beschäftigung (Arbeitslosen- und Erwerbstätigenquote), Einkommen (Bruttoinlands­produkt pro Kopf und Wachstum des Bruttoinlandsprodukts) sowie Sicherheit (Anteil der Sozialhilfeempfänger für die soziale Sicherheit; Anteil der nicht aufgeklärten Straftaten für die innere Sicherheit) zu einem so genannten Erfolgsindex zusammen gefasst. Anhand dieser Messgrößen wurden die Zeiträume zwischen 1996 bis 98 und 1999 bis 2001 miteinander ver­glichen.

In einem zweiten Schritt sollten die Wissenschaftler im Auftrag der Bertelsmann Stiftung herausfinden, in welchem Bundesland die Politik besonders aktiv war, um die Lebensverhält­nisse für ihre Bürger positiv zu beeinflussen. Bei diesem so genannten Aktivitätsindex ergibt sich folgende Rangverteilung: Spitzenreiter sind hier die Südländer Baden-Württemberg und Bayern. Das breite Mittelfeld bilden Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Hamburg Nordrhein-Westfalen, Hessen, Schleswig-Holstein und das Saarland. In der Schlussgruppe liegen auch hier Thüringen, Berlin, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Gegenüber dem ersten Bundesländer-Standortranking fallen die Veränderungen bei der aktu­ellen Betrachtung gering aus. Ursache für den schwachen Wettbewerb unter den Ländern ist nach Auffassung der Bertelsmann Stiftung die überkommene föderalstaatliche Kompetenz­verteilung. "Unter den heutigen Bedingungen ist der Standortwettbewerb nur mit angezogener Handbremse möglich", sagte Vehrkamp. Die Föderalismusreform sei daher überfällig.

Über die Bertelsmann Stiftung:

Die Bertelsmann Stiftung versteht sich als Förderin des Wandels für eine zukunftsfähige Gesellschaft. Sie will Reformen in den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Soziales, Gesundheit sowie Internationale Verständigung voranbringen. Die 1977 von Reinhard Mohn gegründete, gemeinnützige Einrichtung hält die Mehrheit der Kapitalanteile der Bertelsmann AG. In ihrer Projektarbeit ist die Stiftung unabhängig vom Unternehmen und parteipolitisch neutral.

Julia Schormann | idw
Weitere Informationen:
http://www.bertelsmann-stiftung.de

Weitere Berichte zu: Mittelfeld Ranking Spitzenreiter

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Massenverlust des Antarktischen Eisschilds hat sich beschleunigt
14.06.2018 | Technische Universität Dresden

nachricht Teure Flops: Nur 5% der Innovationsideen werden erfolgreich
12.06.2018 | Institut für angewandte Innovationsforschung e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Im Focus: Li-Fi erstmals für das industrielle Internet der Dinge getestet

Mit einer Abschlusspräsentation im BMW Werk München wurde das BMBF-geförderte Projekt OWICELLS erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde eine Li-Fi Kommunikation zu einem mobilen Roboter in einer 5x5m² Fertigungszelle demonstriert, der produktionsübliche Vorgänge durchführt (Teile schweißen, umlegen und prüfen). Die robuste, optische Drahtlosübertragung beruht auf räumlicher Diversität, d.h. Daten werden von mehreren LEDs und mehreren Photodioden gleichzeitig gesendet und empfangen. Das System kann Daten mit mehr als 100 Mbit/s und fünf Millisekunden Latenz übertragen.

Moderne Produktionstechniken in der Automobilindustrie müssen flexibler werden, um sich an individuelle Kundenwünsche anpassen zu können. Forscher untersuchen...

Im Focus: First real-time test of Li-Fi utilization for the industrial Internet of Things

The BMBF-funded OWICELLS project was successfully completed with a final presentation at the BMW plant in Munich. The presentation demonstrated a Li-Fi communication with a mobile robot, while the robot carried out usual production processes (welding, moving and testing parts) in a 5x5m² production cell. The robust, optical wireless transmission is based on spatial diversity; in other words, data is sent and received simultaneously by several LEDs and several photodiodes. The system can transmit data at more than 100 Mbit/s and five milliseconds latency.

Modern production technologies in the automobile industry must become more flexible in order to fulfil individual customer requirements.

Im Focus: ALMA entdeckt Trio von Baby-Planeten rund um neugeborenen Stern

Neuartige Technik, um die jüngsten Planeten in unserer Galaxis zu finden

Zwei unabhängige Astronomenteams haben mit ALMA überzeugende Belege dafür gefunden, dass sich drei junge Planeten im Orbit um den Säuglingsstern HD 163296...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz – Schafft der Mensch seine Arbeit ab?

15.06.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Asteroidenforschung in Garching

13.06.2018 | Veranstaltungen

Meteoriteneinschläge und Spektralfarben: HITS bei Explore Science 2018

11.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

EMAG auf der AMB: Hochproduktive Lösungen für die vernetzte Automotive-Produktion

15.06.2018 | Messenachrichten

AchemAsia 2019 in Shanghai

15.06.2018 | Messenachrichten

Dem Fettfinger zu Leibe rücken: Neuer Nanolack soll Antifingerprint-Oberflächen schaffen

15.06.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics