Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erste epidemiologische Studie über Kopfschmerzen in Deutschland

27.06.2003


In drei Regionen - Augsburg, Dortmund und Greifswald - startet die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) die erste bevölkerungsbasierte wissenschaftliche Studie über die Häufigkeit von Migräne und Kopfschmerzen bei Erwachsenen und Schulkindern in der Bundesrepublik. Ebenso werden die Wissenschaftler Daten zu den Folgen dieser Kopfschmerzarten für die Betroffenen und die Volkswirtschaft erheben.


Wenn Politiker, Klinikbetreiber, Verbände oder Journalisten bislang wissen wollten, wie viele Menschen in Deutschland unter Kopfschmerzen leiden, mussten sie sich mit Schätzungen zufrieden geben. Diese beruhten auf Studien in anderen Ländern, deren Resultate Experten auf die deutschen Verhältnisse umgerechnet hatten. Eine Studie, die mit den Methoden der Marktforschung arbeitete, lieferte zwar vor einigen Jahren erste Anhaltspunkte, doch sie bedarf einer wissenschaftlichen Überprüfung. Darum startet die Deutsche Migräne und Kopfschmerzgesellschaft nun die erste bevölkerungsbasierte, epidemiologische Studie über die Häufigkeit von Migräne und anderen Kopfschmerz-Formen in Deutschland.

Studienleiter von Seiten der DMKG sind der Münchener Neurologe Dr. med. Volker Pfaffenrath und Priv. Doz. Dr. Arne May von der Neurologischen Klinik der Universität Regensburg. Studienleiter von Seiten der Epidemiologie-Experten ist Priv. Doz. Dr. med. Klaus Berger vom Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin der Universität Münster.


Die Daten werden in drei Gebieten erhoben: der Stadt Dortmund sowie den Regionen Greifswald und Augsburg. Wissenschaftler werden in den drei Regionen insgesamt 7.500 zufällig ausgewählte Bürger in persönlichen ausführlichen Interviews befragen. In Greifswald werden zusätzlich bis zu 1000 Schulkinder der 8. Klasse befragt. In Greifswald und Augsburg nutzen die Wissenschaftler für die Erhebung bereits laufende Bevölkerungsstudien. In Dortmund beginnen derzeit die Vorbereitungen für die dortige Erhebung, die voraussichtlich im September starten wird.

Die Forscher wollen jedoch nicht nur heraus finden, wie viele Menschen unter Kopfschmerzen in Deutschland leiden. Sie wollen auch wissen, wie diese Patienten behandelt werden, ob sie sich selbst mit frei verkäuflichen Schmerzmitteln behandeln oder einen Arzt aufsuchen. Wie sich Kopfschmerzen auf Berufs- und Sozialleben sowie andere Funktionen der Betroffenen auswirken, wollen die Wissenschaftler ebenfalls analysieren. Berechnet werden auch die ökonomischen Folgen, etwa Medikamenten- und Arztkosten sowie die Kosten durch Fehltage am Arbeitsplatz.

Da die erheblichen Kosten für solche Studien nicht von der Fachgesellschaft alleine getragen werden können und staatliche Mittel nicht zur Verfügung stehen, schloss die DMKG mit mehreren pharmazeutischen Unternehmen ein Joint Venture, wobei der DMKG-Anteil an den Kosten höher liegt als jener der einzelnen Unternehmen. Beteiligt sind die Firmen Astra Zenecca, Berlin-Chemie, Boots-Healthcare, GlaxoSmithKline (GSK), Merck Sharp & Dohme ( MSD), Pfizer und Woelm-Pharma.

Dipl. Biol. Barbara Ritzert | idw
Weitere Informationen:
http://www.dmkg.de

Weitere Berichte zu: DMKG Kopfschmerzen Kopfschmerzgesellschaft Migräne

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie