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Banken verlieren Marktanteile im mobilen Zahlungsverkehr

27.05.2003


Die europäischen Mobilfunkunternehmen nehmen den Banken zunehmend Marktanteile bei der mobilen Zahlungsabwicklung (M-Payment) ab.


Die von Vodafone, T-Mobile, Telefonica und Orange gegruendete Allianz fuer das Bezahlen per Handy wird dem M-Commerce einen neuen Wachstumsschub geben, von dem die Banken kaum profitieren. Der Grund: Die Zahlungsabwicklung erfolgt per Telefonrechnung. Zudem investieren die Banken durchschnittlich nur 2,2 Prozent ihrer Budgets in den Ausbau des M-Banking. Nur jedes zweite Kreditinstitut will ueberhaupt noch in den Zahlungsverkehr investieren. Lediglich acht Prozent aller Banken rechnen damit, durch die Abwicklung von Zahlungsgeschaeften Gewinne zu erzielen. Das ergab die Studie "Branchenkompass Kreditinstitute" der Mummert Consulting AG. Die vier Mobilfunkbetreiber bringen dagegen genuegend Kunden ein, um das mobile Zahlungsgeschaeft rentabel betreiben zu koennen.

Die deutschen Kreditinstitute laufen der Entwicklung im M-Payment schon laenger hinterher. Die Mobilfunker jagen mit ihrem eigenen Bezahlsystem den Geldinstituten in den kommenden Jahren Teile ihres Kerngeschaeftes ab. Zwar rechnen 73 Prozent der Banken damit, dass sich ein einheitlicher Standard fuer das mobile Bezahlen durchsetzen wird. Doch diesen Standard und das dazugehoerige Geschaeft etablieren und nutzen die Mobilfunkunternehmen. Insgesamt will ueberhaupt nur jede zweite Bank (47 Prozent) ihren Kunden M-Payment-Dienste anbieten. Diese Luecke besetzen die grossen Mobilfunkunternehmen mit ihrer neuen Allianz. Haendler und Einkaeufer koennen ueber die einheitliche M-Payment-Plattform effizienter zusammenarbeiten als mit der Einzelabwicklung von Zahlungsgeschaeften ueber die Banken. Zu den Gewinnern der neuen M-Payment-Allianz werden neben den Mobilfunkunternehmen auch Software- und Content-Provider gehoeren. Mit der einheitlichen Bezahlplattform und der vermehrten Nutzung von M-Commerce-Diensten tun sich fuer sie neue Geschaeftsperspektiven auf.


Die einheitliche Plattform der Netzbetreiber kann im Privatkundengeschaeft den Durchbruch fuer mobiles Bezahlen bringen. Die Wachstumschancen beim M-Payment sind immer noch gross. Jeder zweite Handybesitzer unter 30 Jahren nutzt bereits M-Commerce-Dienste per Handy. Die wichtigste Voraussetzung, um den Markt zu erschliessen: Moeglichst viele Netzbetreiber sollten ihre Systeme aufeinander abstimmen und gemeinsame Standards einfuehren. Erst dann kann das mobile Handeln und Bezahlen reibungslos funktionieren. Mehrere konkurrierende Bezahlsysteme sind fuer die Entwicklung des M-Commerce ein Hindernis. Anbieter wie Paybox mussten ihr Geschaeft mit den Endkunden einstellen, weil sie allein nicht genug Nutzer fuer ihre Dienste gewinnen konnten.

Joerg Forthmann | Mummert Consulting
Weitere Informationen:
http://www.mummert.de

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