Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Private Krankenversicherungen zeigen geringe Innovationsfreude

17.09.2003


Die privaten Krankenversicherungen zeichnen sich im Vorfeld der Gesundheitsreform durch eine erstaunliche Unlust auf neue Geschäftsfelder aus. Dabei bietet die Reform der Branche neben Problemen auch zahlreiche Perspektiven. Versicherer haben die Möglichkeit, alte Strukturen zu zerschlagen und mit Innovationen zu neuen Kunden und Einnahmen zu kommen. Doch die Chance bleibt ungenutzt. Beispielsweise will nur ein knappes Viertel der Privatversicherer bis 2005 neue Bonus- und Tarifmodelle einführen. Das ist ein Ergebnis des „Branchenkompasses Gesundheitswesen“, einer aktuellen Studie von Mummert Consulting und dem F.A.Z.-Institut.



Umso erstaunlicher ist dieses Ergebnis, weil die Bundesregierung den privaten Versicherungen neue Geschäftsfelder mit der Reform quasi frei Haus liefert. So lässt die Kürzung der gesetzlichen Leistungen einen Schub im Geschäft mit Zusatzversicherungen erwarten, etwa beim Zahnersatz und bei einigen versicherungsfremden Leistungen. Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen Zusatzpolicen bis jetzt nicht anbieten, so dass die private Konkurrenz diesen Markt zunächst allein besetzen könnte. Doch nur jede dritte Privatassekuranz plant, auf mittlere Sicht neue Zusatzversicherungen anzubieten.



Ein Grund der Zurückhaltung könnte sein, dass der Branche noch unklar ist, welche Teile der Gesundheitsreform am Ende wirklich umgesetzt werden. So sagen 13 Prozent der gesetzlichen Krankenkassen und sogar 17 Prozent der Privatversicherer, dass ihre neuen Produkte direkt von der noch nicht absehbaren Gesetzgebung abhängen.

Doch auch in Bereichen, die mit der Rechtslage kaum zu tun haben, sind die privaten Versicherungen nicht sehr innovativ. So stehen neuartige Service-, Versorgungs- und Präventionsangebote bei nur 17 Prozent der Privatassekuranzen auf der Agenda. Für die gesetzlichen Krankenkassen hat dieses Feld dagegen die höchste Priorität: 26 Prozent von ihnen wollen den Versicherten in den nächsten Jahren Neuheiten bei Service, Versorgung und Prävention präsentieren. 15 Prozent planen darüber hinaus, Auslandsversicherungen als neue Angebote einzuführen.

Die innovativste Gruppe unter den gesetzlichen Krankenkassen bilden die Innungskrankenkassen (IKKs). Sieben von zehn IKKs halten den Aufbau neuer Geschäftsfelder für sehr notwendig. Bei den Ersatzkassen ist es nicht einmal jede fünfte. Obwohl die Ersatzkassen mit 12,5 Prozent den größten Budgetanteil unter den gesetzlichen Krankenkassen für neue Geschäftsfelder veranschlagen, haben ihre Entscheider laut der Studie noch kaum konkrete Produkte vor Augen.

Joerg Forthmann | Mummert Consulting
Weitere Informationen:
http://www.mummert.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Dialysepatienten besser vor Lungenentzündung schützen
17.01.2018 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Neue Studie der Uni Halle: Wie der Klimawandel das Pflanzenwachstum verändert
12.01.2018 | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

Veranstaltungen

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

22.01.2018 | Veranstaltungen

Transferkonferenz Digitalisierung und Innovation

22.01.2018 | Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

22.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Forschungsteam schafft neue Möglichkeiten für Medizin und Materialwissenschaft

22.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

Ein Haus mit zwei Gesichtern

22.01.2018 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics