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Biotech-Branche konsolidiert sich

21.10.2003


Der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Johann Hahlen, hat heute im Rahmen eines Pressegesprächs in Frankfurt am Main die Ergebnisse der zweiten Erhebung zur Biotechnologie in Deutschland, und zwar für das Jahr 2002, vorgestellt.

Danach hat sich die Biotechnologie-Branche insgesamt von 2000 bis 2002 in Deutschland, was Umsatz und Beschäftigte angeht, positiv entwickelt. Gleichzeitig sind aber Konsolidierungsprozesse, insbesondere bei den Unternehmensgründungen, nicht zu übersehen. So haben z.B. im Jahr 2002 nur noch 11 Biotech-Kernunternehmen ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen. Der Gründungsboom der Jahre 1997 bis 2000 ist zum Stillstand gekommen.

Die Wiederholungsbefragung wurde - wiederum auf freiwilliger Basis - bei Unternehmen der Biotech-Branche im ersten Halbjahr 2003 durchgeführt. Durch sie konnte die Struktur der Biotechnologielandschaft in Deutschland gegenüber der ersten Erhebung für das Jahr 2000 noch präziser ermittelt und abgebildet werden.

Der Berichtskreis für das Jahr 2002 umfasst 1 090 Unternehmen, die in unterschiedlicher Art das Erscheinungsbild der deutschen Biotech-Landschaft prägen. Davon waren: - 539 Biotech-Kernunternehmen, die vorrangig mit modernen biotechnischen Verfahren arbeiten (Kategorie I), - 324 Ausrüster (Zulieferer) der Biotech-Kernunternehmen und -Forschungseinrichtungen (Kategorie II), - 34 Unternehmen, die als Biotech-Kernunternehmen und Ausrüster tätig sind (Kategorie III), - 38 größere Unternehmen der Life Sciences Industrie mit nennenswerten biotechnologischen Aktivitäten (Kategorie IV) und - 155 Berater und Finanzdienstleister der Biotech-Branche (Kategorie V).

633 Unternehmen (58% des ermittelten Berichtskreises) schickten den ausgefüllten Fragebogen zurück.

Die 319 auskunftsbereiten Biotech-Kernunternehmen beschäftigten im Jahre 2002 insgesamt 8 750 Personen, von denen 45% in der Forschung und Entwicklung (FuE) tätig waren. In den kleinen Unternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten arbeiteten über 62% im FuE-Bereich. Rund 657 Mill. Euro, je Beschäftigten über 75 000 Euro, haben die Biotech-Kernunternehmen für Forschung und Entwicklung ausgegeben.

Die Veränderungsraten bei den FuE-Beschäftigten (+ 42%) und bei den FuE-Ausgaben (+ 109%) im Zeitraum 2000 - 2002 unterstreichen den unternehmerischen Fokus der Kernunternehmen. Die Ergebnisse beruhen dabei auf den Angaben von den Unternehmen (166), die auch schon bei der ersten Befragung geantwortet haben.

Die Beschäftigung stieg von 2000 bis 2002 bei allen Unternehmenskategorien; das Plus reicht dabei von 5% bis 30% bei den Biotech-Kernunternehmen. Die Beschäftigungsentwicklung bei den Unternehmen der Kategorien I bis III zeigt eine Tendenz zu größeren, stabileren Einheiten. Dies kann als Indiz für die zunehmende Konsolidierung dieser Unternehmen gedeutet werden.

Mit Ausnahme der Berater und Finanzdienstleister der Biotech-Branche gab es bei allen Unternehmenskategorien ein deutliches Umsatzplus zwischen 2000 und 2002. Es liegt zwischen 14% (bei den großen Unternehmen der Life Sciences Industrie) und 90% (bei den Biotech-Kernunternehmen). Allerdings ist nicht zu übersehen, dass die Mehrheit der Biotech-Kernunternehmen weiterhin von externen Finanzierungsquellen abhängig ist.

Bestätigt hat sich das schon in der ersten Umfrage festgestellte wirtschaftliche Potenzial der großen Life Sciences Unternehmen auf dem Gebiet der Biotechnologie. Ihr Anteil am Gesamtumsatz der Biotech-Branche erreichte 2002 rund 44% (2000 = 52%). Die FuE-Ausgaben(- 10%) und FuE-Beschäftigten (- 16%) im Bereich Biotechnologie sind bei diesen Unternehmen allerdings zurückgegangen. Ursache hierfür könnte unter anderem die Ausgründung bestimmter FuE-Projekte sein.

Regionale Schwerpunkte der deutschen Biotech-Landschaft befinden sich in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen. Bedeutende Biotech-Standorte sind auch die Region Berlin/Brandenburg sowie Niedersachsen.



Weitere Auskünfte erteilt: Alois Macht, Tel. 0611-75-2352, E-Mail: alois.macht@destatis.de

Alois Macht | Statistisches Bundesamt
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

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