Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auswirkungen von Informations- und Kommunikationstechnologien

05.08.2003


Ein neuer EU-Bericht über die wirtschaftlichen, sozialen und Umweltauswirkungen von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) ruft zum Handeln auf, um die immer noch wachsende, dynamische digitale Kluft zu überwinden.


Der Bericht mit dem Titel "A sustainable eEurope: can ICT create economic, social and environmental value?" (Ein nachhaltiges eEurope: Können IKT wirtschaftlichen, sozialen und umweltbezogenen Wert schaffen?) kommt zu dem Ergebnis, dass etwa 88 Prozent aller Internet-Nutzer sich unter den 15 Prozent der Weltbevölkerung in den Industrieländern befinden. So digital fortgeschrittene Länder wie Finnland haben mehr Internet-Nutzer als ganz Lateinamerika.

Auch innerhalb der entwickelten Länder gibt es laut dem Bericht große Unterschiede. 2002 hatten etwa 58 Prozent aller Amerikaner zuhause einen Internet-Zugang, im Vergleich zu 38 Prozent in Europa. Innerhalb der EU schwankt der Prozentsatz zwischen 60 Prozent in den Niederlanden und 10 Prozent in Griechenland.


In dem Bericht wird jedoch argumentiert, dass es bezüglich der digitalen Kluft nicht nur darum geht, digitale Technologie schnell genug zu entwickeln. Vielmehr kommt der Bericht zu dem Schluss, dass Faktoren wie Alter, Geschlecht, Einkommen, ethnischer Hintergrund, Beschäftigungsstatus, Bildung und Geographie einen engen Zusammenhang zwischen der digitalen Kluft und weiteren sozialen Klüften aufzeigen.

Dies ist sicherlich zutreffend, wenn man die Altersgruppen betrachtet, die Zugang zum Internet haben. Laut dem Bericht hatten 2001 etwa 85 Prozent aller Einwohner des Vereinigten Königreichs zwischen 16 und 24 Jahren einen Internet-Zugang, im Vergleich zu nur 15 Prozent bei den 65- bis 74-Jährigen und 6 Prozent bei den Bürgern über 75. Wenig überraschend ist vielleicht auch das Ergebnis des Berichts, dass nur 23 Prozent der Personen in der untersten Einkommensschicht die Datenautobahn nutzen, im Vergleich zu 68 Prozent in der höchsten Einkommensgruppe.

Angesichts der weit größeren sozialen Implikationen der IKT-Verbreitung wird in dem Bericht argumentiert, dass politische Entscheidungsträger sich nicht nur auf IKT-spezifische Maßnahmen konzentrieren sollten. Vielmehr sollten sie sich auch mit den sozialen Fragen beschäftigen, die sich auf den Zugang zu neuer Technologie auswirken. In dem Bericht wird auch die Auffassung vertreten, dass noch nicht genug Forschung durchgeführt wurde, um die durch die digitale Kluft verursachten sozialen Probleme zu verstehen. Forschung wird als die wichtigste Voraussetzung für Maßnahmen, die das Problem gezielt angehen, betrachtet.

In Bezug auf Maßnahmen auf EU-Ebene wird in dem Bericht vorgeschlagen, dass die Generaldirektion Unternehmen der Kommission einen neuen Preis auslobt, entweder unabhängig von bereits vorhandenen Systemen oder in Zusammenhang mit diesen. Dadurch sollen e-Business-Initiativen, die bedeutenden umweltbezogenen und sozialen Nutzen bringen, hervorgehoben werden. Dazu würde z.B. die Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) bei der Überwindung von Problemen gehören, mit denen sie sich gegenüber größeren Organisationen auseinandersetzen müssen.

Der Bericht benennt noch weitere Bereiche, in denen Verbesserungen notwendig sind, um den Wert der IKT-Aktivitäten zu steigern. Dazu zählen die Schaffung von Umwelteffizienz durch verbessertes Management der Versorgungsketten und verbesserte Steuerungsprozesse, die zu einem optimalen Betrieb im IKT-Sektor führen.

In dem Bericht wird auch zu größerer sozialer Verantwortung von Unternehmen im IKT-Bereich aufgerufen sowie zu größeren Anstrengungen, in europäischen Unternehmen das Bewusstsein für den Kostenvorteil von e-Arbeit zu fördern.

| ctm
Weitere Informationen:
http://europa.eu.int/comm/enterprise/ict/policy/ict-sust/final_report.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Ab ins Ungewisse: Über das Risikoverhalten von Jugendlichen
19.01.2017 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise