Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie empfiehlt Einbeziehung von Human Language Technologies in EFR

02.05.2003


Aus einer von der EU geförderten Studie geht hervor, dass Deutschland, das VK und die Niederlande im Bereich der Human Language Technologies (HLT) in Europa führend sind. Sie empfiehlt, diesem Bereich eine erkennbare Präsenz im Europäischen Forschungsraum (EFR) einzuräumen.



Dank HLT können Menschen mit Computern kommunizieren und Computer per Sprachsteuerung bequem in ihrer Muttersprache bedienen. Für die Durchführung der vergleichenden Studie war EUROMAP Language Technologies zuständig, eine von der Kommission unterstützte Initiative mit dem Ziel, die Bekanntheit und Verbreitung von HLT in Europa zu fördern.

... mehr zu:
»EFR »EUROMAP »HLT »HLT-Forschung »Human »Language


Die Studie teilt die Mitgliedstaaten entsprechend den vorhandenen Möglichkeiten zur HLT-Nutzung, den Erfolgsquoten in der HLT-Forschung und dem entsprechenden Technologietransfer in vier Gruppen ein.

Deutschland, das VK und die Niederlande erwiesen sich als die führenden Nationen. Deutschland, wo sowohl der Staat als auch die Wirtschaft seit 1985 kontinuierlich in HLT investieren, belegte den ersten Rang.

"Gutes Potenzial" besitzen nach dem Bericht Frankreich, Belgien und Spanien. In diesen Ländern bestehen hoch entwickelte Forschungsstrukturen und eine eingehende HLT-Forschung. Sie sind daher gut darauf vorbereitet, HLT zu nutzen, wenn das entsprechende Umfeld vorhanden ist.

Schweden, Finnland, Irland und Dänemark gehören zur Gruppe der "aussichtsreichen" Länder im Mittelfeld der EU-Länder. Um sich auf die Übernahme der Standards der nächsten Generation vorzubereiten, empfiehlt der Bericht dieser Gruppe, ihre Investitionen in die HLT-Forschung zu steigern und den Technologietransfer anzukurbeln.

Das Schlusslicht bildet die Gruppe der Länder, die an ihre "strukturellen Grenzen" gestoßen sind. Dies sind Griechenland, Italien, Portugal und Österreich. Diese Länder sollten sich dem Bericht zufolge "neue Herangehensweisen" zueigen machen, um ihren Rückstand auf die führenden Nationen aufzuholen. Darüber hinaus wird ihnen empfohlen, zur Verwertung ihrer HLT-Forschung über ihre Grenzen hinauszuschauen, denn eine verstärkte Zusammenarbeit innerhalb der EU käme allen Ländern zugute.

Der Bericht enthält verschiedene Empfehlungen für Europa, darunter in erster Linie die Gewährleistung einer konkreten, erkennbaren HLT-Präsenz im EFR. "Das Ziel sollte darin bestehen, eine Reihe von robusten, stabilen und mehrsprachigen HLT-Modulen zu besitzen, die in neuartige Anwendungsumgebungen der Technologien der Informationsgesellschaft (IST) eingebettet werden können", heißt es in der Zusammenfassung.

Nach Angaben von EUROMAP besitzen HLT auch eine wirtschaftliche Bedeutung für Europa. Kein anderer moderner Wirtschaftsraum weist eine so große Sprachenvielfalt wie Europa auf. Zurzeit gibt es 11 EU-Amtssprachen, nach der Erweiterung werden es über 20 sein. Neben den Amtssprachen der Beitrittsländer gibt es innerhalb der EU eine Vielzahl von Regionalsprachen, nicht amtlichen nationalen Sprachen und Immigrantensprachen.

Angesichts des immer größeren Informationsangebots ist die Sprachentransparenz von entscheidender Bedeutung für die Beteiligung der Bürger, der Verbraucher, der Regierungen und der Wirtschaft an der Informationsgesellschaft.

Nach Angaben der Untersuchung konnte in Europa eine kohärente Forschergemeinde nur dank der EU-Fördermittel entstehen. "Die Praxis, eine (im Vergleich zu den USA und Japan) größere Zahl kleinerer Projekte zu finanzieren, führte zu einer Verbreiterung der technischen Basis in der gesamten Union. Gleichzeitig entstand auf Grund der Struktur der im RP [Rahmenprogramm] enthaltenen Projekte, die eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit verlangt, eine echte gesamteuropäische Forschung", heißt es im Bericht.

Allerdings betont der Bericht auch, dass in anderen Bereichen der IST-Forschung eine kohärentere Herangehensweise an die Sprachforschung angebracht ist. Als Beispiele werden digitale Bibliotheken, die Betrugsbekämpfung, Sprachtechnologie in Fahrzeugen und Fahrzeug-Dokumentation genannt. EUROMAP schlägt vor, die Muster der laufenden Forschung anhand "eindeutiger Angaben" zu bestimmen.

Da zurzeit nur Deutsch, Englisch und Französisch entsprechend berücksichtigt werden, fordert die Untersuchung zusätzliche öffentliche Investitionen, um alle Sprachen auf ungefähr den gleichen Stand oder das gleiche Grundniveau zu bringen. "Dies ist eine Grundvoraussetzung für die zukünftige Entwicklung moderner IST, die allen Bürgern Europas im gleichen Maße zugute kommen", heißt es in den Schlussfolgerungen des Berichts.

| Cordis Nachrichten
Weitere Informationen:
http://www.hltcentral.org/euromap/
http://dbs.cordis.lu/cgi-bin/srchidadb?CALLER=NHP_DE_NEWS&ACTION=D&SESSION=&RCN=EN_RCN_ID:20170&TBL=DE_NEWS

Weitere Berichte zu: EFR EUROMAP HLT HLT-Forschung Human Language

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher entwickeln Unterwasser-Observatorium

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

HIV: Spur führt ins Recycling-System der Zelle

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Mehrkernprozessoren für Mobilität und Industrie 4.0

07.12.2016 | Informationstechnologie