Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Notfalldienste werden leistungsfähiger durch 3G-Kommunikation

16.09.2003


Fortschritte in der kabellosen Kommunikation können die Qualität von Notfalldiensten enorm verbessern. Diese Tatsache wurde im Projekt XMOTION in drei verschiedenen Erprobungsreihen erfolgreich demonstriert.



In der kabellosen Kommunikation der ersten Generation wurden Sprachsignale analog übertragen. Einen rasanten Qualitätssprung brachte dann der Übergang zu den Netzwerken der zweiten Generation, in denen die Sprachsignale digital kodiert wurden. Heute setzt sich diese Evolution mit der kabellosen Kommunikation der dritten Generation fort, die auch als 3G-Kommunikation bezeichnet wird. Zu den wichtigsten Fortschritten zählen die erhöhte Bandbreite, dramatisch gesteigerte Geschwindigkeiten in der Datenübertragung und Flexibilität beim Routing.



Die verbesserten Eigenschaften von 3G eröffnen seinen Anwendern ganz neue Dienste, beispielsweise den Download und das Betrachten von Videos oder standortbasierte Dienste. In dem über das IST-Programm mitfinanzierte Projekt XMOTION wurden neue Möglichkeiten der 3G-Technologie insbesondere im Bereich der Notfalldienst-Anwendungen untersucht.

Die Mitarbeiter dieser Dienste müssen auch in schwierigen Situationen schnell reagieren. Deshalb nutzten die XMOTION-Projektteilnehmer die höhere Übertragungskapazität von 3G-Systemen für die Abwicklung von Videokonferenzen zwischen Notfallmedizinern in den Ambulanzdiensten und den Ärzten im Krankenhaus. Es ist sogar möglich, die vitalen Signale des Patienten während des Transports zur Notfallaufnahme zu übertragen.

In einem weiteren Test wurde untersucht, wie sich die technischen Möglichkeiten von 3G für die Unterstützung von Feuerwehrleuten nutzen lassen. So kann die Kenntnis des Grundrisses eines bestimmten Gebäudes den Feuerwehrleuten helfen, einen Brand zu isolieren, eingeschlossene Personen leichter zu finden und tödlichen Fallen zu entgehen. All diese Informationen lassen sich per Download zu einem Organizer oder PDA (Personal Digital Assistant) vor Ort übertragen. Ein weiterer Forschungszweig beschäftigt sich mit der Entwicklung tragbarer Sensoren zur Überwachung von Umgebungsbedingungen, die - wie z.B. Sauerstoffmangel - den Feuerwehrleuten gefährlich werden könnten.

Der Transport besonders wertvoller oder möglicherweise gefährlicher Fracht ist ein weiteres attraktives Anwendungsgebiet für 3G. Eine Anzeige des genauen Standortes solcher Frachtstücke ist von entscheidender Bedeutung für die Auslösung geeigneter Notmaßnahmen (beispielsweise bei einem Auslaufen gefährlicher Chemikalien). Ebenfalls demonstriert wurde die Überwachung per Streaming-Video, die etwa bei Entführungen eingesetzt werden könnten.

Die Möglichkeiten sind fast grenzenlos. Eine wichtige Lektion, die die XMOTION-Projektpartner von den Endanwendern gelernt haben, liegt allerdings darin, welche große Bedeutung die Zuverlässigkeit gerade für Notfalldienste hat. Die Netz-Infrastruktur muss außerordentlich robust sein. Die ersten Ergebnisse sind positiv und werden zweifellos dazu beitragen, Leben zu retten - sowohl bei den Notdiensten als auch bei denen, die ihre Dienste in Anspruch nehmen.

Kontakt:

Christian Mentrup
T-Systems Nova Gmbh
Entwicklungszentrum Nord
Am Probsthof 10, 53121 Bonn
Tel: +49-4213-799472
Fax: +49-4213-799409
Email: christian.mentrup@t-systems.de

Christian Mentrup | ctm

Weitere Berichte zu: 3G-Kommunikation Notfalldienst Sprachsignal

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Europas demografische Zukunft
25.07.2017 | Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Physiker designen ultrascharfe Pulse

Quantenphysiker um Oriol Romero-Isart haben einen einfachen Aufbau entworfen, mit dem theoretisch beliebig stark fokussierte elektromagnetische Felder erzeugt werden können. Anwendung finden könnte das neue Verfahren zum Beispiel in der Mikroskopie oder für besonders empfindliche Sensoren.

Mikrowellen, Wärmestrahlung, Licht und Röntgenstrahlung sind Beispiele für elektromagnetische Wellen. Für viele Anwendungen ist es notwendig, diese Strahlung...

Im Focus: Physicists Design Ultrafocused Pulses

Physicists working with researcher Oriol Romero-Isart devised a new simple scheme to theoretically generate arbitrarily short and focused electromagnetic fields. This new tool could be used for precise sensing and in microscopy.

Microwaves, heat radiation, light and X-radiation are examples for electromagnetic waves. Many applications require to focus the electromagnetic fields to...

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Basis für neue medikamentöse Therapie bei Demenz

27.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Aus Potenzial Erfolge machen: 30 Rittaler schließen Nachqualifizierung erfolgreich ab

27.07.2017 | Unternehmensmeldung

Biochemiker entschlüsseln Zusammenspiel von Enzym-Domänen während der Katalyse

27.07.2017 | Biowissenschaften Chemie