Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Krankenhäuser werden zu Profit Centern

01.10.2003


Betreiber verlangen von ihren Kliniken immer häufiger, als Profit Center rentabel zu arbeiten. Die Folge: Die Häuser planen einen massiven Stellenabbau, denn rund 70 Prozent der Kosten entfallen aufs Personal. Hintergrund der Sparmaßnahmen: Die Gesundheitsreform kann die pessimistische Stimmung der Krankenhausbetreiber nicht aufhellen. So schätzt ein Drittel der Topentscheider des deutschen Gesundheitswesens, dass sich ihre Branche bis 2005 schlechter entwickelt als die übrige Wirtschaft. Nur jeder fünfte meint, dass sich die eigene Lage verbessert. Besondere Sorgen haben die großen Kliniken: 42 Prozent von ihnen glauben, dass ihre Branche hinter der Gesamtwirtschaft zurückbleibt. Das zeigt der „Branchenkompass Gesundheitswesen“, eine aktuelle Studie von Mummert Consulting und dem F.A.Z.-Institut.



Fast unisono planen die Entscheider Einschnitte bei den Mitarbeitern: Neun von zehn großen Kliniken wollen bis 2005 Stellen abbauen. In der Regel macht das Personal mit rund 70 Prozent den größten Teil der Kosten eines öffentlichen Hauses aus. Daneben setzen die Kliniken auf die Optimierung von Logistik und IT-Struktur sowie auf eine stärkere Kostenkontrolle. Fast alle Führungsetagen werden darüber hinaus zahlreiche nichtmedizinische Bereiche auslagern.



Ganz oben auf der Liste der Bereiche, die die Verwaltungen großer Häuser nicht mehr selbst betreiben wollen, stehen mit knapp 70 Prozent die Wäschereien. Auch der Hol- und Bringservice, also zum Beispiel die Verlegung von Patienten, (63 Prozent) und die Küche (50 Prozent) werden bis 2005 vielfach in die Hände privater Betreiber übergehen. Bei kleineren Krankenhäusern sind die Zahlen etwas niedriger, diese Kliniken setzen stark auf ein Auslagern der Apotheke. Auffällig: Die Privatkliniken sind in weit größerem Maße zum Outsourcing bereit. Acht von zehn dieser Häuser wollen Bereiche auslagern. Bei den öffentlichen Betreibern ist es nur die Hälfte.

Durch Auslagerung lassen sich bis zu 30 Prozent der bisherigen Kosten sparen, so die Studie. Die Betriebsteile werden in der Regel in eine eigenständige Gesellschaft überführt. Das bedeutet, dass die Mitarbeiter etwa vom bisherigen Bundesangestelltentarif häufig in andere, flexiblere Tarifverträge wechseln müssen – zum Vorteil für die Krankenhäuser, zum Nachteil für die Beschäftigten.

Um ein Krankenhaus für den liberalisierten Markt fit zu machen, müssen aber über Personalabbau und Auslagerung hinaus die Arbeitsprozesse auf den Prüfstand. Die traditionell zersplitterte Organisationsstruktur der Krankenhäuser wird laut den Experten nicht mehr lange bestehen bleiben. Stattdessen erwarten sie, dass ähnliche klinische Leistungen verschiedener Häuser in Zentren zusammen gefasst werden. Außerdem rechnen sie mit neuen Strukturen des internen Finanz-, Leistungs-, Patienten- und Ressourcenmanagements. Im Klartext: Kostentreiber in den internen Abläufen sollen aufgespürt und beseitigt werden. Die Mittel dazu sind neue IT-Systeme, etwa zur Bettendisposition, sowie ein ver-stärktes Controlling. So will jeder vierte private Betreiber in naher Zukunft stark in die Finanzbuchhaltung und das Controlling investieren.

| Mummert Consulting
Weitere Informationen:
http://www.mummert.de

Weitere Berichte zu: Controlling Gesundheitswesen Profit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie