Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fusionspotenziale in Europa

30.05.2003


Studie von Roland Berger Strategy Consultants über die Fusionspotenziale von dreizehn europäischen Schlüsselindustrien: Viele Branchen vor neuer Übernahme- und Fusionswelle

- Volkwirtschaftliche Treiber und betriebwirtschaftliche Erfordernisse schaffen Handlungsbedarf


- Großer Konsolidierungsbedarf in Europa
- Niedrige Unternehmensbewertungen lassen den M&A-Motor wieder anspringen


- Schwerpunkt der Fusionsaktivitäten bei Pharma, Chemie, Lebensmitteleinzelhandel, Automobilzulieferern, IT-Services und Telekommunikation/ Mobilfunk erwartet

Vor dem Hintergrund des drastischen Rückgangs von Firmenzukäufen und -zusammenschlüssen seit dem Jahr 2000 hat Roland Berger Strategy Consultants die Fusionspotenziale und -möglichkeiten von dreizehn europäischen Schlüsselindustrien untersucht. Die Berater haben dabei drei strategische Cluster ausgemacht:

1) In Branchen mit überdurchschnittlichen Fusionspotenzialen und vielfältigen Realisierungsmöglichkeiten erwarten die Berater den Schwerpunkt der Fusionsaktivitäten: Bei Pharma, Chemie, Lebensmitteleinzelhandel, Automobilzulieferer, IT-Services und Telekommunikation/Mobilfunk.

2) Gute Potenziale bieten zudem Energie, Medien/Verlage, der Bausektor sowie Reiseveranstalter. Handlungsbedarf besteht auch bei der Konsolidierung der europäischen Verteidigungsindustrie.

3) Automobilhersteller hingegen müssen zunächst ihre internen Potenziale freisetzen. Und Airlines weisen zwar große "aufgestaute" Fusionspotenziale auf, sind aber durch nationales Regelwerk in ihren Spielräumen eingeschränkt.

Die Anzahl der Fusionen in Europa ging von 5.401 im Jahr 2000 auf 3.138 in 2002 zurück. Im gleichen Zeitraum sank das Transaktionsvolumen von 1.663 Mio. US$ auf 563 Mio. US$. Gründe für diesen Rückgang sehen die Berater von Roland Berger unter anderem in der unsicheren wirtschaftlichen Entwicklung und der noch anhaltenden Nachfusionsphase in Folge des Übernahmehypes der letzten Jahre.

Dennoch haben die volkswirtschaftliche M&A-Treiber nicht an Kraft verloren, z. B. Globalisierung, die Entstehung wettbewerbsintensiver Binnenmärkte, die Deregulierung und Privatisierung von Schlüsselmärkten sowie der technische Fortschritt.

"Auch die betriebswirtschaftliche Logik stimmt", erläutert Hauke Moje, Associate Partner im Kompetenzzentrum Corporate Strategy & Organization von Roland Berger. Viele Schlüsselbranchen weisen hohe und stabile Synergien auf, z. B. Fluggesellschaften, IT-Services, Lebensmitteleinzelhandel, Mobilfunk oder Teile der Spezialchemie. Zudem erhöhe der Einfluss außereuropäischer Marktteilnehmer den Handlungsdruck in zahlreichen Industrien, beispielsweise bei Fluggesellschaften, Pharma, IT-Services und im Lebensmitteleinzelhandel.

"Allerdings schränken mangelnde Opportunitäten und starre Rahmenbedingungen die Fusionsmöglichkeiten in einzelnen Branchen deutlich ein," sagt Moje. Dazu zählen zum Beispiel die restriktiven nationalen Regelwerke bei Fluggesellschaften, die geringe Verfügbarkeit attraktiver Übernahmeziele in der Automobilindustrie, das konsequente regulatorische Eingreifen nationaler Wettbewerbshüter im Energiesektor und die restriktive Wettbewerbspolitik in der Verlagsbranche.

Gegenüber den Vereinigten Staaten zeigt Europa grundsätzlich Nachholbedarf: Während in Europa die Industrie 15 Jahre nach Vollendung des einheitlichen Binnenmarktes noch immer stark zersplittert ist, dominiert in den USA oft eine Handvoll Großunternehmen eine Branche. Die fünf größten Airlines beherrschen dort 75 Prozent des Marktes, in Europa kommen sie nur auf 39 Prozent. Die fünf größten US-Verlage kontrollieren 60 Prozent des Geschäftes gegenüber 44 Prozent in Europa. Und in der Rüstungsindustrie erwirtschaften die Top-Fünf 58 Prozent des US-Geschäftes, in Europa nur 45 Prozent.

Derzeit sorgen die gesunkenen Aktienpreise für investiven Spielraum und veranlassen viele Unternehmen, wieder Übernahmen zu realisieren. "Wer die Kasse voll hat, sollte besser heute als morgen zuschlagen," empfiehlt Roland Berger, Vorsitzender der Geschäftsführung. "Bei Fusionen per Aktientausch spielen die günstigen Preise zwar prinzipiell keine Rolle. Der Aktienkurs des jeweiligen Beteiligungspartners ist aber äußerst relevant für das spätere Beteiligungsverhältnis. Das betrifft vor allem die deutschen Firmen, nachdem der Dax 2002 um 44 Prozent gesunken ist, der CAC aber nur um 33 Prozent und der FTSE um lediglich 24 Prozent."

Roland Berger Strategy Consultants, 1967 gegründet, zählt zu den weltweit führenden Strategieberatungen. Mit 33 Büros in 23 Ländern ist das Unternehmen auf den internationalen Wachstumsmärkten aktiv. Die über 1.685 Mitarbeiter haben im Jahr 2002 einen Honorarumsatz von über 526 Mio. EUR erwirtschaftet.

Die Strategieberatung ist eine unabhängige Partnerschaft im ausschließlichen Eigentum von mehr als 160 Partnern.

Roland Berger Strategy Consultants
Falls Sie Rückfragen haben, wenden Sie sich bitte an:
Susanne Horstmann

Roland Berger Strategy Consultants
Tel. +49 89 9230-8349,
Fax +49 89 9230-87 83 49
E-Mail: susanne_horstmann@de.rolandberger.com

| ots
Weitere Informationen:
http://www.presseportal.de/story.htx?nr=450317&action=preview

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu Bildungsangeboten für die Industrie 4.0 in Österreich
05.02.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Schildkrötengehirne sind komplexer als gedacht
05.02.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics