Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie "Challenges of Europe": Thema Nr. 1 in Europa ist die Arbeitslosigkeit

07.08.2003


Den Deutschen, aber auch den meisten ihrer europäischen Mitbürger brennt ein Problem besonders heiß auf den Nägeln: das Thema Arbeitslosigkeit - so ein zentrales Ergebnis der diesjährigen Studie "Challenges of Europe" des GfK-Nürnberg e.V.

In Deutschland nimmt das Thema Arbeitslosigkeit bereits seit zehn Jahren einen Spitzenplatz ein. Allerdings war der Anteil derer, die Arbeitslosigkeit als ein Problem genannt hatten in den Jahren 1999 bis 2001 von 86 auf 59 Prozent beständig gesunken. Im Jahr 2002 stieg jedoch der Anteil wieder auf 74 Prozent an und legte in diesem Jahr mit einem Wert von 75 Prozent noch einmal leicht zu. Ob und wie weit Deutsche Arbeitslosigkeit als Problem wahrnehmen, hängt unmittelbar mit der Entwicklung der amtlichen Arbeitslosenquote zusammen, die ebenfalls seit 1999 gesunken und von 2002 an wieder angestiegen war.

Die Sorgen der Europäer

Betrachtet man die großen Herausforderungen der Europäer im Ländervergleich, so zeigen sich einige Unterschiede. Die schwierige Situation auf dem Arbeitsmarkt beschäftigt neben der Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland und Polen nur noch die in Spanien. In Frankreich sorgt sich um dieses Thema knapp die Hälfte, in Italien rund 40 Prozent und in Österreich gar nur ein Drittel der Bevölkerung. In Großbritannien und den Niederlanden, beides Länder mit einer relativ niedrigen Arbeitslosenzahl, ist derzeit fast niemand für die Situation auf dem Arbeitsmarkt sensibilisiert.

Beim Thema Kriminalität zeigen sich vor allem die Briten, Niederländer, Franzosen und Italiener beunruhigt. Für etwa ein Viertel bis ein Fünftel der Bürger in diesen Ländern ist die Kriminalitätsbekämpfung eine bedeutende Aufgabe. Dabei fällt auf, dass die Franzosen im Jahr 2002 dieses Problem entscheidend wichtiger einstufen als im Jahr 2003. Letztes Jahr waren - vermutlich bedingt durch die verstärkte Thematisierung der Kriminalität im Wahlkampf - noch annähernd zwei Drittel der Franzosen hierüber besorgt. Im Jahr 2003 liegt der Anteil nur noch knapp unter 25 Prozent. Weniger ins Gewicht fällt die Frage der Kriminalitätsbekämpfung bei den Deutschen und Polen. Hier nennen jeweils zehn Prozent dieses Thema. In Österreich birgt dieses kaum Konfliktpotenzial.

Das Gesundheitswesen betrachten die Europäer ebenfalls differenziert: Den Spitzenplatz bei der Kritik an der medizinischen Versorgung nehmen die Niederländer mit 27 Prozent der Nennungen ein, dicht gefolgt von den Briten mit 25 Prozent, und den Italienern mit 18 Prozent.

Österreicher, Spanier und Franzosen scheinen dagegen mit ihrem Gesundheitssystem weitgehend zufrieden zu sein. Bei der Rentenproblematik sind die Österreicher einsame Spitzenreiter. Die Rentenreform, die Mitte Juni 2003 durchgesetzt wurde, heizte die Stimmung auf und führte zu massiven Protesten in Form von Streiks und Demonstrationen gegen die geplanten Kürzungen und die Anhebung des Renteneintrittsalters. Auch in Frankreich sind gravierende Veränderungen bei den Renten vorgesehen, entsprechend hoch ist auch hier die Sensibilität mit 36 Prozent.

Einen entscheidenden Erfolgsfaktor im internationalen Wettbewerb stellt die Bildung dar. Deshalb nimmt die Bildungspolitik eine wichtige Position unter den Top-Ten Herausforderungen der Europäer ein, allerdings mit unterschiedlicher Priorität in den einzelnen Ländern. In Großbritannien äußern mit einem Anteil von knapp einem Viertel die meisten Menschen Kritik.



Zur Studie



Für die Untersuchung „Challenges of Europe“ zu den „Sorgen der Nationen“ hat die GfK Marktforschung im Auftrag des GfK-Nürnberg e.V. insgesamt 9.000 Bürger in acht europäischen Ländern befragt, nämlich in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Österreich, Polen und Spanien. Grundlage der Untersuchung ist eine einfache, offene Frage, die jedes Jahr unverändert gleich gestellt wird: „Welches sind Ihrer Meinung nach die dringendsten Aufgaben, die heute in ... (Nennung des jeweiligen Landes) ... zu lösen sind?“ Die Befragten erhalten keinerlei beschränkende Vorgaben für ihre Antwortmöglichkeiten, Mehrfachnennungen sind möglich. Dadurch umfassen die Antworten ein breites Themenspektrum und beleuchten zeitnah die brisantesten gesellschaftlichen Brennpunkte.

Ein langfristiger Vergleich der von der Bevölkerung als subjektiv empfundenen und als wichtig wahrgenommenen Themen ist aufgrund der unveränderten Fragestellung möglich und verdeutlicht, wie sich die Bedeutung der einzelnen Problemstellungen im Laufe der Zeit verändert hat. Um neben den einzelnen Länderwertungen eine gesamteuropäische Betrachtung zu ermöglichen, wurden die Länderergebnisse nach dem jeweiligen Anteil der Bevölkerung gewichtet und zusammengefasst. Auf diese Weise konnten die Antworten von fiktiven Durchschnittseuropäern errechnet werden.

GfK AG, Public Affairs and Communications
Dr. Ulrike Schöneberg
Nordwestring 101, 90319 Nürnberg
Fon 0911 - 395-2645 - Fax -4041
mailto: public.affairs@gfk.de

Dr. Ulrike Schöneberg | GfK
Weitere Informationen:
http://www.gfk.de

Weitere Berichte zu: GfK-Nürnberg Kriminalitätsbekämpfung Spitzenplatz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten