Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

In & out - wohin steuert die Informations- und Kommunikationstechnik?

15.05.2003


Studie über die Trends der nächsten zehn Jahre


Mobile Computing ist immer mehr im Kommen, E-Commerce wird gezielter eingesetzt und das Sicherheitsdenken wird geschärft - so stellen sich unabhängige Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft einige Entwicklungen der Informations- und Kommunikationstechnik (IuK) vor. Wie beeinflusst IuK unsere Lebensweise, Arbeit und Freizeit? Was sind die neuen Technolo-gien und Anwendungen? Wissenschaftler vom Lehrstuhl Software & Systems Engineering von Professor Manfred Broy der TU München erstellten gemeinsam mit Prof. Heinz-Gerd Hegering und Prof. Arnold Picot der Ludwig-Maximilians-Universität München eine Trendabschätzung für die nächsten zehn Jahre im Auftrag des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

"Gerade im internationalen Wettbewerb müssen Unternehmen auf neue Entwicklungen gut vorbereitet sein, damit sie sie gezielt für sich nutzen können," sagte Prof. Broy anlässlich des 8. Deutschen IT-Sicherheitskongresses des BSI in Bonn. In der Studie werden dem E-Commerce enorme Wachstumssteigerungen zugesprochen. E-Commerce unterstützt weiterhin traditionelle Geschäftsmodelle, löst sie aber nicht ab. Der persönliche Kontakt zwischen den Menschen wird auch weiterhin nicht durch das Internet ersetzt. Besonders die Konsumgüterindustrie, Finanz-dienstleister und die Automobilindustrie profitieren von der verstärkten Internetnutzung durch Privatpersonen. So wird beispielsweise in drei Jahren der Einkauf über elektronische Supermärkte weit verbreitet sein.


Das E-Government wird in den nächsten Jahren einen Aufschwung erfahren: So werden Bürger in sieben Jahren elektronische Bürgersprechstunden wahrnehmen oder sich per Internet an Informationsveranstaltungen beteiligen.

Die Medien-, Informations- und Kommunikationsmärkte werden in Zukunft immer weiter konvergieren und so wachsen auch die Endgeräte zusammen. In sieben Jahren sollen internetfähige Fernsehgeräte weit verbreitet sein.

Mobile Computing erfährt noch mehr Zuspruch: In den nächsten Jahren erwarten die Experten eine starke Verbreitung von mobilen Geräten und PDAs werden einen stärkeren Leistungs-umfang haben. Im Auto wird die Anbindung an Telekommunikationsnetze bereits in fünf Jahren weit verbreitet sein und so lassen sich Location Based Services und dynamische Navigations-systeme leicht nutzen. Auf technischer Ebene wird momentan neben der Verfügbarkeit von wLANs stark an der Bereitstellung von ad-hoc Networking gearbeitet.

Moore´s Gesetz, nachdem sich die Leistungsfähigkeit von Prozessoren etwa alle 18 Monate verdoppelt, wird auch noch die nächsten zehn Jahre Bestand haben, wobei alternative Materialien an der Schwelle zur Serienfertigung stehen. Gleichzeitig setzt sich der lang anhaltende Trend zur Miniaturisierung und des Preisverfalls fort. So rücken wir der Vision einer ubiquitären Computerlandschaft näher.

Besonders die Softwaretechnik steht vor großen Herausforderungen. Software wird zukünftig funktional noch leistungsstärker, aber auch komplexer und umfangreicher. Deshalb werden sich Technologien bzw. Konzepte zur Modularisierung von Softwarekomponenten und Werkzeuge zur Erhöhung des Automatisierungsgrades durchsetzen. Der Einsatz von frei verfügbaren Softwarekomponenten (Open Source Software) wird in den nächsten Jahren nach heutigen Erwartungen signifikant stärker steigen als in der Vorgängerstudie aus dem Jahr 2000 prognostiziert.

Die Studie "Kommunikations- und Informationstechnik 2010+3: Neue Trends und Entwicklungen in Technologien, Anwendungen und Sicherheit" (SecuMedia, Ingelheim, ISBN-Nr. 3-922746-48-9) betrachtet die Themen Sicherheit, Anwendung und Technologien, hier besonders die Rechnertechnik, Netze, Datenbanken und Softwaretechnik.

Kontakt:

TU München, Institut für Informatik
Ursula Eschbach
Boltzmannstrasse 3, 85748 Garching
Tel. 089/289-1782
E-Mail: eschbach@in.tum.de

Dieter Heinrichsen M.A. | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-muenchen.de

Weitere Berichte zu: BSI Broy E-Commerce Informations- und Kommunikationstechnik IuK

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu Bildungsangeboten für die Industrie 4.0 in Österreich
05.02.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Schildkrötengehirne sind komplexer als gedacht
05.02.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics