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Moderne Verwaltung als Wirtschaftsfaktor

21.10.2003


Studie der Bertelsmann Stiftung mit Call NRW und Accenture belegt: Innovation durch E-Government und Service-Center zieht Unternehmen an



Effiziente Verwaltung ist ein wichtiger Standortfaktor. Das belegt eine Untersuchung der Bertelsmann Stiftung in Zusammenarbeit mit dem IT-Dienstleister Accenture und dem Bürger- und ServiceCenter "Call NRW". Die Studie zeigt, dass Verwaltungsmodernisierung sowohl für die Verwaltung selbst als auch für Unternehmen erhebliche Einsparpotenziale und Entwicklungschancen mit sich bringt. "Auf diese Weise kann Verwaltungsmodernisierung zur Wirtschaftsförderung werden", sagt Prof. Marga Pröhl, Mitglied der Geschäftsleitung der Bertelsmann Stiftung. Für die Studie wurden rund 670 Bürger und Unternehmer aus Nordrhein-Westfalen befragt.



Viele Unternehmen sind sich der Bedeutung einer effizienten Verwaltung bewusst: Von den befragten Unternehmern und Gründern gaben 57 Prozent an, dass Service-Angebote der Behörden in die Entscheidung für oder gegen einen Standort mit einfließen. Von den Neugründern messen sogar 68 Prozent der Qualität der Verwaltungsdienstleistung eine entscheidende Rolle bei. "Service ist kein Selbstzweck", erklärt Thomas Holtmann, Geschäftsführer Post & Public Services bei Accenture, "maßgeschneiderte Verwaltungsangebote können für in- aber auch für ausländische Unternehmen den Ausschlag bei der Standortwahl geben."

An zahlreichen Punkten führt Verwaltungsmodernisierung zu Einsparungen für Verwaltungen und Unternehmen: Zum Beispiel reduzieren standardisierte Angebote für Melderegisterauskünfte den bisher zeit- und personalintensiven Austausch zwischen Unternehmen und Behörden. Für Unternehmen, die häufig mahnen müssen, spart der elektronische Weg nachweislich Geld: Ein Wohnungsbauverein in NRW konnte innerhalb eines Jahres 42.000 Euro einsparen. Auch die Online-Gewerbe-Anmeldung birgt ein gewaltiges Einsparungspotenzial: Im Jahr 2002 gab es in NRW rund 150.000 Gewerbean- und ummeldungen. Bei einem Unternehmen mit 2.000 Mitarbeitern könnte bis zu einem ganzen Personenjahr, also 265 Arbeitstage, eingespart werden, wenn die Kontakte zur Verwaltung vollständig digitalisiert wären.

Die Studie zeigt auch, dass die Bürger zwar vermehrt Online-Angebote der Behörden nachfragen, dass sie sich aber weiterhin verschiedene Kommunikationskanäle wünschen. 60 Prozent der Interviewten äußern diesen Wunsch. In Nordrhein-Westfalen hat die Landesregierung sehr früh reagiert und für die medienübergreifende Kommunikation das Bürger- und ServiceCenter Call NRW aufgebaut. "Für eine schnelle, flexible, kundenorientierte Dienstleistung reicht eine ausschließliche Ausrichtung auf Online-Dienste nicht aus: Es müssen auch telefonische und persönliche Kontakte zur Verwaltung möglich sein", sagt Frederike Schumacher, Projektleiterin von Call NRW.

Über die Bertelsmann Stiftung:
Die Bertelsmann Stiftung versteht sich als Förderin des Wandels für eine zukunftsfähige Gesellschaft. Sie will Reformen in den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Soziales, Gesundheit, Demokratie und Bürgergesellschaft sowie Internationale Verständigung voranbringen. Die 1977 von Reinhard Mohn gegründete, gemeinnützige Einrichtung hält die Mehrheit der Kapitalanteile der Bertelsmann AG. In ihrer Projektarbeit ist die Stiftung unabhängig vom Unternehmen und parteipolitisch neutral.

Rückfragen an: Christine Förster, Telefon: 05241 / 81-81494

Julia Schormann | idw
Weitere Informationen:
http://www.begix.de
http://www.accenture.de
http://www.www.call-nrw.de

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