Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nanosysteme als Zukunftstechnologie

06.08.2003


Nanotechnologie wird in Zukunft die Elektronik- und Computerbranche revolutionieren. Dies geht aus einer Studie des Forschungsinstitutes Frost & Sullivan hervor.



Aus der Kombination von Nanotechnologie und Elektronik- und Computertechnik sollen in Zukunft dichtere Festplatten und kleinere sowie schnellere Chips hervorgehen. Ab 2015 soll dieser Markt bis zu 300 Mrd. Dollar bringen und das Volumen von über einer Billion Dollar übersteigen. Darüber hinaus soll die Nanotechnologie in der Mikroelektronik, Faseroptik, Avionik, in der Superleiter- und der Telekomindustrie, bei Schmierstoffen und in vielen anderen Gebieten Anwendung finden.



Da die Nanotechnologie auf einem Milliardstel Meter operiert folgt sie den Gesetzen der Quantenphysik. Zwei Formen von Nanosystemen werden in Zukunft an Bedeutung gewinnen - die Fulleren und die Nanoröhren, die zum Teil 50.000 mal dünner sind als ein menschliches Haar. Besonders im Bereich der Computerchips wird die neue Technologie enorme Fortschritte bringen. So könnten Transistoren aus Kohlenstoff-Nanoröhren die derzeitigen Silizium-Transistoren in ihrer Leistungsfähigkeit um Längen schlagen.

Darüber hinaus setzt die Forschung auf die Hightech-Sparte Spintronik, die den molekularen Speicher entwickeln will. Hierbei werden Informationen nicht mehr mittels elektrischer Ladung, sondern durch die neue Nanotechnik anhand Veränderungen der Magnetisierungsrichtung auf dem Chip gespeichert. Interessant wird der Einsatz der Nanotechnik im Bereich des Quantencomputers sein. Die Konstruktion einer passenden Hardware-Architektur für den Quantencomputer oder die Untersuchung von Quantenalgorithmen, die bisher große Probleme verursachten, könnten mit der Nanotechnologie realisiert werden. Solanki, Forschungsanalyst bei Technical Insights, sieht den Quantencomputer vereint mit der Nanotechnologie als Zukunftsvision, der den heutigen Computer ersetzten werde.

Im Bereich der Speichermedien gelten Nanotech-Filme als zukunftsweisend. Dabei sollen auf Molekülansammlungen, die sich auf den Filmen befinden, Informationen geschrieben, gelesen und gespeichert werden können. Darüber hinaus sollen magnetische Nanoskala-Sensoren die Speicherkapazität von Festplattenlaufwerken um das tausendfache erhöhen. Bei den medizinischen Geräten sollen Nanoskala-Antennen und kompakte Nanolaser vor allem im Bereich der medizindiagnostischen Bildgebungsverfahren und bei Instrumenten zur Identifizierung chemischer und biologischer Kampfstoffe wesentliche Verbesserungen bringen.

Die Nanotechnologie findet auch Anwendung im Automobilbereich, in dem ultraeffiziente blaue anorganische Leuchtdioden (LEDs) durch starke Helligkeit, niedrigen Energieverbrauch und hohen ESD-Widerstand bestechen sollen. Weiße LEDs sollen durch den niedrigen Batterieverbrauch in Handys, Camcordern und PDAs zur Anwendung kommen. Im Bereich der kommerziellen Elektrogeräte werden in Zukunft verstärkt organische Leuchtdioden (OLEDs) zum Einsatz kommen. Für die Herstellung von Displays mit hoher Auflösung befinden sich die Quantum-Dot Organic Light-Emitting Devices (QD-OLEDs) derzeit in der Testphase, die sehr leicht herzustellen und stabil sind und einen geringen Energieverbrauch aufweisen. Darüber hinaus wird es in Zukunft auch Nanobatterien geben, die der Ladekapazität eines Handys gleichkommen sollen.

Marlene Binder | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.presse.frost.com/prod/servlet/press-release.pag?docid=5277313
http://www.frost.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Entrepreneurship-Studie: Großes Potential für Unternehmensgründungen in Deutschland
15.09.2017 | Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften