Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Japanische Schädelakupunktur hilft bei Lähmungen nach Schlaganfall

03.11.2003


Studien beweisen Wirksamkeit der Schädelakupunktur bei Schmerzen und Lähmungen


Das Verfahren der „Yamamoto Neuen Schädelakupunktur YNSA“ - eine Sonderform der traditionellen Akupunktur - wurde von dem Arzt und Wissenschaftler M.D. Ph.D. Toshikatsu Yamamoto (Miyazaki/Japan) vor 30 Jahren zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt. Seitdem kann sich die nach ihm benannte Schädelakupunktur weltweit zur Behandlung von Schmerz- und Schlaganfallpatienten immer mehr durchsetzen. YNSA basiert auf einem neuen Somatotop am Schädel. Vergleichbar mit der Ohr- oder Mundakupunktur projiziert sich hier der Gesamtorganismus auf ein umschriebenes Areal am Kopf.

Ärzte und Wissenschaftler der Universitäten Bonn und Aachen haben zwei offene, prospektive, topometrisch kontrollierte Studien durchgeführt und die Wirksamkeit des Verfahrens mit streng objektiven Kriterien bewiesen. Zum ersten Mal wurde die Effektivität einer Akupunkturmethode mit Hilfe des computergesteuerten objektiven Messverfahrens der Topometrie auf ihre Wirksamkeit überprüft. Ultraschall-Echtzeit.Topometrie ist ein Verfahren zum objektiven Nachweis von Therapiewirkungen. Die Studien wurden im Institut für Biomechanik und Biophysik der Universität Bonn durchgeführt und ausschließlich privat finanziert. Durch das von Prof.Dr.Dr.Dipl.Ing. Günter Schumpe entwickelte sog. „Echtzeit-Ultraschall-Topometer“ wurden die Bewegungsabläufe der Patienten jeweils vor und nach der Akupunktur mit Hilfe von Ultraschallsendern gemessen und so Verbesserungen objektiv dokumentiert. Besonderheit der beiden Studien ist weiterhin die strikte Trennung von medizinischer Behandlung (Dr. Yamamoto, Dr. Schockert), neurologischer Begutachtung (PD Dr. Babak Boroojerdi) und Auswertung der Behandlungsergebnisse mittels Topometrie (Prof. Schumpe).


Fazit der ersten Bonner YNSA-Studie :

Yamamoto Neue Schädelakupunktur ist bei Schmerzen am Bewegungsapparat eine effiziente Therapie, die subjektiv bei 93,3% (n=104) der Behandelten eine Verbesserung erzielte. 58,8% der Behandelten erlebten eine sowohl objektiv messbare wie auch subjektiv angegebene Beschwerdelinderung bzw. Beschwerdefreiheit, welche nach einmaliger Behandlung zum Teil länger als ein Jahr lang anhielt. Die Auswertung der Bewegungsanalysen zeigt, dass ein Großteil der Patienten sich nach nur einer einzigen Akupunkturbehandlung von 3 bis 9 Minuten Dauer bereits besser, schneller, harmonischer oder kraftvoller bewegen konnte.

Fazit der zweiten Bonner YNSA-Studie zur Behandlung von Lähmungen nach Schlaganfall:

Yamamoto Neue Schädelakupunktur kann Paresen und Restparesen nach apoplektischen Insulten nachweislich positiv beeinflussen. Bereits nach einer einmaligen Behandlung sind Positiveffekte objektiv nachweisbar. Diese können bis zu 17 Tage lang subjektiv erlebt werden. In der Topometrie zeigte sich bei 14 von 23 Teilnehmern eine Verbesserung in mindestens einem von sechs Bewertungskriterien. Bei 9 Teilnehmern konnte in der Topometrie keine Veränderung der Beweglichkeit nach der Akupunkturbehandlung aufgezeichnet werden. In der neurologischen Untersuchung konnte eine Verbesserung der Beweglichkeit von Arm oder Bein vor und nach Akupunktur nicht verifiziert werden. Die NIH stroke scale zeigte für alle 4 Bereiche keine signifikante Veränderung nach der Schädelakupunktur. Übereinstimmend berichteten 12 Patienten über eine Verbesserung der Beweglichkeit der betroffenen Extremitäten, ein Gefühl von Lockerung, Leichtigkeit, Abnahme von Spastik, Zugewinn an Wohlbefinden und Zunahme an Sicherheit in der Bewegung. Im Folgenden werden einige Äußerungen der Studienteilnehmer wiedergegeben: „Meine gelähmte Hand geht auf wie eine Blume... Endlich fühle ich meine Hand wieder... Ich merkte zum ersten Mal wieder, dass ich eine rechte Seite habe...“

„Je früher die Therapie beginnt, desto schneller und effektiver kann sich der Therapieerfolg einstellen. In der Regel sind jedoch - etwa bei Schmerzen, Fibromyalgie oder Migräne - mehrere Behandlungen für deutliche Verbesserungen oder Beschwerdefreiheit nötig“, erläutert Dr. Yamamoto sein Verfahren. Die YNSA-Behandlung wird entweder alleine oder in Kombination mit z.B. der traditionellen chinesischen Akupunktur oder anderen schul- und komplementärmedizinischen Behandlungsverfahren praktiziert. Dr. Schockert: „YNSA ist eine wertvolle Ergänzung der bestehenden Therapieverfahren insbesondere bei der Schlaganfallbehandlung. Das Verfahren sollte durch den Notarzt begonnen, während der klinischen Behandlung fortgesetzt werden und sich bei Bedarf über die Rehabilitationsmaßnahmen hinaus bis in die hausärztliche Versorgung fortsetzen.“

Dr. T. Schockert |
Weitere Informationen:
http://www.ynsa.net

Weitere Berichte zu: Akupunktur Schlaganfall Schmerz Schädelakupunktur Topometrie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive