Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wachstum bei Biogas-Energiegewinnung braucht Aufklärung und staatliche Förderung

25.03.2003


Der Europamarkt für Biogasanlagen



Biogas ist eine erneuerbare Primärenergie, deren Potenzial bisher kaum gesichtet ist – und der Markt ist bislang zum größten Teil unerschlossen und unterentwickelt. Die Industrieländer befürworten eine Optimierung der Energieeffizienz und den verstärkten Einsatz von erneuerbaren Energien, denn diese Maßnahmen gelten als wichtige Schritte auf dem Wege zu einer nachhaltig wirtschaftenden Ökonomie. Bisher wurde Biogas allerdings von anderen Energiegewinnungstechnologien (z.B. Windkraftanlagen) überschattet, ist aber eine durchaus ernst zu nehmende wachstumsfähige Alternative. Im Jahr 2001 erreichte der Europamarkt für Biogasanlagen einen Gesamtumsatz von 385 Millionen Dollar, wobei sich das Leistungsvolumen um 218 Megawatt erhöhte. Nach Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan (www.power.frost.com) werden die Kapazitäten derzeit weiterhin ausgebaut, sodass aus 1.505 MW (2001) zukünftig ungefähr 4.275 MW (2010) werden sollen.



Biogastechnologie ist europaweit verfügbar - Wirtschaftsmotor vor allem für ländliche Gebiete

Das Abfallkompostierungsverfahren setzt das natürliche, methanhaltige Biogas frei, das als billige und leicht zugängliche Energieressource genutzt werden kann. Typischerweise produzieren Biogasanlagen diese Energie durch ein anaerobes Vergärungsverfahren (AD; ’Anaerobic Digestion’), derartige Anlagen sind im Handel erhältlich und in allen EU-Ländern zu finden. Es gibt in den einzelnen Mitgliedsstaaten jedoch Unterschiede bezüglich Bekanntheit, Installation und Betriebsweise.
AD-Technologien und die Biogasindustrie könnten zur Wiederbelebung ländlicher Wirtschaftsregionen beitragen. Sie schaffen und erhalten Arbeitsplätze - und zwar durch technische Dienstleister vor Ort, durch das Transportwesen und den Betrieb von zentral eingerichteten Kraftwerken.

Aufklärung tut Not – Staatliche Förderung ist gefragt

Die aktuelle Analyse von Frost & Sullivan betont die Wichtigkeit staatlicher Fördermaßnahmen, die diese Industriebranche kommerziell attraktiver machen soll. Aufklärungskampagnen sind nötig, um das gängige Vorurteil auszuräumen, dass der Bau von Biogasanlagen gleichbedeutend ist mit Misserfolg, schlechter öffentlicher Anerkennung und ausbleibenden betrieblichen Gewinnen. Hohe Installationskosten und mittelfristige Amortisierung sind tatsächlich ungünstige Voraussetzungen in der heutigen Geschäftswelt, allerdings ist fehlendes Wissen über die Technologie der Hauptgrund, weshalb der Biogasmarkt nicht in Schwung kommt. Der zurückhaltende Informationsfluss seitens der Behörden bremst zusätzlich das Entfaltungspotenzial des Marktes. Dieses Potenzial kann ohne vertrauensbildenden, unterstützenden Maßnahmen weder die Industrie noch den Kunden erreichen, wodurch große Marktchancen verschenkt werden. Das negative Image von Biogastechnologien ist vor allem im Landwirtschaftssektor weit verbreitet, wodurch die Wachstumsperspektiven des Marktes für Biogasanlagen direkt beeinflusst sind. "Größere Transparenz und mehr Information für Geschäftsinteressenten sind hilfreich, damit potenzielle Investoren Schwierigkeiten oder Fehler der Vergangenheit vermeiden können. Weiterhin sollten sie sich vergewissern können, wo und wann spezifische Verläufe oder Systemaspekte anzupassen sind, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Die persönliche Beurteilung nimmt außerdem Zeit und Geld in Anspruch - und von beidem haben viele potenzielle Anwender oftmals nur wenig. Daher sollten finanzielle Unterstützungsinstrumente verfügbar sein und die Ambitionen flankieren", fügt Ian French, Industry Analyst bei Frost & Sullivan, hinzu.

Gute Marktchancen in den kommenden Jahrzehnten - Leistungsreserven der Biogasproduktion ausschöpfen

Marktwachstum und zunehmend härtere Konkurrenz werden sich parallel entwickeln. Während kleinere Akteure sich auf die unwichtigeren, aber wachsenden Agrar- und Industriesektoren konzentrieren, haben andere die Bereiche Abwasser und Mülldeponien im Visier. Größere Erstausrüster besitzen durchaus Leistungsfähigkeit, verfolgen ihre Chancen aber vor allem in lukrativeren konventionellen Marktsektoren. "Obwohl es Biogasherstellung schon seit langem gibt, hat es mittlerweile entscheidende Verbesserungen in der Energieproduktion und Energiekonvertierung gegeben, sodass Leistungsreserven mittels höherer Effektivität erschlossen werden können. Einige Schlüsselgebiete sind z.B. Gasertragsverbesserungen durch Rohstoff-Mix, Prozessbeschleunigung, Optimierung des Feststoffproporzes, Kostenminderung und Standardisierung. Solange diese Problemkreise und Hindernisse nicht angesprochen und gelöst werden, bleibt die Markterschließung begrenzt", mahnt French. Generell bietet der Einsatzrahmen in den Sektoren Industrie und Landwirtschaft in den nächsten Jahrzehnten ein riesiges Potenzial; außerdem tragen diese Bereiche erheblich zu den Emissionsreduktionszielen bei. Jedoch hat sich im letzten Jahrzehnt die Leistungsfähigkeit landwirtschaftlicher Biogasanlagen in vielen Fällen als unzuverlässig, oder noch schlimmer, als unwirtschaftlich erwiesen. Mittlerweile ist dennoch das Interesse an größeren zentralisierten Anlagen gewachsen, die neue Alternativen bieten, um landwirtschaftliche und industrielle Abfälle in einem gemischten Prozess zu vergären.

Größte Kapazitäten für Deponiegasnutzung in Deutschland und Großbritannien

"In ganz Europa gibt es eine große Anzahl Mülldeponien, die das in ihnen entstehende Biogas abfackeln. Diese Gelegenheit könnte genutzt werden, um Energie herzustellen. Großbritannien und Deutschland haben die größten vorhandenen Kapazitäten - mit Aussicht auf Zuwachs. Italien, Frankreich und Spanien sind im Begriff, ihre Ressourcen bis 2010 erheblich auszubauen", bemerkt French. In manchen Länder schrumpfen schon heute die Ressourcen, wie z.B. in den Niederlanden und Österreich. Durch die neue EU-Richtlinie zum Deponiewesen werden die aus dieser Quelle abschöpfbaren Biogasmengen in den nächsten Jahrzehnten weiterhin abnehmen. Währenddessen wird aber ein nachhaltiges Wachstum des Gesamtmarktes reichhaltige Möglichkeiten für Neuanlagen schaffen.

Markt für Biogasanlagen steckt noch in den Kinderschuhen

Aus Wettbewerbssicht betrachtet befindet sich der Gesamtmarkt noch in Entwicklung und ist europaweit durch Zersplitterung charakterisiert. Neue Marktteilnehmer sind keine unbekannten Unternehmen in diesem Nischenbereich. Ebenfalls ist die Zeit reif und sind die Wachstumsmöglichkeiten gegeben, um nicht nur kleine, sondern auch große Anlagen bauen zu können. Unter jetzigen Gegebenheiten kann man allerdings noch keine messbaren Konsolidierungsbewegungen ausmachen. Solche Trends werden erst mittel- bis langfristig zu Tage treten, wenn die Marktakteure versuchen, ihre Positionen zu etablieren.

Titel der Analyse:
Frost & Sullivan’s Analysis Of The Biogas Power Plant Market
(Report B162)

Weitere Informationen:

Stefan Gerhardt
Public Relations Manager

Frost & Sullivan
Clemensstrasse 9
60487 Frankfurt/Main
Tel. 069-77033-11
Fax 069-234566

stefan.gerhardt@frost.com

Stefan Gerhardt | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://www.power.frost.com)
http://www.presse.frost.com

Weitere Berichte zu: Biogas Biogasanlage Kapazität Potenzial

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu Bildungsangeboten für die Industrie 4.0 in Österreich
05.02.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Schildkrötengehirne sind komplexer als gedacht
05.02.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Highlight der Halbleiter-Forschung

20.02.2018 | Physik Astronomie

Wie verbessert man die Nahtqualität lasergeschweißter Textilien?

20.02.2018 | Materialwissenschaften

Der Bluthochdruckschalter in der Nebenniere

20.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics